Die Raketenabwehr nach israelischem Vorbild ist ein Herzensprojekt des US-Präsidenten. Der nördliche Nachbar Kanada dürfte seiner Aussage nach unter den Schutzschirm kommen – aber nicht zum Nulltarif.

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US-Präsident Donald Trump hat Kanada erneut Schutz durch sein geplantes neues Raketenabwehrsystem angeboten. Sollte das nördliche Nachbarland "ein eigenständiger, aber ungleicher" Staat bleiben, werde eine Teilnahme am "Golden Dome" 61 Milliarden US-Dollar (rund 54 Milliarden Euro) kosten, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. "Aber es wird null Dollar kosten, wenn sie unser geschätzter 51. Bundesstaat werden." Trump schrieb weiter, Kanada ziehe dieses Angebot in Betracht.

Trumps Aussagen dürften in Kanada erneut für Empörung sorgen

Bis zum Ende seiner Amtszeit in knapp vier Jahren möchte der Republikaner für die USA einen "Golden Dome" aufbauen, nach dem Vorbild des israelischen "Iron Dome". Er hatte bereits zuvor erklärt, Kanada habe Interesse an einer Beteiligung bekundet. Medien zitierten den kanadischen Premierminister Mark Carney übereinstimmend mit der Aussage, die Idee werde auf höchster Regierungsebene geprüft.

Allerdings dürften die Einverleibungsäußerungen des US-Präsidenten wie bereits in der Vergangenheit für große Empörung sorgen. Bei seinem Antrittsbesuch in Washington hatte Carney den territorialen Ambitionen Trumps eine humorvolle, aber unmissverständliche Absage erteilt: Kanada stehe nicht zum Verkauf, betonte er.

Projektkosten in dreistelliger Milliardenhöhe

Als Anschubfinanzierung für den "Golden Dome" sind zunächst 25 Milliarden US-Dollar vorgesehen, insgesamt soll das Projekt rund 175 Milliarden kosten. Nach Einschätzung des Congressional Budget Office (Haushaltsamt des US-Kongresses) könnten die tatsächlichen Kosten allerdings deutlich höher ausfallen.

Trump hatte das Vorhaben kurz nach seiner Amtseinführung im Januar per Verfügung angestoßen. Der "Golden Dome" soll weit über die bestehenden US-Abwehrsysteme hinausgehen und würde sich deutlich vom israelischen Vorbild unterscheiden. Denn die geografischen und sicherheitspolitischen Bedingungen in den USA sind grundlegend anders. Weder Mexiko noch Kanada stellen eine militärische Bedrohung dar. Aufgrund der enormen Größe der USA gibt es außerdem große Zweifel an der Effizienz eines landesweiten Systems. (dpa/bearbeitet von ms)

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