Die Redewendung "Den Löffel abgeben" bedeutet in der Regel, dass jemand stirbt oder gestorben ist. Das ist allerdings nicht die einzige Bedeutung.

Das Gemüse von unten betrachten, das Zeitliche segnen, ins Gras beißen oder in die ewigen Jagdgründe eingehen – für das Sterben gibt es verschiedene Phrasen. Die Redewendung "den Löffel abgeben" ist eine davon.

Der eher umgangssprachliche und saloppe Ausdruck "Den Löffel abgeben" stammt aus dem Mittelalter.

Damals war der Löffel – meist bestand er aus Holz – ein wichtiger Besitz, der ständig mitgeführt wurde.

In der Regel wurde er an einem Band um den Hals oder am Gürtel getragen. Manchmal waren sogar kleine Besitzmarken in das Holz geschnitzt.

Verstarb nun der Älteste einer Familie, wurde dessen Löffel an den Jüngsten vererbt – er gab sprichwörtlich den Löffel ab.

Redensart hat weitere Bedeutung

Eine Ausnahme bildete der Schwarzwald. Hier wurde der Löffel nicht vererbt. Stattdessen war es üblich, ihn nach dem Tod seines Besitzers an die Wand des Bauernhauses zu hängen.

Außerdem bekamen Knechte von den Bauern für die Dauer ihres Dienstes einen Löffel geliehen. Zogen die Knechte weiter, mussten sie diesen Löffel wieder abgeben.

Das Abgeben des Löffels kann zudem als Zeichen von Machtverlust aufgefasst werden. So gaben Bäuerinnen oder Hofherrinnen, die sich im Mittelalter zur Ruhe setzten, ihren Löffel ab – und zwar an die jüngere Generation. Meist nahm die Schwiegertochter ihre Position ein.

Demnach kann diese Redewendung sowohl fürs Sterben als auch für Machtverlust gedeutet werden.  © 1&1 Mail & Media / CF