Der Ozäna-Effekt ist selten, doch tritt er ein, hat das für Betroffene äußerst unangenehme Folgen. Die eigene Nase verbreitet einen faulig-süßen Aas-Geruch, den der Betroffene selbst gar nicht merkt. Er muss darauf angesprochen werden. Wie es zu der Krankheit kommt und was man dagegen tun kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Die Nase ermöglicht nicht nur das Riechen – sie kann auch selbst einen ziemlich widerlichen Geruch verströmen.

Unter bestimmten Umständen kann es dazu kommen, dass sich die Schleimhaut in der Nase zersetzt und sich dort Bakterien vermehren.

Was Mediziner als Ozäna bezeichnen, ist im Alltag auch unter dem Begriff der Stinknase bekannt: Aus der Nase dringt dabei ein süßlich-fauliger, aasartiger Geruch.

Dafür kann es ganz verschiedene Ursachen geben. "Das kann zum Beispiel genetisch bedingt sein, da es eine gewisse familiäre Häufung gibt", sagt Dr. Jan Peter Thomas von der HNO-Klinik der Ruhr-Universität Bochum im Gespräch mit unserer Redaktion. "Die genaue Ursache ist dabei aber noch unbekannt."

Auch nach bestimmten Operationen in der Nase kann sich eine sogenannte Stinknase entwickeln. Das betrifft aber eigentlich nur die seltenen Fälle, in denen sich ein bösartiger Tumor in der Nase entwickelt hat und dieser entsprechend radikal entfernt werden muss.

Der Gebrauch von Nasenspray greift die Schleimhaut an

Aber auch andere Faktoren können dazu beitragen, dass die Nasenschleimhaut sich zersetzt, zum Beispiel der übermäßige Gebrauch von Nasenspray.

"Wenn man Nasenspray sehr viel und sehr lange benutzt, kann dies in Einzelfällen ebenfalls dazu führen, dass sich die Schleimhaut zurückbildet und eine Ozäna entwickelt", sagt der Experte.

Das passiert vor allem dann, wenn man Nasenspray über Monate hinweg und mehrfach täglich verwendet.

Die Erkrankung sei allerdings insgesamt sehr selten. "Wir sehen selbst am Universitätsklinikum nur wenige Fälle im Jahr", sagt Thomas.

Vorteilhaft für die Betroffenen ist dabei, dass ihre Nase so angegriffen ist, dass sie den Geruch selbst meistens gar nicht wahrnehmen können. Allerdings sind sie umgekehrt deshalb letztlich darauf angewiesen, dass jemand sie auf dieses seltene Problem aufmerksam macht.

Die Luft in der Nase verwirbelt sich und trocknet sie aus

Betroffene haben häufig das Gefühl, dass sie durch die Nase nicht gut atmen können, dabei ist objektiv eigentlich sogar das Gegenteil der Fall.

Der Spalt, durch den die Luft in der Nase strömt, ist normalerweise sehr schmal. Dafür sorgen bestimmte Schwellkörper. Auf dem Weg durch die Nase wird die Luft in diesem Spalt durch die Schwellkörper, die von Schleimhaut bedeckt sind, erwärmt und befeuchtet.

Wenn die Nasenschleimhaut sich zurückgebildet hat, wird der Spalt zwischen der Nasenscheidewand und den Schwellkörpern größer. Dadurch ist sogar mehr Raum in der Nase.

Das führt aber dazu, dass sich der Luftstrom verwirbelt. Die Schleimhäute trocknen dadurch weiter aus und es bilden sich Krusten und Borken in der Nase. "Sie sind der ideale Nährboden für bestimmte Bakterien, die die unangenehmen Gerüche bilden", sagt Thomas. Wenn sie sich stark vermehren, entsteht mit der Zeit die sogenannte Stinknase.

Spülungen mit Salzwasser nehmen den Bakterien den Nährboden

"Dagegen hilft dann am besten eine intensive Pflege der Nase", sagt der Experte. Gut geeignet dafür seien Nasenspülungen mit Salzwasser.

Damit sie wirken, sollte man die Spülungen etwa zwei- bis dreimal täglich über einen längeren Zeitraum hinweg durchführen. "Wichtig ist, dass man tatsächlich Salzwasser nimmt, denn Leitungswasser würde die Nase weiter austrocknen."

Im Handel gibt es fertige Nasenduschen und entsprechend abgepacktes Salz. "Man kann aber auch einfach Kochsalz nehmen", sagt Thomas. Dabei sollte man allerdings darauf achten, eine jodfreie Variante zu wählen, da das jodierte Salz in der Nase Allergien auslösen könnte.

In einigen Fällen kann sich die Schleimhaut regenerieren

"Die Spülungen wirken bei vielen Menschen schon nach einigen Tagen, spätestens aber nach einigen Wochen, wenn man sie konsequent durchführt", sagt der Experte.

Dann lässt der Geruch aus der Nase deutlich nach. Das Wasser spült Krusten und Eiter aus der Nase und nimmt den Bakterien den Nährboden.

Wenn sich die Nasenschleimhaut durch den übermäßigen Gebrauch von Nasenspray zurückgebildet hat, kann sie sich in vielen Fällen wieder regenerieren.

Dann reicht es, die Spülungen für eine bestimmte Zeit zu machen und abzuwarten, ob das Problem behoben ist und nicht wiederkehrt. Bei genetischen Ursachen oder nach Operationen kann es aber auch notwendig sein, die Spülungen ein Leben lang durchzuführen.

Auch eine Erkältung kann Geruch verursachen

Auch bei oder nach einer Erkältung kann sich ein Geruch in der Nase entwickeln. "Das geschieht durch akute eitrige Entzündungen", sagt der Experte.

Ist die Entzündung abgeklungen, verschwindet auch der Geruch wieder. Das hat nichts mit einer Stinknase zu tun, sondern ist ein normales Phänomen.

Mit einer einfachen Erkältung kommt die Nase an sich gut zurecht. Vor allem die äußere Haut an der Nase wird schnell wund, wenn Taschentücher an ihr reiben, weil sie sehr dünn ist.

Dagegen kann man sie mit Salben schützen. Aber auch die Schleimhaut in der Nase kann gereizt sein, insbesondere im Winter, wenn ihr auch Heizungsluft zusetzt.

Dagegen kann es helfen, sie zu befeuchten, beispielsweise mit Nasenspülungen oder mit einem salzhaltigen Nasenspray.

Verzichten sollte man aber nach Möglichkeit auf abschwellendes Nasenspray und dieses insbesondere nicht länger als zehn bis 14 Tage verwenden, da es die Nasenschleimhaut ansonsten angreift.

Es kann zudem auf Dauer dazu führen, dass die Nasenmuscheln anschwellen, was wiederum zu einer Abhängigkeit von Nasentropfen führen kann.

Verwendete Quellen:

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