Nach dem Giftgas-Angriff in Syrien drohen die USA damit, im Alleingang aktiv zu werden, sollten die Vereinten Nationen sich nicht zu einem gemeinsamen Vorgehen durchringen.

Die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, hat den Giftgas-Angriff in der syrischen Kleinstadt Chan Scheichun verurteilt und eine Reaktion der Vereinten Nationen gefordert. Wie "CNN" berichtet, ziehen die USA es ansonsten in Betracht, im Alleingang zu handeln.

"Wenn die UN immer wieder in ihrer Pflicht scheitert, gemeinsam zu handeln, dann gibt es Zeiten im Bestehen von Staaten, bei denen wir wir uns gezwungen fühlen, eigenständig Maßnahmen zu ergreifen", zitiert "CNN" Haley.

Konkreter wurde die UN-Botschafterin nicht. Es blieb deshalb unklar, ob sie ein militärisches Eingreifen in Syrien, eigene Sanktionen oder andere Maßnahmen meinte.

Trump will militärische Schritte nicht verraten

Auch US-Präsident Donald Trump hat sich am Mittwoch zum Giftgas-Angriff geäußert. Er warf der syrischen Regierung vor, eine Grenze überschritten zu haben. "Für mich sind damit eine ganze Reihe von Linien überschritten worden. (...)", sagte Trump am Mittwoch. Seine Einstellung zu Präsident Baschar al-Assad habe sich verändert. Was am Dienstag passiert sei, sei furchtbar.

Der US-Präsident ließ aber offen, ob das Konsequenzen haben wird. Er sagte lediglich, es sei Teil seiner Politik, militärische Schritte im Vorfeld nicht zu verraten.

In der von Rebellen kontrollierten Stadt Chan Scheichun im Nordwesten Syriens sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 72 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern seien 20 Kinder und 17 Frauen, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Aktivisten erklärten nach dem Vorfall am Dienstag, es habe einen Luftangriff mit Giftgas gegeben.

(ada/dpa)