• Wer sich gesund und nachhaltig ernähren möchte, kann beide Ziele fast immer gut verbinden.
  • Gemüse und Salat zählen zu den besten Lebensmitteln – im Gegensatz zu Fleisch und Käse.
  • Die gute Nachricht: Auch bei Desserts oder Snacks gibt es Produkte, die gesund und nachhaltig sind.

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Welche Lebensmittel sind wirklich gesund und ökologisch nachhaltig hergestellt – und welche ganz und gar nicht? Wer vor dem Supermarktregal steht, kann diese Frage oft nur schwer beantworten, auch wenn Siegel und Zutatenlisten Hinweise geben. Ein internationales Forschungsteam hat deshalb ein eigenes Verfahren entwickelt und für 57.185 Artikel aus acht britischen und irischen Supermarktketten eine Bewertung zwischen 0 und 100 ermitteln. 0 steht dabei für maximale ökologische Nachhaltigkeit.

Die Fachleute schätzten dazu mithilfe eines Algorithmus die Gewichtsverteilung der Zutaten ab, wo diese nicht angegeben war. Datenbanken lieferten dann für jede Zutat die gesundheitlichen und ökologischen Bewertungen, die die Forschenden schließlich zu einer Gesamtwertung zusammenführten.

Dabei unterscheidet die Studie bei den Zutaten zwischen ökologischer Herstellung und konventioneller Produktion, nicht jedoch nach Herkunftsländern der Zutaten, da diese Informationen meist nicht verfügbar waren. Außerdem führt die Studie die Produkte nicht einzeln auf, sondern fasst sie in Kategorien zusammen. Dadurch entsteht ein Durchschnittswert, der Einzelprodukten oft nicht gerecht wird, aber den Grundsatz bestätigt, dass pflanzenbasierte Nahrung gesünder und nachhaltiger ist als tierische Produkte.

Nutri-Score und ökologische Datenbanken als Grundlage

Auf gesundheitlicher Seite gingen in die Analyse dieselben Kriterien ein wie beim Nutri-Score, der sich bereits auf zahlreichen Lebensmitteln findet und diese von A (höchste Nährwertqualität) bis E klassifiziert. Dazu zählen die Energiemenge sowie der Gehalt an Salz, Zucker und gesättigten Fettsäuren, aber auch der Anteil von Obst, Gemüse, Nüssen, Ballaststoffen und bestimmten Ölen. Auf ökologischer Seite fielen unter anderem der Verbrauch an Wasser relativ zu dessen regionaler Verfügbarkeit, die benötigte Landfläche, die Treibhausgasemissionen und die potenzielle Gewässerbelastung (Eutrophierung) ins Gewicht.

Vorne lagen am Ende vor allem Getränke, weil diese hauptsächlich aus gesundheitlich und in vielen Regionen hinreichend verfügbarem Wasser bestehen. Bei den Lebensmitteln punkteten besonders Möhren, Zwiebelgewächse und auch Maniok. Ganz hinten landeten vor allem Fleisch und Käse, aber auch Mandeln und Garnelen. Beim Fleisch gab es jedoch große Unterschiede: Besonders negativ sieht die Studie verarbeitetes Fleisch von Wiederkäuern, während Geflügel etwas besser dasteht. Insgesamt zeigte sich, dass gesundheitlich wertvollere Produkte in den meisten Fällen zugleich die ökologisch vorteilhafte Wahl sind.

Das sind die Tops und Flops der wichtigsten Kategorien:

Getränke

Viele Getränke haben einen kleinen ökologischen Fußabdruck, weil sie vor allem aus Wasser bestehen. Die beste Wertung in dieser Kategorie erzielen Kindergetränke, darunter Fruchtsaftgetränke, Trinkjoghurts und Trinkpäckchen. Zwar haben sie einen gewissen Gehalt an Zucker oder Fett, aber das sieht bei Säften, Energydrinks oder Milchshakes im Mittel noch schlechter aus. Das Schlusslicht der Kategorie Getränke bildet der Kakao, hinter sonstigen Heißgetränken, Tee und Kaffee. Sie alle sind ökologisch schwierig wegen der Treibhausgasemissionen und des Flächenverbrauchs. Kakao schneidet obendrein hinsichtlich der Ernährung vor allem bei Zucker- und Kaloriengehalt schlecht ab.

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Notfall-Vorrat: Diese Lebensmittel eignen sich für die Vorratskammer

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät, sich für Notsituationen einen Haushaltsvorrat an Lebensmitteln anzulegen. Bereits die Starkregenfälle in Deutschland im Juli 2021 oder auch die Corona-Pandemie und folgende Quarantäne-Maßnahmen haben gezeigt, wie hilfreich eine gut geplante Vorratskammer sein kann.

Getreideprodukte und Brot

Bei Getreideprodukten unterscheidet die Studie nicht Vollkornprodukte von anderen Produkten, sondern mittelt wie sonst auch alle Produkte einer Kategorie. Somit liegen Wraps, Pittas und ähnliche Produkte ganz vorn, dicht gefolgt von Brot und Brötchen. Ihre ökologischen wie gesundheitlichen Auswirkungen sind demnach gering. Generell sind die Umweltbelastungen hier überschaubar, selbst beim Schlusslicht Cracker und Knäckebrot, wo die Studie als Kritikpunkte Fette, Salz und Kaloriengehalt anführt.

Milchprodukte, Fleisch und Fisch und deren Alternativen

Veganer wird es freuen: Fleisch- und Milchalternativen führen diese Kategorie deutlich an, gesundheitlich wie ökologisch. Ihre Umweltauswirkungen sind marginal, gesundheitlich fällt lediglich bei den Fleischalternativen ein gewisser Salzgehalt ins Gewicht. Schlusslicht ist der Käse aufgrund des hohen Salz- und Fettgehaltes und der in allen Bereichen problematischen Umweltfolgen. Fleisch schneidet unter Gesundheitsaspekten etwas besser ab, ökologisch dafür bei Flächenverbrauch und Gewässerbelastung noch schlechter.

Desserts

Ökologisch sind die meisten Desserts wenig problematisch. Überschaubar ist der Anteil an Salz, Zucker und Fett bei Teegebäck, Stollen und den brötchenartigen Scones. Das Schlusslicht aus Doughnuts, Keksen und Muffins fällt durch hohen Fettgehalt, hohe Kalorienzahl und hohen Flächenbedarf auf.

Obst, Gemüse und Nüsse

Praktisch nichts zu beanstanden gibt es an den drei Kategorien Gemüse, Salat und frischem Obst. Die Kategorie aus getrocknetem Obst, Nüssen und Nahrungsergänzungsmitteln hingegen kommt auf viele Kalorien und einen sehr hohen Wasserverbrauch.

Fertiggerichte

Suppen, Sandwiches und Salate sind bei den vorbereiteten Lebensmitteln ökologisch wie gesundheitlich unbedenklich. Schlusslicht bilden Kuchen, Quiches und Party-Food aufgrund von Fettgehalt, Flächenverbrauch und Gewässerbelastung.

Snacks

Geröstete Kartoffeln, Chips, Zwiebelringe und Puffreis: Daran hat die Studie bis auf einen leicht erhöhten Salzgehalt nichts auszusetzen. Anders steht es um Schokolade: Zucker, Fett, Energiegehalt, aber auch Flächenverbrauch stehen stark in der Kritik.

Verwendete Quellen:

  • PNAS.org: Estimating the environmental impacts of 57,000 food products