• Die Polizei in Washington bereitet sich auf eine weitere Demonstration von Anhängern des Ex-US-Präsidenten vor.
  • Demnach ist geplant, erneut einen Zaun um das US-Kapitol zu errichten.
  • In der Umgebung des Parlamentssitzes wurde indes ein bewaffneter Mann festgenommen.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Gut acht Monate nach der Erstürmung des Kapitols in Washington bereitet sich die Polizei dort auf eine weitere Demonstration durch Anhänger des damaligen US-Präsidenten Donald Trump vor.

Die Kapitols-Polizei teilte am Montag mit, geplant sei, vorübergehend erneut einen Zaun rund um das Parlamentsgebäude zu errichten. Polizeichef Tom Manger kündigte an, das Recht auf friedlichen Protest werde geschützt. Unruhestifter sollten aber zu Hause bleiben. "Wir werden das Gesetz durchsetzen und keine Gewalt dulden."

Nahe der Parteizentrale der Demokraten in Washington ist indes ein Rechtsextremist mit Machete und Bajonett in seinem Auto festgenommen worden. Der mit einem Hakenkreuz bemalte Pickup des Mannes aus dem Bundesstaat Kalifornien fiel einer Polizeistreife in der Nacht zu Montag auf, wie die Kapitol-Polizei mitteilte. Der 44-Jährige wurde wegen des "Besitzes verbotener Waffen" festgenommen - Macheten und Bajonette sind in Washington illegal.

Mann spricht über rechtsextreme Idelogien

Der Mann sagte nach Polizeiangaben, er befinde sich auf einer "Patrouille", und fing dann an, über rechtsextreme Ideologien zu sprechen. Ein von der Polizei veröffentlichtes Foto zeigte ein auf den Seitenspiegel des Autos aufgemaltes Hakenkreuz und ein weiteres Hakenkreuz im Inneren des Autos. Außerdem hatte der Mann ein Tiergeweih an der Kühlerhaube des Pickups befestigt.

Die Ermittlungen der Polizei zu dem Verdächtigen laufen. "Derzeit ist nicht klar, ob er an einer der bevorstehenden Demonstrationen teilnehmen wollte oder ob er Verbindungen zu früheren Fällen in der Gegend hat", erklärte die Polizei, ohne dies näher auszuführen.

Rechte Gruppen wollen am kommenden Samstag am Kapitol demonstrieren. Sie wollen sich dabei für nach der Kapitol-Erstürmung vom 6. Januar festgenommene Angreifer einsetzen, die sie als "politische Gefangene" bezeichnen.

Hunderte Angreifer nach Sturm auf Kapitol festgenommen

Radikale Anhänger des damaligen Präsidenten Donald Trump hatten das Kongressgebäude gestürmt, als dort der Wahlsieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl vom November zertifiziert werden sollte. Im Zuge der Ermittlungen wurden hunderte Angreifer festgenommen.

Vor knapp einem Monat löste dann ein Mann, der nach eigenen Angaben eine Bombe in seinem Auto hatte, nahe des Kongresses einen stundenlangen Großeinsatz der Polizei aus. Der Mann, der sich selbst als "Patrioten" bezeichnete, wurde schließlich festgenommen, Sprengstoff wurde nicht gefunden. Medienberichten zufolge leidet er unter psychologischen Problemen.

Der Zaun war nach der Erstürmung des Kapitols errichtet und erst im Juli wieder abgebaut worden. Mindestens fünf Menschen waren bei den Krawallen ums Leben gekommen, darunter ein Polizist.

Die Kapitols-Polizei war damals in die Kritik geraten, weil die Sicherheitskräfte des Parlaments den Angriff nicht abwehren konnten. (jwo/lh/AFP/dpa)

Sturm auf US-Kapitol: Interviewaussagen von Trump sorgen für Aufregung

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat für ein Buch mit "Washington Post"-Reportern über den Sturm auf das Kapitol am 6. Januar gesprochen. Die Worte im Audiomitschnitt sorgen für Aufsehen.