Die frisch gekauften Eier räumen die meisten sofort in den Kühlschrank. Im Supermarkt hingegen stehen sie häufig ungekühlt im Regal. Das hat einen guten Grund.

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Ein Ei hat mehrere Schutzmechanismen, damit keine Keime ins Innere vordringen können. So gibt es etwa zwei Membranen unter der Eierschale und eine Oberhaut, die sogenannte Kutikula, die die Schale umhüllt.

Diese Kutikula wird angegriffen, wenn sie mit Wasser in Berührung kommt. Oder sich Wasser auf ihr bildet - etwa wenn das Ei von einer Kühlung in eine wärmere Umgebung kommt. Da Feuchtigkeit zudem ohnehin ein guter Nährboden für Keime ist, gilt es also, Kondenswasser zu vermeiden. Um das zu schaffen, müsste das Ei, einmal gekühlt, in einer permanenten Kühlkette gehalten werden.

Wie lange halten Eier?

Dazu muss man wissen: Ein Ei ist zwar empfindlich, aber erstaunlich haltbar. Nach 21 Tagen muss es zwar aus dem Supermarktregal heraus, allerdings ist es bis zu 28 Tage nach dem Legen haltbar, schreibt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Wenn das Ei lange erhitzt werde, genauer gesagt mindestens zwei Minuten lang bei 70 Grad, sogar noch darüber hinaus.

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Die Idee ist also: Bleibt die Schutzschicht erhalten, verdirbt ein Ei nicht so schnell. Deswegen wird das Ei auf dem Weg vom Bauern in den Supermarkt und im Supermarkt selbst nicht gekühlt, sondern bei einer konstanten Temperatur gelagert.

In Nordamerika etwa wird das anders gehandhabt: Hier werden frisch gelegte Eier grundsätzlich gewaschen. Damit wird zwar zum Beispiel Hühnerkot, der Salmonellen und andere schädliche Keime enthalten kann, entfernt. Jedoch wird auch die Schutzschicht beschädigt. Die Eier müssen deswegen recht schnell in die Kühlung und auch permanent kühl gehalten werden.

Eier auf die Spitze stellen

Sind die Eier dann beim Verbraucher zu Hause angekommen, wird aber auch hierzulande empfohlen, die Eier in den Kühlschrank zu packen. Am wenigsten Keime entstehen bei 4 bis 6 Grad Celsius. Alles bis sieben Grad ist aber laut Bundesinstitut für Risikobewertung in Ordnung.

Wie frisch ein Ei ist, lässt sich übrigens einfach feststellen: Bleibt es in einem Glas mit kaltem Wasser flach auf dem Boden liegen, ist es frisch. Richtet es sich komplett auf, ist es etwa zwei Wochen alt. Das liegt an der Luftkammer am Ende des Eis, die mit dem "Alter" immer größer wird.

Mit dieser Luftkammer hängt auch ein Tipp zum Frischhalten zusammen: Werde das Ei nämlich auf die Spitze gestellt, schreibt das hessische Landwirtschaftsministerium, vergrößere sich die Luftkammer nicht so schnell, die Membranen im Inneren des Eis lösten sich nicht so leicht ab und Keime blieben so länger draußen.

Verwendete Quellen:

  • Webseite der Landwirtschaftskammer Niedersachsen: Gehören Eier in den Kühlschrank oder ist eine ungekühlte Lagerung ausreichend?
  • Verbrauchertipps des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR): Schutz vor Lebensmittelinfektionen im Privathaushalt (PDF)
  • Website des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Eier richtig lagern: Warum mit der Spitze nach unten?
  • Webseite des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft: Wunderwerk Ei – ein Blick hinter die Schale
  • stern.de: In Nordamerika lagern Eier im Kühlregal, nirgendwo sonst auf der Welt – das ist der Grund
  • Ökotest-Webseite: Eier-Test: So erkennen Sie, ob das Ei noch frisch ist
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