Es wird also doch ein Zaun: Innenministerin Johanna Mikl-Leitner führt in einem Interview aus, was genau mit "baulichen Maßnahmen" an der Grenze zu Slowenien gemeint sich. Die Grenzen dichtmachen will die Ministerin aber nicht.

Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat ihre Pläne für Sperren an der Grenze zu Slowenien konkretisiert. "Natürlich geht es auch um einen Zaun", sagte sie im Ö1-Morgenjournal. Die Innenministerin hatte am Dienstag nach einem Besuch in Spielfeld "bauliche Maßnahmen" angekündigt, um einen geordneten Zugang zu garantieren. "Die Lage hier ist äußerst dynamisch, wir hatten Grenzübertritte von zwischen 3.000 und 8.000 Personen. Aber wir müssen uns auch darauf einstellen, dass es bis zu 12.000 sein könnten", sagte sie nach ihrem Lokalaugenschein der Austria Presse Agentur (APA).

Gerald Klug unterstützt Mikl-Leitner

Unterstützung bekommt Mikl-Leitner von Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ). Er könne sich Absperrgitter und verstärkte Kontrolle an der Grenze vorstellen, um den Flüchtlingsstrom besser zu kontrollieren. Dabei dürfe man "die Menschlichkeit nicht aus den Augen verlieren", sagte er im Gespräch mit Ö1.

Wann genau die Regierung die Pläne umsetzten will, ist noch offen. Die Planung werde erste beginnen. Mikl-Leitner kündigte zudem an, dass ab 2016 verstärkt Grenzpolizisten ausgebildet werden sollen, man brauche zusätzlich rund 2.000 Polizisten.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hatte am Dienstag scharfe Kritik an Österreich geübt und auch Kanzlerin Angela Merkel unter Druck gesetzt. Der Andrang von Flüchtlingen an der österreichisch-deutschen Grenze hält indes unvermindert an. Am Dienstag kamen bis in die Abendstunden etwa 5.500 Menschen im Raum Passau an, wie ein Sprecher der Bundespolizei am Mittwochmorgen sagte.

Am Montag hatten etwa 8.000 Flüchtlinge in Bussen die Grenze zu Niederbayern erreicht. "Insgesamt ist die Ankunft am Dienstag etwas geordneter abgelaufen", sagte der Sprecher. Gerade am Abend sei es wichtig gewesen, die Ankommenden schnell aus der Kälte zu holen. (rs/dpa)