Große Wellen schlägt der Abbruch eines Vortrags an einer Schule in Linz. Ein Schüler setzte laut einem Medienbericht einen FPÖ-Politiker in Kenntnis, der daraufhin den Stopp der Diskussion zum Thema "extremistische Herausforderungen in Österreich" erwirkte. Sowohl Schüler als auch Politiker steigen auf die Barrikaden.

Aufregung um einen Vortrag an einer Linzer Schule: Nach dem Abbruch einer Diskussion am Mittwoch mit dem Extremismus-Experten Thomas Rammerstorfer am BORG Honauerstraße in Linz gehen die Wogen hoch.

Wie die Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) berichten, verursachte der Sohn des FPÖ-Abgeordneten Roman Haider den Abbruch der Veranstaltung, indem er seinen Vater alarmierte. Dieser habe daraufhin den Schuldirektor kontaktiert und die Absage erwirkt.

Rammerstorfer referierte vor 70 Schülern der 8. Klasse über Salafisten, Staatsverweigerer, Graue Wölfe, aber auch über Burschenschaften und die FPÖ.

"Mein Sohn hat mir per WhatsApp Bilder der Folien des Vortrags geschickt", sagte Haider gegenüber den OÖN. Die FPÖ sei offenbar mit Extremismus in Zusammenhang gebracht worden – woraufhin der FPÖ-Abgeordnete mit dem Direktor gesprochen hätte, der den Vortrag daraufhin beendet hätte.

"Extremismus bedeutet Ablehnung der Demokratie. Es ist eine Zumutung, dass der FPÖ das unterstellt wird“, wird Roman Haider in dem Bericht zitiert.

Partei und Schülerverbände protestieren

Schüler protestierten nach dem Vorfall. "Der eigentliche Skandal des Vorfalls liegt darin, dass ein Politiker von außen in die Bildungsinhalte einer Schule einzugreifen versucht und damit auch noch Erfolg hat", hielt Susann Scheftner, die politische Sekretärin der Aktion Kritischer Schülerinnen Linz, in einer Aussendung fest.

Auch die Grünen und die SPÖ machten ihrem Unmut Luft. "Ein Anruf eines FPÖ-Politikers reicht offenbar aus, dass Landesschulratspräsident Enzenhofer einen Vortrag im Rahmen der politischen Bildung zum Thema Extremismus an einer Schule abbrechen lässt, ohne die Fakten und die Hintergründe zu kennen und zu prüfen", kritisierte der Bildungssprecher der Grünen OÖ, Gottfried Hirz. (rs)