Mit einem verrückten Projekt macht Nissan auf sich aufmerksam: Mithilfe von JLB Design Ltd. und Sony entstand der 542 PS starke Nissan GT-R /C, der mit einem handelsüblichen Playstation-Controller über den Rundkurs von Silverstone gejagt wurde. Der Fahrer saß dabei in einem Helikopter.

Nissan hat einen echten Jungs-Traum wahr werden lassen: Zusammen mit Sony und JLB Design Ltd. haben die Japaner ein ferngesteuertes Auto in voller Lebensgröße entwickelt. Glücklicher Fahrer des Vorhabens: der Nismo-Pilot Jann Mardenborough, der 2011 die Nissan GT Academy gewann. Der zum Einsatz kommende Nissan GT-R mit dem damaligen, 542 PS starken V6-Biturbomotor von 2011 wurde dazu aufwendig umgebaut und mit vielen Stellmotoren und ganzen sechs Computern im Kofferraum ausgerüstet. Die Robotertechnik übernimmt dabei Lenkung, Kraftübertragung, Brems- und Gaspedal.

Nissan GT-R /C in Silverstone über 200 km/h schnell

Gesteuert wird das 1:1-Modell über einen herkömmlichen DualShock 4 Controller der Playstation. Er ist mit einem Mikrocomputer verbunden, der jeden Tastendruck interpretiert und an die Empfangssysteme des Rennwagens weiterleitet. Die Fernsteuerung soll dabei eine Reichweite von bis zu einem Kilometer haben. Die ist auch nötig: Denn Nissan setzte den Rennfahrer kurzerhand in einen Helikopter, damit er den GT-R /C optimal über den Kurs steuern konnte. Im Cockpit des Helis sitzend, hatte der Rennfahrer mit Blick auf das LCD-Display für die Geschwindigkeitsanzeige die Aufgabe, die Strecke möglichst schnell zu absolvieren.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit einer Maximalgeschwindigkeit von über 200 km/h scheuchte er den RC-Nissan über die 2,6 Kilometer lange Rennstrecke. Die Zeit stoppte bei respektablen 1:17,47 Minuten. Durchschnittsgeschwindigkeit: 122 km/h. Selbst im Vergleich zu einem Rennwagen mit Fahrer hinter dem Steuer kann sich die Runde sehen lassen: Hier liegt das durchschnittliche Tempo laut Nissan bei 134 km/h. Für den Fall, dass der Fahrer doch einmal die Kontrolle über den GT-R /C verlieren sollte, wurden zwei unabhängige Sicherheitssysteme im Fahrzeug installiert. Außerdem können zwei Techniker über andere Funkfrequenzen das ABS betätigen oder den Motor ausschalten.

Racing-Game trifft Motorsport

Für Testlenker Mardenborough selbst hätte die Fahrt nicht amüsanter sein können: "Diese Fahrt war eine einmalige Erfahrung, wirklich beeindruckend. Der GT-R /C hat meine beiden Welten zusammengeführt – die virtuelle Gaming-Welt mit der realen Motorsport-Welt. Und das in einer Art und Weise, die ich niemals für möglich gehalten hätte", sagte der 26-Jährige nach der Fahrt. Der Anlass für das tollkühne Experiment war laut Nissan die 20-jährige Partnerschaft zwischen dem japanischen Autohersteller und der Gran Turismo Serie sowie der Marktstart des neuen Rennspiels Gran Turismo Sport am 18. Oktober 2017.  © 1&1 Mail & Media / CF