Irgendwann ist ja immer das erste Mal. Beispielsweise dann, wenn das Kind das erste Mal sturzbetrunken oder mit Drogen zugedröhnt nach Hause kommt. Wie sollen Eltern darauf reagieren?

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Der Impuls, eine Gardinenpredigt zu halten, ist sicher groß. "Doch Schimpfen hilft gleich schon mal gar nicht", warnt Ulric Ritzer-Sachs von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.

Egal ob besoffen oder bekifft - der Nachwuchs ist in dem Moment überhaupt nicht in der Lage, klar zu sehen oder zu hören. "Man sollte dem Kind einen Eimer in die Hand geben und klar machen, dass man jetzt nicht darüber reden möchte, sondern morgen", so der Pädagoge.

Anders sieht es allerdings aus, wenn man den Eindruck hat, dass das Kind eine Alkoholvergiftung hat. Dann heißt es: Ab ins Krankenhaus! Das sollte man aber nicht als Strafe tun, unter dem Motto "So, jetzt wirst du sehen, was du davon hast".

Reden ist wichtig

Wenn dann der Rausch am Tag darauf vorüber ist und das Kind wieder nüchtern, sollte geredet werden. "Ich würde nicht gleich mit Vorwürfen starten, sondern fragen: "Was war denn los?". "Was können wir tun, damit das nicht wieder passiert?"", rät Ritzer-Sachs.

Treten heftige Vorfälle dieser Art öfter auf, rät Ritzer-Sachs, sich Hilfe von außen zu holen, etwa bei einer Drogen- oder Erziehungsberatungsstelle. "Denn es gibt keinen Drogenkonsum ohne Kriminalität", warnt der Erziehungsexperte.  © dpa

Jeder 20. Todesfall geht auf Alkohol zurück - und doch trinken die Menschen immer mehr davon, wie eine groß angelegte Studie zeigt. Je nach Land gibt es jedoch große Unterschiede, abhängig von Gesundheitspolitik, Religion und wirtschaftlicher Situation.