Ein Öltanker soll in einer von China und den Philippinen beanspruchten Region im Südchinesischen Meer ein philippinisches Fischerboot gerammt und zum Kentern gebracht haben.

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Dabei seien drei philippinische Fischer getötet worden, darunter der Kapitän, teilte die philippinische Küstenwache am Mittwoch mit. Unklar war zunächst, ob es sich bei dem Zwischenfall vom Montag nahe dem Riff Scarborough Shoal um einen Unfall handelte.

Der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr. drückte sein Bedauern über die Toten aus, warnte aber vor Spekulationen über die Ursache. Das Schiff sei noch nicht identifiziert, die Ermittlungen dauerten an, sagte er.

Das Riff, in China Insel Huangyan genannt, ist 230 Kilometer von der Nordwestküste der Philippinen entfernt. Es stand im Mittelpunkt eines militärischen Zwischenfalls zwischen den beiden Ländern im Jahr 2012, woraufhin Peking das Riff besetzte. Obwohl ein Gericht 2016 entschied, dass Chinas historische Rechte an dem Gebiet ungültig seien, erkennt Peking das Urteil nicht an.

Erst vergangene Woche entfernte die philippinische Küstenwache eine von China errichtete schwimmende Barriere an einem Teil des Riffs. Diese Barriere sollte philippinische Fischer daran hindern, in das Gebiet zu gelangen, das die ausschließliche Wirtschaftszone der Philippinen ist.

Zehn Fischer hätten den Zwischenfall am frühen Montagmorgen überlebt, hieß es von philippinischer Seite. Die Wetterbedingungen und Sicht seien widrig gewesen, so die Küstenwache. Die Besatzung des Fischerbootes "Dearyn" habe den Tanker nicht erkennen können. Der Tanker fuhr nach Angaben der Küstenwache unter der Flagge der Marshallinseln. Er sei nach dem Vorfall weitergefahren, hieß es.  © dpa

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