Wahlfahrt Europa - Die Antwort liegt auf der Straße: In Folge eins der ORF-Show zur EU-Wahl diskutiert Journalist und Chauffeur Hanno Settele mit den Europapolitikern Martin Schulz und Ska Keller über "Verordnungen und Bürokraten". Wir haben uns die Sendung für Sie angeschaut.

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Für die erste von drei Sendungen, die am Mittwochabend auf ORFeins unter dem Titel Wahlfahrt Europa" ausgestrahlt wurde, haben auf Hanno Setteles Beifahrersitz der aktuelle EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und Franziska "Ska" Keller von der Grünen Fraktion Platz genommen. Diesmal tourt der ORF-Journalist mit seinen Fahrgästen nicht durch Österreich, sondern durch Frankreich, Luxemburg und Griechenland.

Bevor sich Martin Schulz dem Thema "Von Verordnungen und Bürokraten" stellte, sorgte der EU-Politiker bei Hanno Settele für einen Lacher: Der Sozialdemokrat, der am 25. Mai zum EU-Kommisionspräsidenten gewählt werden möchte, verwendete vor laufenden Kameras ein deutlich abgenütztes Nokia-Handy. "Die Technologie ist von 1999 und ist so alt, dass die Amerikaner sie nicht abhören können", begründete Schulz seine Vorliebe für sein veraltetes Handy.

Vorurteile oder Bürokratenwahnsinn in Brüssel?

SPD-Politiker Schulz sieht sich gerne in der Rolle des Aufklärers. Von Settele auf das Thema "Gurkenkrümmung" angesprochen, erwiderte er, dass es hierzu entgegen allen Vorurteilen keineswegs eine von der Europäischen Union verordnete Verordnung gebe. Zwar hätten in der Vergangenheit verschiedene Bauernverbände eine Debatte zum Thema vorgeschlagen, allerdings habe diese im Parlament nie eine Rolle gespielt, erklärte Schulz.

Dass Brüssel gar nicht so bürokratisch sei, glaubt auch Franziska "Ska" Keller. Die 32 Jahre alte Spitzenpolitikerin der Europäischen Grünen stimmte ihrem Kollegen von der SPD zu. Wenn über den Bau eines Fahrradweges im deutschen Schwarzwald entschieden werde, dann müsse dafür nicht das EU-Parlament bemüht werden. Erstaunt war sie dann aber doch, als sie erführ, dass österreichischen Parlamentsabgeordneten nur einen Mitarbeiter haben, während den Abgeordneten im EU-Parlament sechs Assistenten zur Verfügung stehen.

Der europäische Traum

Die Vorteile der Europäischen Union möchten beide Politiker ihren Wählern näher bringen. "Wir brauchen den europäischen Traum", glaubt Franziska Keller. Praktisch ohne Grenzen aufgewachsen, kann sich die 32-Jährige Europa nur im Verbund der 28 Mitgliedsstaaten vorstellen.

Martin Schulz geht noch einen Schritt weiter: Die Stärke Europas sieht er im Zusammenhalt der 28 Mitgliedsstaaten. Vom europäischen Bürger wünscht er sich, dass er seiner nationalen Identität noch eine europäische hinzufügt. "Wer seine Güter oder Dienstleistungen auf unseren Markt - den reichsten Markt der Welt - exportieren möchte, der muss auch unsere Standards respektieren", fordert er.

Ihre europäische Identität bewies "Ska" Keller auf der Fahrt durch den deutschen Schwarzwald: Hanno Settele spielte ihr verschiedene Lieder vor, die in den vergangenen Jahren den Eurovision Song Contest gewonnen hatten, musste sie sich nur bei einem Evergreen geschlagen geben. Das allerdings war ausgerechnet "Merci, Chérie", der Song mit dem Udo Jürgens 1966 den Eurovision Song Contest gewann – für Österreich.

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