• Pro Jahr werden Haftpflichtversicherungen rund 30.000 Katzenbisse gemeldet.
  • Die gesundheitlichen Folgen eines nicht ärztlich behandelten Katzenbisses können gravierend sein.
  • Welche Maßnahmen nach einem Katzenbiss zu ergreifen sind, erklärt ein Mediziner.

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Gerade noch schnurrt die Katze wohlig und vermittelt das Gefühl, die Streicheleinheiten zu genießen – und zack! Das gerade noch so friedlich wirkende Tier beißt zu. Mal ist es die eigentlich zahme Hauskatze, die wie aus dem Nichts die Zähne zeigt, mal ein streunendes Tier.

Ob Haustier oder Streuner: Der Biss einer Katze sollte nicht als Bagatelle abgetan werden. Denn auch zunächst oberflächlich aussehende Wunden können bis in tiefere Gewebeschichten gehen.

Deshalb ist ein Katzenbiss in die Hand besonders gefährlich

Die spitzen Zähne von Katzen können zuweilen sehr tiefe Punktionen verursachen, die vor allem an den von wichtigen Nerven, Sehnen, Knochen und Blutgefäßen durchzogenen Händen schwerwiegende Schäden verursachen können. Zudem geraten mit dem Speichel der Katze Erreger in den Körper.

Die Bereiche, in denen die Sehnen und Sehnenscheiden dicht unter der Haut liegen, sind schlechter durchblutet. So kann eine Entzündung entstehen, bevor das Immunsystem die Gefahr erkennt und aktiviert wird. Rund 50 Prozent der Katzenbisse entzünden sich.

Schon nach wenigen Stunden kann ein Katzenbiss eine ernstzunehmende gesundheitliche Gefahr darstellen. Auch können die durch den Biss ins Gewebe geratenen Erreger weiter durch den Körper wandern und Entzündungen an anderen Stellen wie den Gelenken hervorrufen. In besonders schweren Fällen kann ein Katzenbiss eine Blutvergiftung auslösen oder eine Amputation von Gliedmaßen notwendig machen.

Es drohen sogar Vergiftungen: Welche Lebensmittel für Katzen gefährlich sind

Eine abwechslungsreiche Ernährung ist natürlich wichtig für ihren vierbeinigen Liebling. Manche Sachen gehören jedoch auf keinen Fall in den Futternapf der Katze. (Teaserbild: imago images/Marcel Lorenz/Marcel Lorenz)

Arzt rät zum schnellen Handeln nach einem Katzenbiss

Mediziner Ilker-Akgün Aydin, Facharzt für Allgemeinmedizin mit eigener Praxis in Berlin, rät, die Bisswunde lieber vorsorglich medizinisch begutachten zu lassen, um das Komplikationsrisiko möglichst gering zu halten.

"Grundsätzlich kann eine Wunde erst einmal mit einem Spray zur Desinfektion von Wunden aus der Apotheke etwas gereinigt werden. Spätestens sobald man aber feststellt, dass die Stelle etwa gerötet oder besonders warm ist, anschwillt oder eitert, sollte man umgehend bei einem Arzt oder in einer Rettungsstelle vorstellig werden. Jeder Biss kann zu einer Infektion führen – und die kann fatale Folgen haben".

In einer medizinischen Einrichtung kann die Wunde dann gründlich gereinigt und verbunden werden. Wenn nötig, wird ein entsprechendes Antibiotikum verschrieben. Ein infizierter Katzenbiss sollte nach der Erstversorgung regelmäßig ärztlich begutachtet werden, bis die Wunde sich geschlossen hat und sämtliche Anzeichen der Entzündung abgeklungen sind. Denn: Auch anaerobe Keime, die über eine gewisse Zeit ohne Sauerstoff auskommen, könnten sich in einer geschlossenen Wunde ausbreiten.

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Tetanus-Impfung nach Katzenbiss gegebenenfalls auffrischen

Wer nach einem Katzenbiss zum Arzt geht, bringt am besten auch den Impfpass mit. "Auf jeden Fall sollte überprüft werden, ob der Tetanus-Impfschutz noch ausreichend ist", sagt Aydin. Gegebenenfalls müsse dieser noch aufgefrischt werden, so der Mediziner.

Fazit: Wer eine unerfreuliche Begegnung mit einer Katze oder einem anderen Tier hatte, geht sicherheitshalber besser direkt zum Arzt und lässt die Wunde untersuchen, reinigen und sauber verbinden.

Verwendete Quellen:

  • Gespräch mit Ilker-Akgün Aydin, Facharzt für Allgemeinmedizin
  • Der niedergelassene Arzt: Eine Katzenbiss-Wunde ist stets ein medizinischer Notfall
  • Apotheken Umschau: Warum Hunde- und Katzenbisse gefährlich sind