Dieses Baby hat Seltenheitswert: In Wien ist ein Bärenstummelaffe zur Welt gekommen. Er gehört zu den bedrohten Arten.

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Drei Tage ist dieser neue Wiener alt: Bei den Bärenstummelaffen im Tiergarten Schönbrunn hat es am Freitag erstmals Nachwuchs gegeben. Eine kleine Sensation - die Affenart gilt nämlich als bedroht.

Bärenstummelaffe
Das Kleine bekommt erst im Alter von drei Monaten ein dunkleres Fell

Das Jungtier ist etwa 400 Gramm schwer und klammert sich an seiner Mutter Kwaku fest. "Kwaku kümmert sich fürsorglich und das Kleine trinkt brav. Derzeit schaut alles gut aus“, sagt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Mit dabei sind noch der Vater Harper und Pam, die Tante des Affenbabys.

Welches Geschlecht das Baby hat, konnten die Tierpfleger noch nicht erkennen. Wenn es ein Weibchen ist, soll es den Namen "Marie" bekommen - als Andenken. Denn genau einen Tag vor der Geburt des Kleinen ist das 20-jährige Bärenstummelaffen-Weibchen Marie altersbedingt verstorben.

Bärenstummelaffen haben ein glänzendes schwarzes Fell. Nur an den Schultern und rund um das Gesicht sind die Haare grau. Der lange Schwanz, der ihnen beim Springen durch die Bäume als Steuerungselement dient, ist weiß gefärbt.

Ganz anders sieht das Jungtier aus. "Bei der Geburt ist das Fell der Bärenstummelaffen weiß", erklärt Schratter. "Erst im Alter von etwa drei Monaten bekommen sie ein schwarzes Fell wie die erwachsenen Tiere."

Auf der Roten Liste als "gefährdet" eingestuft

Bärenstummelaffen bewohnen die Regenwälder Westafrikas von Gambia bis zur Elfenbeinküste. Die tagaktiven Affen verbringen ihr Leben in den Wipfeln der Bäume und sind auf Blattnahrung spezialisiert. Die Art steht als "bedroht" auf der Roten Liste: Der Mensch verdrängt die Affen zunehmend aus ihrem Lebensraum. Ein weiteres Problem ist die Jagd.

2012 sind die Bärenstummelaffen in das wiedereröffnete historische Affenhaus gezogen. In Zoos werden sie nur selten gehalten. Der Tiergarten Schönbrunn beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP). (ank)