Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat erneut eine Offensive im von Kurden beherrschten Gebiet in Nordsyrien angekündigt. Das könnte die Beziehungen mit den USA weiter verschlechtern.

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Während laufender Verhandlungen zwischen den USA und der Türkei über eine von Kurdenmilizen befreite Pufferzone in Nordsyrien hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erneut mit einer Militäroffensive gedroht. Vor türkischen Botschaftern sagte er am Dienstag in Ankara: "Es ist unsere höchste Priorität, den Terror-Sumpf in Nordsyrien auszutrocknen." Der Prozess, der mit zwei vorherigen türkischen Offensiven in Nordsyrien begonnen habe, werde "sehr bald" in eine "neue Phase" gehen.

Kurdenmiliz ist Erdogan ein Dorn im Auge

Erst am Sonntag hatte Erdogan angekündigt, die Türkei werde östlich des Flusses Euphrat einmarschieren. Man habe Russland und die USA über den Plan informiert. Die Geduld der Türkei gehe zu Ende.

Das Gebiet an der türkischen Grenze wird von der Kurdenmiliz YPG kontrolliert. Die Türkei fordert dort schon seit Jahren eine Pufferzone, hatte aber jüngst ihre Rhetorik verschärft. Ankara sieht in der YPG einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit eine Terrororganisation. Für die USA ist die YPG dagegen ein wichtiger Partner im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Sie wollen einen Angriff auf die Verbündeten verhindern.

Gespräche über Pufferzone

Seit Montag laufen türkischen und US-Medien zufolge in Ankara erneut Gespräche über Möglichkeiten, eine solche Zone einzurichten. Nach türkischen Wünschen soll sie um die 30 Kilometer tief sein und sich ab dem Euphrat gen Osten die gesamte Grenzlinie entlangziehen. US-Medienberichten zufolge schlagen die USA eine schmalere Zone vor. Streit gibt es auch zur Frage, wer das Gebiet kontrollieren soll.

Die Türkei ist schon zweimal auf syrisches Gebiet vorgerückt, beide Male westlich des Euphrat. 2016 hatte sie mit der Offensive "Schutzschild Euphrat" beim syrischen Ort Dscharabulus den IS von der Grenze vertrieben, aber auch die YPG bekämpft. Anfang 2018 hatten von der türkischen Armee unterstützte Rebellen in einer Offensive gegen die YPG die kurdisch geprägte Grenzregion Afrin eingenommen. (mss/dpa)

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