Hiobsbotschaften pflastern die Nachrichtenlandschaft. Wie wäre es mit etwas Abwechslung in Form von erfreulichen Nachrichten? Spannendes hat sich etwa in der Transplantationsmedizin getan und eine Studie zeigt erneut die potenziell positiven Auswirkungen der Natur auf die Gesundheit – hier sind die guten News des Monats.

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New Yorker Ärzte transplantieren komplettes Auge

Durch einen schweren Hochspannungsunfall bei der Arbeit wurde der 46-jährige US-Militärveteran Aaron James aus Arkansas schwer entstellt. Bei dem Unfall erlitt er Verbrennungen und verlor das linke Auge.

Einem Chirurgenteam des NYU Langone Health Klinikums in New York ist es gelungen, seinem Gesicht durch eine Teiltransplantation eines Spenders wieder eine Form zu geben. Bei der Transplantation wurde erstmals in der Geschichte auch das ganze Auge des Spenders transplantiert.

Ob der Patient auf dem transplantierten Auge eines Tages sehen wird, ist noch nicht sicher. Dennoch bewerten die Mediziner die Transplantation positiv: Das Auge sei rund ein halbes Jahr nach der Transplantation in einem bemerkenswert gesunden Zustand. Auch die Netzhaut, deren lichtempfindliche Zellen Signale über den Sehnerv an das Gehirn weiterleiten, sei durchblutet. Die Chirurgen erwarten durch den Durchbruch eine Vielzahl von neuen Möglichkeiten in der Sehtherapie und in verwandten medizinischen Bereichen.

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Naturnahe Umgebung lässt die Zellen langsamer altern

Dass ein naturnahes Umfeld und Trends wie Waldbaden sich positiv auf die Gesundheit auswirken können, haben zahlreiche Studien belegt. Neue Forschungsergebnisse deuten nun darauf hin, dass Zeit im Grünen sogar die Zellalterung verlangsamen kann. Die bei "Science of the Total Environment" veröffentlichte Studie hat ergeben, dass es offenbar einen Zusammenhang zwischen einer begrünten Nachbarschaft und der Länge der Telomere gibt.

Telomere sind die Enden von Chromosomen. Teilt sich eine Zelle, werden die Telomere dabei kürzer. Ist eine kritische Länge der Telomere erreicht, hört die Zelle auf zu wachsen oder leitet ihr eigenes Absterben ein. Daher sind Telomere von Neugeborenen länger als die von Senioren. Bei der Auswertung von Daten aus der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) stellten die Forscher unter Berücksichtigung von individuellen Risikofaktoren fest, dass eine vermehrte Exposition im Grünen mit längeren Telomeren in Verbindung steht.

Doch Grün ist nicht gleich Grün, auch das fanden die Wissenschaftler heraus: Menschen, die trotz begrünter Umgebung starker Umweltverschmutzung ausgesetzt sind oder soziale Ausgrenzung erfahren, profitieren nicht von der positiven Wirkung, die die Natur unter idealen Bedingungen auf die Zellen hat.

Mini-Wald in Mannheim für mehr Umweltschutz

Miyawaki heißen kleinste Wälder auf urbanem Raum in Japan, benannt nach ihrem Erfinder, dem Ökologen Akira Miyawaki. Auch in Deutschland entstehen immer mehr urbane Mini-Wälder. In Berlin etwa, wo der Verein "Tiny Forest Berlin" sogenannte Nano-Wälder pflanzt. Bald soll so ein kleiner Wald mit Unterstützung der lokalen Initiative der Bürger-Interessen-Gemeinschaft Lindenhof auch im Mannheimer Stadtteil Lindenhof entstehen.

In Mannheim, einer der am stärksten von Bodenversiegelung und Hitze betroffenen Städte Baden-Württembergs, heißt das geplante Wäldchen Tiny Forest oder einfach Mini-Wald. Dieser soll Vögeln und Insekten Lebensraum bieten und einen kleinen Beitrag zur Entsiegelung und Abkühlung der Stadt leisten.

Die kleinen Wälder können auch zum Lärmschutz beitragen und als urbane Grünfläche eine positive Wirkung auf die Gesundheit von Anwohnern haben. Zudem werden die grünen Oasen in der Stadt gerne zu Bildungszwecken und für Citizen-Science genutzt, also Forschung durch die Mithilfe von interessierten Laien, die beispielsweise Bodenproben sammeln oder Pflanzen und Tiere dokumentieren.

Verwendete Quellen

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