Corona, Inflation, Kriege: Eine Krise jagt die nächste. Doch es gibt immer auch gute Nachrichten – in diesem Monat unter anderem eine Studie, die die Angst vor dem Älterwerden nehmen kann, und eine mögliche Lösung für das Problem der Trinkwasserknappheit.

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Je oller, desto glücklicher?

Die Angst vor dem Alter beschert zahlreichen Branchen Milliardenumsätze – Faltenbehandlungen, Anti-Aging-Nahrungsergänzungsmittel, operative Eingriffe. Alt aussehen muss mittlerweile niemand mehr, wenn das nötige Kleingeld vorhanden ist. Angst vor dem Älterwerden muss man auch nicht unbedingt haben, glaubt man einer neuen deutsch-schweizerischen Studie.

Um herauszufinden, in welchem Alter Menschen sich am glücklichsten fühlen, befragten die Forscher mehr als 460.000 Personen aus verschiedenen Kulturen und Ländern. Der Fokus lag bei der Befragung auf drei Säulen: der allgemeinen Lebenszufriedenheit, positiven und negativen Gefühlszuständen. Das Ergebnis: Mit 70 Jahren fühlten sich die meisten Befragten am glücklichsten. Danach lässt die Lebenszufriedenheit leider bei vielen wieder nach. Trotzdem: Die Ergebnisse sind doch ein guter Grund, um sich auf die große 70 zu freuen, oder?

Klimaschutz als Argument fürs Homeoffice

Was von vielen Arbeitgebern lange als nicht umsetzbar gehandelt wurde, entpuppte sich während der Corona-Pandemie als sehr wohl machbar: flexible Arbeitsmodelle. Viele Arbeitnehmer lernten während dieser Zeit das Homeoffice zu schätzen – mehr Freizeit durch entfallene Fahrten, in der Pause können Dinge des Alltags erledigt werden und wenn man möchte, lässt man die Jogginghose während eines Videocalls an. Gemütlich.

Doch längst haben viele Unternehmen ihre Angestellten zurück ins Büro beordert – nicht immer zur Freude der Angestellten. Viele Arbeitnehmer möchten die neue Flexibilität nicht mehr missen. Dass zufriedenere Mitarbeiter sich positiv auf das Betriebsklima auswirken, zählt für hartgesottene Vertreter des Arbeitens vor Ort oft nicht. Vielleicht stimmt Arbeitgeber, die auf ein klimaneutrales Unternehmen hinarbeiten, eine neue Studie zum Thema Homeoffice und Klimaschutz um.

Wer im Homeoffice arbeitet, hinterlässt einen bis zu 54 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck als Arbeitnehmer, die vor Ort arbeiten, so das Ergebnis einer Studie der Cornell University (USA) und von Microsoft. Hauptfaktoren sind Anreise und Abreise sowie der Stromverbrauch im Büro. Wie stark letztlich jeder einzelne das Klima durch Remote-Arbeit schont, hängt natürlich von verschiedenen Faktoren wie dem persönlichen Lebensstil und der Art der Arbeit ab – und davon, wie häufig die Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten:

  • Ein Tag Homeoffice pro Woche spart etwa 2 Prozent CO2 ein.
  • Zwei bis vier Tage pro Woche Homeoffice verringern den CO2-Fußabdruck um 11 bis 29 Prozent.
  • 100 Prozent Homeoffice verringert den CO2-Abdruck um bis zu 54 Prozent.

Hier gibt es einige Stellschrauben: Arbeiten etwa alle hybriden Arbeitnehmer zeitgleich zusammen vor Ort, kann Energie gespart werden bei Heizung und Beleuchtung. Um das klimafreundliche Remote-Arbeitsmodell zu ergänzen, sollten außerdem Anreize geschaffen werden, klimafreundliche Transportmittel zu nutzen. Zudem sollten Gebäude und elektronische Geräte auf Energieeffizienz überprüft werden.

Einen gegenläufigen Faktor gibt es aber: Eine Erkenntnis der Studie ist, dass bei überwiegender Arbeit im Homeoffice private Fahrten, etwa zwecks Freizeitaktivitäten, an Bedeutung zunehmen. Wer als Homeoffice-Verfechter stolz auf die eigene gute Klimabilanz ist, sollte sich diese nicht durch unnötige Autofahrten vermiesen und öfter aufs Rad steigen oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen.

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Nierenfreundlicher als Fleisch: Protein aus Pflanzen

Ob so mancher Fleischliebhaber vielleicht doch lieber mal eine schmackhafte Alternative in die Pfanne haut, wenn er die Ergebnisse einer neuen Studie aus Südkorea liest? Eine höhere Aufnahme von pflanzlichen Proteinen senkt offenbar das Risiko für eine chronische Nierenerkrankung (CKD) um rund zehn Prozent.

Das haben Wissenschaftler der Yonsei University herausgefunden, indem sie 117.809 Gesundheitsdaten von Menschen aus der UK Biobank auswerteten. Während der Nachbeobachtungszeit hatten 3.745 Probanden eine chronische Nierenkrankheit entwickelt. Diejenigen, die regelmäßig zu Eiweiß aus pflanzlichen Quellen griffen, erkrankten seltener.

Da die Angaben der Biobank-Probanden bezüglich ihrer Ernährung unvollständig sein können, sind weitere Studien nötig. Die Ergebnisse der Studie deuten jedoch stark darauf hin, dass ein höherer Verzehr von pflanzlichem Eiweiß die Nierengesundheit fördern kann.

Klimafreundliche Trinkwassergewinnung aus Meerwasser

Weltweit haben laut UN-Wasserbericht zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu gereinigtem Trinkwasser. Dürren verschärfen die Problematik. Übrigens auch in Deutschland: Im besonders von der anhaltenden Trockenheit betroffenen Brandenburg werden bereits Strategien besprochen, um die Wasserversorgung zu gewährleisten – durch Fernleitungen etwa.

An Wasser mangelt es so gesehen weltweit nicht. Allerdings sind 97 Prozent des vorhandenen Wassers ungenießbares Salzwasser. Forscher der Monash University in Australien haben bereits im Jahr 2020 eine Technologie entwickelt, mit der Meerwasser besonders klimafreundlich in wenigen Minuten in sauberes Trinkwasser umgewandelt wird.

Im Vergleich mit anderen Entsalzungsverfahren – thermische Verdunstung oder Umkehrosmose, für die viel Energie oder Chemikalien verwendet werden müssen etwa – ist die von Professor Huanting Wang und seinem internationalen Team entwickelte Methode nachhaltiger.

Für die Entsalzung nutzen sie Sonnenlicht und ein besonderes Material namens metallorganische Gerüstverbindung (MOF). Dieses zieht Verunreinigungen und Salz an und bindet die Stoffe an seiner Oberfläche. Zur Wiederverwendung werden die photoreaktiven metallorganischen Gerüstverbindungen gesäubert, indem sie mit Sonnenlicht bestrahlt werden. Dadurch werden die gebundenen Salzionen nach wenigen Minuten wieder freigegeben.

Verwendete Quellen:

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