Brenner Basistunnel: So geht das Mammutprojekt voran

20 Meter am Tag trotzen die Baumeister dem Brenner ab. Nun ist Halbzeit bei den Bauarbeiten des Weltrekordprojekts.

Es ist Halbzeit beim spektakulärsten Tunnelprojekt der Welt: dem Brenner Basistunnel, der Österreich mit Italien verbinden wird.
Derzeit wird an vier Baustellen gebaut: zwei auf österreichischem und zwei auf italienischem Staatsgebiet.
Die vier Zufahrtstunnel in Ampass, Ahrental, Wolf und Mauls sind bereits fertig. (Bild: Tunnel-Chef Konrad Bergmeister)
Insgesamt wird die Länge der beiden Hauptröhren, des Erkundungsstollens, der Verbindungs- und Zufahrtswege 230 Kilometer betragen - auch das ist Weltrekord.
Seit zehn Jahren läuft das Mammutprojekt. In rund zehn Jahren soll es fertig sein. (Bild: Projektleiter Andrea Lussu)
Rund zehn Milliarden Euro kostet das Projekt. Kein anderes wird so stark von der EU gefördert: Vier Milliarden Euro steuert Brüssel bei.
Mit 1.600 Tonnen Druck fräsen sich die gewaltigen Tunnelbohrmaschinen am Tag bis zu 20 Meter durch den Berg. (Bild: Modell eines Fräskopfs)
Neben den zwei Hauptröhren, den vier Zufahrtstunneln und dem Erkundungsstollen gibt es Querschläge und Nothaltestellen. Die Hauptröhren sind je 8,1 Meter breit und liegen 70 Meter auseinander. Dazwischen verlaufen Verbindungsröhren.
Der durchgehende Erkundungsstollen befindet sich zwischen den beiden Hauptröhren, allerdings zwölf Meter darunter. Er gibt Aufschluss über die Beschaffenheit des Gebirges und soll so Kosten sparen helfen. Nach Inbetriebnahme des Tunnels dient er zur Entwässerung.
Dazu verläuft der Tunnel nicht brettleben: Ein Gefälle von 0,4 Prozent auf der Südseite und 0,7 Prozent auf der Nordseite lässt Wasser - etwa von regennassen Zügen - leichter abfließen. Der höchste Punkt liegt auf 790 Metern über dem Meer: 581 Meter tiefer als der Brennerpass (1.371 Meter).
2026 soll der Basistunnel eröffnet werden. Für Zugreisende wird er besonders attraktiv sein: Die Fahrzeit zwischen Innsbruck und Franzensfeste in Südtirol verringert sich von 90 auf 25 Minuten. (Bild: leere Sitze in einer Rettungskabine)