• Von einem Tag auf den anderen will das Auto einfach nicht mehr anspringen.
  • Wer so plötzlich Probleme mit seinem Wagen hat, der sollte ihn auf einen Marderschaden prüfen.
  • Speziell im Frühling und Frühsommer verursachen Marder häufiger als sonst Schäden an Autos.
  • Maschendraht, Elektroschocks oder Motorwäsche - was hält die pelzigen Nager fern?

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Nicht startende Motoren, Fehlermeldungen im Cockpit, Pfützen unter dem Auto - ein Blick unter die Motorhaube und ein böses Erwachen in Form von zernagten Schläuchen, zerfledderten Dämmmatten und durchtrennten Zündkabeln stellt sich ein. Das Auto hatte in der Nacht zuvor vermutlich Besuch von einem Marder.

Wenn es noch nicht so weit gekommen ist, sind erste Hinweise auf einen Marderbesuch Uringeruch, Exkremente, Tierhaare oder Nahrungsreste in der Nähe des Autos. Pfotenspuren finden sich hingegen eher selten, weil die Tiere meist von unten in den Motorraum klettern.

So putzig die kleinen Tierchen auch aussehen mögen, Marder können ziemlich teuer werden. In ihrer Brunftzeit, von März bis Juni, sind die Marder besonders aktiv. Die Tiere nutzen Achsmanschetten oder den Motorraum eines Autos zuweilen als Unterschlupf oder verstecken dort Futter. Auch Jungtiere können den Motorraum als Spielplatz sehen und sich in dem Zuge dort zubeißend vergnügen.

Der Marder war schon da? Besser gründlich sauber machen

Wer Marderspuren am Auto entdeckt, sollte eine professionelle Reinigung des Motorraums in Betracht ziehen, um den Mardergeruch zu entfernen. Dies kann verhindern, dass in der Folgezeit andere Tiere durch die Duftspuren angelockt werden.

Zu regelrechtem Verbiss kann es nämlich dann kommen, wenn die Marder andere Artgenossen riechen. Sie wollen dann dessen "Bau" und alles, was nach dem Widersacher riecht, zerstören. Davon sind meist Autos betroffen, die wechselnd an unterschiedlichen Orten parken - aus der Sicht der Marder also in Revieren verschiedener Tiere stehen.

Wie kann man sich wirksam vor Marderattacken schützen?

Autofahrer sollten regelmäßig kontrollieren, ob ein Marder aktiv war, beispielsweise, wenn sie ohnehin Wasser in die Scheibenwaschanlage füllen oder den Ölstand überprüfen. Spätestens wenn es in der Nachbarschaft Marderschäden gegeben hat, sollten Kfz-Besitzer genau hinschauen, bevor es zu Schlimmerem kommt.

Ein Wundermittel, das den Marder vom Motorraum fernhält, gibt es nicht. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich das Risiko jedoch zumindest einschränken:

  • Kabelummantelungen: Autobesitzer, die sich den Ärger einer Panne und teurer Reparaturen ersparen wollen, können dem Marder das Zubeißen erschweren. Wirkungsvoll und günstig sind stabile Kabelummantelungen für gefährdete Bauteile aus dem Fachhandel. Die Ummantelungen für die Kabel als Nachrüstung in der Werkstatt können helfen, schützen aber keine Manschetten oder Dämmmaterialien.
  • Motorraum abschotten: Dies ist laut ADAC Empfehlung die beste und sicherste Methode. Schon ab Werk oder im Zubehör lassen sich mittlerweile für einige Autos Abschottungen für den Motorraum bestellen. So haben Marder von Anfang an keine Möglichkeit, ihre Beißlust an sensiblen Bauteilen auszulassen. Manche Autohersteller bieten solche Lösungen auch zum Nachrüsten an.
  • Maschendraht wirkt abschreckend: Der TÜV Süd rät als Vorsorge zum Marderschutz mit Maschendraht. Ein unter dem Motorraum und den Achsen platziertes Maschendrahtgitter schrecke die Tiere häufig ab. Mit ihren sensiblen Pfoten meiden sie solche Flächen. Nach der Brunftzeit von März bis Juni sollte das Gitter aber wieder verschwinden. Denn laut den Experten könnten die Tiere sich daran gewöhnen.
  • Lichtscheue ausnutzen: Die nachtaktiven, aber lichtscheuen Tiere kann auch ein Parkplatz in Laternennähe abhalten. Auf Privatparkplätzen oder Carports kann ein an starkes Licht gekoppelter Bewegungsmelder sinnvoll sein.
  • Duftstoffe und Geräusche: Die Abschreckung durch Gerüche wie etwa durch WC-Steine, Mottenkugeln oder sogar Haare von Hunden ist laut TÜV Nord nicht dauerhaft wirksam. Die Tiere gewöhnen sich schnell daran. Das gilt auch für viele Ultraschallgeräte, die man einbauen kann. Diese verursachen ein für Menschen unhörbares, aber für die Tiere unangenehmes Geräusch. Effektiver seien hochwertigere Geräte, die auch die Frequenz der Töne regelmäßig wechseln können.
  • Ungefährliche Elektroschocks: Mit am wirkungsvollsten sind laut TÜV Nord Elektroschocker. Diese würden den Tieren mithilfe kleiner Plättchen bei Berührung einen Stromschlag geben. Das System wird an die Batterie angeschlossen und verbrauche nur wenig Strom. Ein Modul bringe die Spannung der Batterie auf eine für Mensch und Tier unschädliche Hochspannung. Allerdings rät der TÜV Nord dazu, diese Systeme nur durch Fachbetriebe installieren zu lassen - Kostenpunkt circa 300 Euro.

Kommt die Versicherung für einen Marderschaden auf?

Die direkten Schäden von Marderbissen sind durch die meisten Kaskoversicherungen abgedeckt. Doch laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), übernimmt nicht jede Versicherung auch die Folgeschäden. Hier sollte man einen genaueren Blick in die Vertragsbedingungen der eigenen Versicherung werfen, inwiefern Schäden durch Tierbisse eingeschlossen sind.

Marderbisse sind meist nur von der Vollkasko-Versicherung vollständig abgedeckt. Allerdings gilt hier: Wer einen Schaden meldet, wird in seinem Schadenfreiheitsrabatt hochgestuft. (dpa/nis)

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