Rund 150.000 Frankenkredite gibt es in Österreich und etwa 6.000 davon sind noch heuer fällig. Für die Anleger bedeutet die plötzliche Freigabe des Frankenkurses durch die Schweizerische Nationalbank bittere finanzielle Verluste und nicht wenige fühlen sich betrogen: Sieben Antworten auf Fragen rund um Frankenkredite und auf die Frage, was man heute noch sinnvoll mit seinem Geld machen kann.

Wie kommt es zu den Verlusten aus Frankenkrediten?

Bei Fremdwährungskrediten, die häufig zur Immobilienfinanzierung genutzt werden und eine durchschnittliche Laufzeit von 25 Jahren mit Endfälligkeit haben, setzt der Anleger darauf, dass sich der Fremdwährungskurs zu seinen Gunsten entwickelt, also schwächer wird. Die Aufhebung der Wechselkursbindung hatte zur Folge, dass der Franken schlagartig stärker wurde. In dieser Situation konnten auch vermeintliche Sicherungsmechanismen wie eine Stop-Loss-Order nicht schnell genug greifen und wurden zur Kostenfalle.

Ist für Betroffene noch etwas zu retten?

Wer einen Frankenkredit hat, sollte schnellstens mit seinem Kreditinstitut Kontakt aufnehmen, sich den entstandenen Schaden berechnen lassen und Überlegungen zum weiteren Vorgehen anstellen. Insbesondere Kunden, deren Frankenkredite noch 2015 fällig sind, können möglicherweise auf Entgegenkommen ihrer Bank zählen. Allerdings gibt es auch bereits Beschwerden, dass Anleger nur unzureichend über die Risiken eines Frankenkredits und die Funktionsweise von Stop-Loss-Ordern aufgeklärt wurden.

Die meisten Analysten raten zum Ausstieg aus den Frankenkrediten. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) empfiehlt insbesondere Betroffenen von Verkaufsverlusten aus Stop-Loss-Ordern, ihre Ansprüche gegenüber den Banken zeitnah zu überprüfen und gegebenenfalls rechtlich einzufordern.

Wie lege ich mein Geld richtig an?

Grundsätzlich richtet sich die Wahl der Anlageform nach den finanziellen Möglichkeiten des Anlegers, nach seinen Liquiditätsbedürfnissen und seiner Risikobereitschaft. Bausparen beginnt schon bei 20 Euro pro Monat, Gold ist an keine Untergrenzen gebunden. Für Anleihen, Aktien oder Fonds sollte man rund 4.000 Euro zur Verfügung haben. Bei Immobilien unterscheidet man Immobilien zur Eigennutzung und reine Anlageimmobilien. Jede Anlageform - ausgenommen dem Sparschwein - ist auch mit Kosten verbunden, die bei der Finanzplanung berücksichtigt werden müssen. Auch ein vorzeitiger Ausstieg aus einer Anlageform kann hohe Kosten mit sich bringen.

Wo sind die besten Renditen möglich?

Die besten Renditen können derzeit mit Zertifikaten oder Investitionen in Fremdwährung erzielt werden. Beide Anlageformen erfordern jedoch große Fachkenntnis. Auch Anleihen, Aktien und Immobilien - insbesondere Grundstücke - können sehr gute Erträge bringen, sollten aber auch nicht ungeprüft erworben werden. Denn wo besonders hohe Renditen locken, ist meist auch das Risiko sehr hoch - das hat die Entwicklung des Franken-Kurses gezeigt.

Wie kann man die Sicherheit von Anlageformen beurteilen?

Der Wert von Aktien wird von der wirtschaftlichen Entwicklung eines Unternehmens bestimmt, dessen Wert sich wiederum im Börsenkurs manifestiert. In beiden Fällen sollte man vor einer Investition jedenfalls Rat bei den Experten seiner Hausbank suchen. Immobilien bieten fast immer eine sehr hohe Sicherheit. Und natürlich sind sämtliche Sparformen, nicht zuletzt dank der österreichischen Einlagensicherung von Bankguthaben bis zu 100.000 Euro, extrem sicher.

Wovon sollte man auf jeden Fall die Finger lassen?

Keine hohe Rendite ohne hohes Risiko! Daher sollte jeder Anleger genau kalkulieren und überlegen, wie hoch seine Bereitschaft ist, im schlimmsten Fall seine gesamte Investition zu verlieren. Kommt man zu dem Schluss, dass ein Totalverlust finanziell nicht verkraftbar ist, so sollte man auch den verlockendsten Renditen widerstehen.

Was rät der Experte?

Markus Melms, Prokurist und Leiter der Wertpapierabteilung der Hypo Salzburg, sieht in Wertpapieren wie Wohnbauanleihen eine gute Alternative zu den allzu niedrig verzinsten Sparbüchern. Bei Aktien setzt er vor allem auf eine richtige Verteilung. Den Erwerb von Immobilien erachtet Markus Melms für die Eigennutzung fast immer als sinnvoll, während seiner Einschätzung nach bei Anlageimmobilien eher die Investition in Grundstücke profitabel sein kann. Für die Anlage kleinerer Vermögen hält Prokurist Melms auch Fonds durchaus für attraktiv. Außerdem empfiehlt er seinen Kunden, bis zu 10 Prozents des Vermögens in Gold anzulegen.