• Die Nato formiert an der Ostflanke eine stärkere Abwehr gegen Russland.
  • Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg nennt vier Länder als Standorte für die neuen Battlegroups.

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Die Nato will ihre Ostflanke zur Abschreckung Russlands mit vier weiteren Gefechtsverbänden verstärken. Damit werden doppelt so viele Gefechtseinheiten in das Gebiet entsandt wie bisher.

Wie Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel mitteilte, sind als Standorte für die sogenannten Nato-Battlegroups die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien vorgesehen. Der Einsatz soll auf dem Sondergipfel am Donnerstag beschlossen werden. Bisher gibt es solche multinationalen Einheiten in Polen und den drei Baltenstaaten.

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Zu dem Sondertreffen der westlichen Allianz werden am Donnerstag die Staats- und Regierungschefs der 30 Nato-Mitgliedsländer in Brüssel erwartet. Der Gipfel findet auf den Tag genau einen Monat nach Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine statt. Die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten hatten Russlands Angriff auf die Ukraine bereits als "seit Jahrzehnten schwerwiegendste Bedrohung für die euro-atlantische Sicherheit" bezeichnet.

Nato-Generalsekretär Stoltenberg erwartet Einigkeit bei allen Mitgliedern

"Ich gehe davon aus, dass die Staats- und Regierungschefs zustimmen werden, die Aufstellung der Nato in allen Bereichen zu stärken, mit erheblichen Verstärkungen im östlichen Teil des Bündnisses zu Lande, in der Luft und auf See", sagte Stoltenberg auf einer Pressekonferenz vor dem Gipfeltreffen in Brüssel.

Die Nato werde mit den neuen Kampfverbänden und bestehenden Streitkräften in den baltischen Ländern und Polen acht multinationale Gruppen entlang der Ostflanke des Bündnisses haben. Stoltenberg sagte weiters, der Krieg in der Ukraine habe gezeigt, dass die Nato ihre Abschreckungs- und Verteidigungshaltung längerfristig neu einstellen müsse.

Bisher hat die Nato nur in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie in Polen dauerhaft multinationale Verbände stationiert. Normalerweise sind sie etwa 1.000 Soldaten stark.

Die Ausweitung der Präsenz bedeutet, dass künftig von der Ostsee im Norden bis zum Schwarzen Meer im Süden Nato-Truppen präsent sein werden. Zuletzt waren zur Verstärkung der Ostflanke bereits Kräfte der schnellen Nato-Einsatztruppe NRF in das ukrainische Nachbarland Rumänien verlegt worden.

Stoltenberg kündigt zusätzliche militärische Hilfe für die Ukraine an

Deutschland leitet den bestehenden Nato-Verband in Litauen. Das Bundesverteidigungsministerium hatte zuvor eine Verstärkung angekündigt. Die Zahl der Bundeswehr-Soldaten könnte laut Medienberichten von derzeit gut 900 auf mehr als 1.000 aufgestockt werden.

Stoltenberg kündigte zudem zusätzliche militärische Hilfe für die Ukraine an. Die Mitgliedstaaten wollten dem Land weitere militärische Ausrüstung zur Verfügung stellen, um sich gegen mögliche russische Angriffe mit Massenvernichtungswaffen verteidigen zu können, sagte der Norweger. Konkret nannte er chemische, biologische oder Atomwaffen. (dpa/AFP/ank)

Ukraine, Krieg, Mariupol
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