Sie haben acht Beine und sind für manche der Inbegriff von Ekel: Spinnen. Gerade im Herbst und Winter ziehen sie in Häusern ein. Wer sie am liebsten totschlagen möchte, sollte das aber überdenken, denn Spinnen sind äußerst nützlich. Wir verraten, warum und welche Methoden es gibt, sie loszuwerden.

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"Spinnen im Haus sind kein schlechtes Zeichen", sagt Danilo Harms vom Centrum für Naturkunde der Universität Hamburg. Im Gegenteil: Wenn sie in die Wohnung krabbeln, bedeutet das, dass sie dort gute Lebensbedingungen, das heißt ein gutes Raumklima, vorfinden.

Der Vorteil: "Spinnen sind Räuber. Sie fressen Fliegen, Kellerasseln und Mücken. Sie reinigen das Haus also von Ungeziefer." Das macht sie zu Nützlingen, sagt Harms. Er leitet im Centrum für Naturkunde die Abteilung für Arachnologie. Arachnologie ist die Wissenschaft von Spinnentieren. Entgegen landläufiger Meinung zählen Spinnen nämlich nicht zu den Insekten, sie bilden im Tierreich eine eigene Klasse: die der Spinnentiere.

Was bedeutet es, wenn viele Spinnen im Haus sind?

"Wenn es in einem Haus viele Spinnen gibt, heißt das, dass es auch viele Insekten gibt", sagt Harms. Spinnen krabbeln dorthin, wo sie Nahrung und Schutz vor Kälte finden. Wer Insekten mit Gittern an Fenstern und Türen am Hineinkrabbeln und -fliegen hindert, hindert auch ihre achtbeinigen Fressfeinde am Einzug.

Denn so nützlich Spinnen sind: Sie hinterlassen auch unangenehme Spuren. Wo sie leben und Ungeziefer vertilgen, setzen sie Kot in Form von kleinen, dunklen Kügelchen ab. Hausbesitzer ekeln sich darüber hinaus oft vor den ausgesaugten Insekten, Spinnennetzen oder den abgestreiften Häuten der Tiere. Manche mögen aber die Spinnen an sich auch einfach nicht.

Krabbeln auch gefährliche Spinnen ins Haus?

Dabei gibt es eigentlich keinen Grund sich vor den kleinen Krabblern zu fürchten, sagt Harms. Die einzige Spinne, deren Biss beim Menschen eine spürbare Wirkung erzielt, ist ihm zufolge der Dornfinger. Er sei jedoch weder giftig noch in Wohnungen anzutreffen.

Ein häufiger Mitbewohner hierzulande ist hingegen die Zitterspinne, die aufgrund ihrer langen, dünnen Beine oft mit dem Weberknecht verwechselt wird. Während sich der Weberknecht aber nur selten in Wohnräume verirrt, fühlt sich die Zitterspinne dort sehr wohl. Ihren Namen verdankt sie einer Überlebensstrategie, sagt Harms. Fühlt sie sich bedroht, schwingt sie in ihrem Netz hin und her, um ihre Feinde zu irritieren.

Warum tauchen Spinnen plötzlich in der Badewanne auf?

In dunklen Kellern, Garagen, aber auch hinter Möbeln lauert die Winkelspinne auf Beute. Weil allein ihr Körper – je nach Art – bis zu 16 Millimeter werden kann, erschreckt ihr Anblick viele. Winkelspinnen zählen zu den Webspinnen. Einige Webspinnen-Arten, die sich in Gebäuden wohlfühlen, – zum Beispiel die Große Winkelspinne oder die Hauswinkelspinne – werden gemeinhin zu den sogenannten Hausspinnen gezählt.

Oft werden Winkelspinnen morgens etwa in der Badewanne entdeckt. Dabei handelt es sich fast immer um Männchen, sagt Harms. "Sie laufen auf der Suche nach einem Weibchen nachts umher und manchmal verirren sie sich auf ihrem Weg."

Welche Möglichkeiten gibt es, um Spinnen loszuwerden ohne sie zu töten oder chemische Mittel zu verwenden?

Egal ob gefährlich oder nicht: Wer sich vor Spinnen ekelt, für den gibt es Lösungen. Wer zum Beispiel am Morgen in der Badewanne ein Tier findet, kann ein Glas verkehrt herum darüber stülpen und anschließend ein Blatt Papier darunter schieben. Ist das Gefäß mit der Spinne verschlossen, kann sie nach draußen gebracht und dort in die Freiheit entlassen werden.

In Staubsaugern verenden die Tiere, sagt Harms. Entweder durch den starken Sog oder durch einen Mechanismus, der sie am wieder Herauskrabbeln hindert. Alternativ gibt es sogenannte Spinnenfänger, mit denen Spinnen leben gefangen und ins Freie gebracht werden können.

Verwendete Quellen:

  • Interview mit Dr. Danilo Harms vom Centrum für Naturkunde der Universität Hamburg
  • Naturschutzbund Deutschland: Jagdrevier Badezimmer: Die Große Winkelspinne im Porträt.
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