• Ständige Müdigkeit und Konzentrationsschwäche können auf eine Nebennierenerschöpfung hinweisen.
  • Doch was versteht man eigentlich darunter?
  • Symptome und Ursachen - und wie man dem Zustand erschöpfter Nebennieren vorbeugen kann

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Die Nebennieren sind etwa so groß wie eine Weintraube und sitzen oben auf den Nieren. Sie bestehen aus zwei Teilen – der Nebennierenrinde außen und dem Nebennierenmark im Inneren.

Beide Anteile sind für die Produktion und Regulierung einiger wichtiger Hormone verantwortlich. So werden in der Nebennierenrinde hauptsächlich die Hormone Aldosteron, Cortisol und DHEA gebildet, während das Nebennierenmark vor allem für die Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin zuständig ist.

Zu viel Stress schadet den Nebennieren

Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol werden immer dann ausgeschüttet, wenn sich unser Körper in Stresssituationen befindet. Cortisol stellt dabei unserem Organismus Energie in Form von Zucker bereit. Das Hormon beeinflusst aber auch den Eiweißstoffwechsel und das Immunsystem.

Darüber hinaus ist der Signalstoff auch der Taktgeber für unseren Tagesrhythmus. Morgens ist der Cortisolspiegel am höchsten, damit wir gut aus dem Bett kommen, bis zum Abend sinkt er ab, damit wir schlafen können. Obwohl sie sehr klein sind, übernehmen die Nebennieren also eine wichtige Aufgabe in unserem Körper.

Stress ist grundsätzlich nichts Schlechtes, denn er sichert evolutionstechnisch gesehen das Überleben der Menschen. Chronische Stressbelastungen können allerdings dazu führen, dass unsere Nebennieren dauerhaft auf Hochtouren laufen – und dabei stoßen die Drüsen irgendwann an ihre Grenzen. Ist das der Fall spricht man von einer Nebennierenerschöpfung, auch Adrenal Fatigue genannt.

Symptome einer Nebennierenerschöpfung

"Adrenal Fatigue äußerst sich in einer Vielzahl von Symptomen", sagt die Biologin Christiane Pies. "Dazu zählen zum Beispiel chronische Müdigkeit, Energiemangel, Konzentrationsschwäche, abnehmende Leistungsfähigkeit, verminderte Fähigkeit mit Stress umzugehen sowie Neigung zu Über- oder Untergewicht."

Weiterhin können eine schwache Libido, Verdauungsstörungen, Nahrungsmittelintoleranzen, Depressionen, Immunschwäche sowie Gelenk- und Muskelschmerzen die Folge einer Nebennierenerschöpfung sein. "Die Symptome sind vielfältig und können sich je nach Phase – Kampf oder Flucht-Reaktion, Resistenz, Erschöpfung – unterscheiden."

Selten wird in der Schulmedizin jedoch die Diagnose einer Nebennierenerschöpfung gestellt. Ärzte diagnostizieren in der Regel höchstens eine primäre Nebenniereninsuffizienz. Dabei handelt es sich um eine Gewebeschädigung der Nebennieren. Bei der Adrenal Fatigue hingegen ist das Nebennierengewebe noch intakt und die Organe sind lediglich ermüdet.

Häufig schließen Mediziner fälschlicherweise auch auf einen Burnout. Als Ursachen gelten hierbei jedoch in erster Linie Überforderung und Stress am Arbeitsplatz. Manchmal gehen eine Nebennierenerschöpfung und ein Burnout allerdings auch Hand in Hand beziehungsweise bedingen sich gegenseitig.

Was können Sie für Ihre Nebennieren tun?

"Das Wirksamste, was man bei einer Nebennierenstörung tun kann, ist Stressfaktoren zu erkennen und zu reduzieren", rät Pies. Um das zu erreichen, sollte man der Expertin zufolge seine eigenen Verhaltensweisen in den folgenden Bereichen verändern.

Ernährung: Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse. Vermeiden Sie Lebensmittel wie Kuchen, Weißbrot, Süßigkeiten, Fruchtsäfte und Limonaden. Auch auf aufputschende Getränke wie Kaffee oder schwarzen Tee sollten Sie verzichten. Das für die Nebennieren wichtige Vitamin B5 findet sich Haferflocken, Vollkornprodukten, Brokkoli, Avocado und Hülsenfrüchten.

Schlaf: Sorgen Sie für ausreichend viel Schlaf. Ideal ist es, vor Mitternacht ins Bett zu gehen. Vermeiden Sie vor dem Schlafengehen aufregende Filme und blaues Licht von Fernseher, Smartphone und Co. "Am besten schalten Sie auch das WLAN nachts aus und lassen elektronische Geräte nicht im Stand-by-Modus laufen, denn diese senden permanent elektromagnetische Wellen aus", erläutert die Biologin.

Das macht Mittagsschlaf mit unserem Körper

Dass ein Nickerchen die Energiereserven auftankt, wird kaum jemand bezweifeln. Doch wie genau wirkt sich ein Mittagsschlaf auf unseren Körper aus? Vorschaubild: Getty Images/iStockphoto

Entspannung: Machen Sie gezielte Übungen zur Muskelentspannung, etwa autogenes Training oder Meditation. Legen Sie während des Tages gezielt kleine Pausen ein, in denen Sie beispielsweise lesen, Spazierengehen oder auch einfach nichts tun. Auch regelmäßige sportliche Aktivitäten wie Yoga, Joggen oder Fahrradfahren können dabei helfen, Stress abzubauen.

Nahrungsergänzungsmittel: Zusätzlich können Ihnen auch einige Nahrungsergänzungsmittel bei der Genesung helfen. "Eine Supplementierung von Vitamin B5, Vitamin C, Magnesium und der Aminosäure Tyrosin über einen gewissen Zeitraum kann sinnvoll sein, so Pies abschließend. "Denn bei einer Nebennierenerschöpfung benötigen Sie große Mengen dieser Mikronährstoffe."

Verwendete Quellen:

  • Gespräch mit Dipl. Biol. Christiane Pies, Laborleitung bei Labor Dres. Hauss
  • Femma.de: Nebennierenschwäche – Symptome, Ursachen und was Du tun kannst
  • Flexikon.doccheck.com: Nebenniereninsuffizienz
  • Netdoktor.de: Burnout