Die meisten Redewendungen erzeugen Bilder im Kopf, um einen Sachverhalt zu veranschaulichen. Der Spruch "Die Kuh ist vom Eis" ist so ein geflügeltes Wort. Doch was genau hat es damit auf sich?

Mit Redewendungen lassen sich bestimmte Situationen bildlich darstellen und verdeutlichen. "Die Kuh ist vom Eis" ist ein sehr anschauliches Bild und meint, dass ein Problem gelöst oder eine schwierige Situation überwunden ist.

Soweit so gut – bleibt die Frage, wie dieses geflügelte Wort entstanden ist.

Die Kuh muss zunächst vom Eis geholt werden

Um zu verstehen, was es damit auf sich hat, hilft ein kleiner Exkurs: Eine alte Redewendung ist: "Die Kuh vom Eis holen (schieben/ziehen/kriegen/führen)".

Sie bedeutet, ein besonders heikles Problem muss gelöst werden. Jemand muss sich etwa aus eigener Kraft aus einer unangenehmen Situation oder schwierigen Lage befreien.

Wurde eine Lösung gefunden, ist "die Kuh vom Eis".

Das Problem mit der Kuh

Heinz Küppers Wörterbuch der deutschen Umgangssprache erklärt die Herkunft dieser Redewendungen mit der Notwendigkeit, eine Kuh, die sich im Winter auf einen zugefrorenen See oder Fluss verirrt hat, zu retten.

Der Bauer ist auf das Tier angewiesen – weil es ihm Milch oder Fleisch liefert, das er verkaufen kann.

Da eine Kuh bis zu 800 Kilo schwer wird, ist die Gefahr groß, dass das Eis unter ihr nachgibt und sie ertrinkt. Der Landwirt muss also schnell und umsichtig handeln, um sie zu retten.

Die Redensart kam Küpper zufolge um 1965 auf. Sie hat sich bis heute gehalten und lässt sich auf viele Themengebieten wie Politik, Wirtschaft oder Rechtsstreitigkeiten anwenden.

Ein Beispiel: CDU/CSU und SPD haben sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Die Kuh ist vom Eis und endlich kann eine neue Regierung gebildet werden.  © 1&1 Mail & Media / CF