• Kommandoeinheiten und Geheimdienstinformationen: Laut eines Berichts der US-Tageszeitung "New York Times" sind die USA und andere Nato-Staaten deutlich aktiver in der Ukraine als bisher bekannt.
  • Deutschland spielt in dem Netzwerk eine Schlüsselrolle.
  • Von mehreren Basen in der Bundesrepublik aus wird ein Teil der militärischen Unterstützung des Westens für die Ukraine koordiniert.

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Seit nunmehr vier Monaten und drei Tagen stemmt sich die Ukraine gegen die russische Großinvasion – auch Dank der Unterstützung des Westens. Wie die "New York Times" nun berichtet, geht die westliche Militärhilfe aber offenbar weit über das bisher bekannte Maß von Waffenlieferungen und der Ausbildung ukrainischer Soldaten hinaus.

Demnach versorgt ein geheimes Netzwerk von Spezialkräften und Geheimdienstlern die Ukraine neben Waffen und auch mit Geheimdienstinformationen, aktuellen Lagebildern und Satellitenaufnahmen von den Kampfgebieten. Dazu soll die 10. Special-Forces-Einheit des US-Heeres bereits kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar ein Planungszentrum in Deutschland eingerichtet haben. Weitere Basen soll es unter anderem in Frankreich und Großbritannien geben.

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Ausbildung ukrainischer Soldaten in Deutschland

Laut "New York Times", die sich auf Informationen US-amerikanischer und europäischer Beamter stützt, arbeiten dort mittlerweile 20 Länder zusammen, um die militärische Unterstützung für das ukrainische Militär zu koordinieren. Das Planungszentrum in Deutschland ist Teil mehrerer operativer und nachrichtendienstlicher Koordinierungsstellen, die vom Europäischen Kommando des Pentagon eingerichtet wurden. So unterstützt ein Team der US-Luftwaffe und der Air National Guard der US-Streitkräfte vom Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein aus die ukrainische Luftwaffe.

Die Bundeswehr selbst bildet im 35 Kilometer entfernten Idar-Oberstein ukrainische Soldaten an Panzerhaubitzen 2000 aus und US-Truppen schulen im bayerischen Grafenwöhr ukrainische Artillerie-Kräfte, unter anderen an britischen Haubitzen vom Typ M777.

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US-Agenten und -Spezialkräfte in der Ukraine aktiv

Dazu kommt: Anders als die US-Regierung bisher darstelle, haben die Vereinigten Staaten eigene Einheiten in die Ukraine geschickt. Einige CIA-Mitarbeiter sollen im Land aktiv sein, vor allem in der Hauptstadt Kiew.

Zu den CIA-Agenten kommen noch Spezialkräfte einiger weiterer Nato-Staaten, wie Großbritannien, Frankreich, Kanada und Litauen, die in der Ukraine operieren. Sie trainieren beispielsweise vor Ort ukrainische Soldaten oder begleiten Waffenlieferungen in das Zielland. Die Einheiten sollen der "New York Times" zufolge aber nicht an der Front kämpfen. Bereits im März hatte "Yahoo News" über ein Ausbildungsprogramm der CIA mit ukrainischen Truppen berichtet, das kurz nach dem Ausbruch des Krieges im Donbas 2014 startete.

Die Ukraine trainiert bereits seit den 1990er Jahren regelmäßig mit Einheiten aus Nato-Staaten und führt mit diesen Manöver durch. Von 2015 bis Mitte Februar dieses Jahres schulten ausländische Ausbilder unter anderem aus den USA und Kanada Zehntausende ukrainische Soldaten auf dem Truppenstützpunkt Jaworiw. Das Ausbildungszentrum ist nur rund 20 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Die USA hatten am 12. Februar erklärt, 150 ihrer Ausbilder aus der Ukraine abgezogen zu haben. (mf/dpa/afp)