Ob Beförderung, Jobwechsel oder das schnelle Beschaffen von Informationen, gute Kontakte öffnen im Berufsleben viele Türen. Der persönliche Auftritt und die Fähigkeit zur Kommunikation sind heute fast genauso wichtig wie die berufliche Qualifikation. Das Knüpfen neuer Kontakte und das Pflegen guter Beziehungen sind dafür unerlässlich. So klappt's mit dem Netzwerken.

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Nicht allen Menschen fällt es leicht mit anderen ins Gespräch zu kommen und sich ein Netzwerk an beruflichen Kontakten aufzubauen. Vor allem schüchterne Personen kostet das viel Überwindung.

Das ist aber kein Grund zur Sorge. Wenn es im Berufsleben darum geht, fremde Personen anzusprechen, haben viele Menschen Hemmungen, den ersten Schritt zu machen.

"Man ist damit nicht allein, denn etwa 80 Prozent der Leute tun sich mit Smalltalk schwer. Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass mein Gegenüber auch zu diesen Personen zählt," sagt Carolin Lüdemann, Juristin und Business-Coach, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Kontakte knüpfen zur Routine machen

Die gute Nachricht: Smalltalk und Netzwerken kann man lernen. Übung macht auch hier den Meister. Es lohnt sich kleine Situationen zu nutzen, z. B. fremde Kollegen auf dem Flur oder im Aufzug in die Augen zu gucken und zu grüßen, vielleicht ergibt sich dann auch mal ein kurzes Gespräch. Je öfter man solche Situation durchlebt, desto schneller verliert man die Angst davor. Irgendwann wird es zur Gewohnheit, offen auf andere zuzugehen.

Beim Sommerfest oder der nächsten Fortbildung kann man dann den Kontakt zu Kollegen aus anderen Abteilungen suchen oder sogar mit dem Chef am Buffet smalltalken.

Wer sich traut, hebt sich von anderen ab und bleibt in der Regel auch in guter Erinnerung.

Sich aus Angst zurückzuziehen und Gespräche sogar zu meiden, wäre genau das falsche Verhalten. Soziale Kompetenz ist heutzutage ein wichtiger Faktor für beruflichen Erfolg.

So gelingt der Gesprächseinstieg

Wie der ideale Gesprächseinstieg aussieht? Lüdemann rät zu folgender Methode: "Statt ein Gespräch über Fragen zu beginnen, lieber ein Angebot zum Gespräch machen. Fragen sind schwierig, weil wir unserem Gegenüber damit das Thema vorgeben. Geschickter ist es etwas aus den Gegebenheiten zu machen und zum Beispiel etwas über die Veranstaltung oder die Location zu sagen. Darauf wird der andere dann sehr wahrscheinlich reagieren und schon unterhält man sich."

Um Nervosität zu überwinden, hilft es sich auf Gespräche vorzubereiten. Denn Vorbereitung gibt Sicherheit. Wer sich vorab Gedanken zur Veranstaltung oder der Person macht, die man ansprechen möchte, bringt den Gesprächseinstieg vor Ort leichter über die Lippen. Gerade über Gemeinsamkeiten oder gleiche Interessen lässt sich auch im Berufsleben schnell eine Basis finden.

Nicht jedes Thema ist geeignet

Konfliktträchtige Themen, wie Politik oder Religion, sollte man besser umgehen. "Positives erzeugt mehr Sympathie und auch mehr Reaktion. Und wir umgeben uns einfach lieber mit Menschen, die positiv sind," erklärt die Karriere-Expertin.

Gute Kontakte können im Berufsleben in vielerlei Hinsicht nützlich sein, deshalb ist es wichtig sie auch zu pflegen. Bei einem Mittagessen kann man sich beispielsweise in Ruhe austauschen und nach und nach auch private Dinge ansprechen. Wer individuelle Fragen stellt, sich etwa nach dem neuen Projekt oder dem geplanten Urlaub erkundigt, beweist ernsthaftes Interesse, das stärkt die Beziehung.

Schüchternheit ist Typsache

Wie kommt es eigentlich, dass manche Menschen schüchtern sind und andere nicht? Schüchternheit ist eine Charaktereigenschaft und Typsache. Nicht jeder plaudert gerne und erzählt viel von sich. Zurückhaltendes Verhalten kann aber aus dem privaten Umfeld erlernt sein oder aus der Angst vor Ablehnung entstehen.

"Wenn wir auf jemand Neues treffen, setzen wir uns dem Urteil dieser Person aus. Das fällt uns schwer, da wir den Wunsch haben dazuzugehören und anerkannt zu werden und in dem Moment gehen wir ein Risiko ein", erklärt Lüdemann.

Es lohnt sich über seinen Schatten zu springen, denn jede Erfahrung bringt einen weiter. Auch wenn es mal nicht so gut läuft, ist das kein Grund aufzugeben. Nicht mit jedem kann man auf einer Wellenlänge sein.

Wer offen ist und mit einer gesunden Gelassenheit an die Sache ran geht, wird beim Smalltalken schnell Erfolg haben. "Man sollte es sich nicht unnötig kompliziert machen. Tatsächlich ist der andere oft einfach nur froh, wenn man etwas sagt, auch wenn es nur ums Wetter geht," sagt Lüdemann.

Verwendete Quelle:

  • Interview mit Carolin Lüdemann, Juristin und Business-Coach
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