Mit seinen Anti-Kopftuch-Postings sorgt Wiens Vizebürgermeister Johann Gudenus (FPÖ) derzeit für Schlagzeilen. Zuerst hatte er es als "Irrsinn" bezeichnet", dass eine Wiener Schülerin für ihre Kopftuch-Emoji-Idee ausgezeichnet wurde. "Irrsinn" ist für ihn nun auch die neue Kopftuch-Barbie von Mattel.

Sie trägt Kopftuch und hatte es immer bedauert, dass es bei WhatsApp kein Emoji für eine Muslima mit Kopftuch gab.

Die Wiener Schülerin Rayouf Alhumedhi richtete sich deshalb mit einem insgesamt siebenseitigen Schreiben an Apple: "550 Millionen muslimische Frauen tragen Hijab. Trotz dieser enormen Zahl ist für die Leute nicht einmal eine Taste auf der Tastatur reserviert."

Und siehe da, die 16-Jährige hatte Erfolg. Das für Emojis zuständige Unicode-Konsortium nahm den Vorschlag auf und veröffentlichte das Kopftuch-Emoji. Doch die Geschichte geht noch weiter: Das US-Magazin "Time" nahm Alhumedhi, die Tochter eines Diplomaten, kurzerhand in die Liste der einflussreichsten Teenager auf.

Hasserfüllte Kommentare auf Facebook

Die Erfolgsstory der jungen Muslima hat jedoch eine düstere Schattenseite. Auf Facebook schlägt ihr in einem Thread eine Welle von Hass entgegen, nachdem Wiens Vizebürgermeister Johann Gudenus (FPÖ) am Montag ein ZIB-Posting des ORF geteilt hatte, in dem über die "Time"-Auszeichnung berichtet wird. "Irrsinn" schrieb Gudenus darüber.

In den Kommentaren finden sich nur wenige User, die das Mädchen in Schutz nehmen. Sie sei nicht integriert und solle zurückgehen nach Arabien, ohne ihren "Fetzen am Schädel" habe sie wohl keine Identität, ist dort mitunter zu lesen.

Auch Kopftuch-Barbie für Gudenus "Irrsinn"

Am Dienstag legte Gudenus dann nach und kommentierte auf seiner Facebook-Seite die neue Barbie mit Kopftuch von Mattel mit den Worten: "Diese Islamisierung und Orientalisierung in allen Bereichen kann man nur als Irrsinn bezeichnen."

Seine Fans schlossen sich dem Politiker an. "Und die Medien machen noch Werbung für die Islamisierung und die Unterdrückung der Frauen. Pfui Teufel", ist in den Kommentaren zu lesen.

Nur wenige kritische Stimmen finden sich unter dem Posting. Einer zum Beispiel schreibt: "Wieso posten Sie eigentlich nicht mal etwas was Sie so tun, für Wien, für Österreich, für ein Zusammenleben? Wäre doch mal eine Alternative." (af)