Anfang August ist in Grönland ein riesiges Stück von einem Gletscher abgebrochen. Forscher der NASA wollten nun herausfinden, warum das Eis so schnell schmilzt - und fanden alarmierende Hinweise am Gletscher Helheim.

Mehr Wissensthemen finden Sie hier

Es war ein heißer Sommer in Grönland. So heiß, dass am 2. August schließlich, mehr als acht Kilometer von der Siedlung Kulusuk entfernt, ein großes Stück Eis von einem Gletscher abbrach. Es war so groß wie ein Fußballfeld. An diesem Tag verlor Grönland 12,5 Milliarden Tonnen Eis. Das berichtet der Nachrichtensender CNN. Noch nie zuvor ist so viel Eis an einem Tag ins Meer gestürzt.

Forscher der NASA, die zum Programm "Oceans Melting Greenland" (OMG) gehören, fuhren daraufhin zu der Insel. Sie wollten herausfinden, durch welche Einflüsse das Eis genau angegriffen wird und schmilzt. Dabei untersuchten sie nicht nur die steigende Lufttemperatur, sondern auch die Erwärmung des Wassers.

Gletscher komplett von warmem Wasser umgeben

Zu diesem Zweck steuerten die Forscher Helheim, den größten Gletscher von Grönland, an. Er ist circa 6,4 Kilometer breit und in etwa so hoch wie die Freiheitsstatue. Durch die Eisschicht hindurch sammelten sie Proben, die Aufschluss über die Temperatur des Wassers und dessen Salzgehalt geben sollten.

Die Daten, die die Wissenschaftler anschließend zu sehen bekamen, waren beunruhigend. Der Gletscher ist komplett von warmem Wasser umgeben - und er reicht über 600 Meter in den Ozean hinein.

"Es ist überall auf dem Planeten sehr selten, dass man 700 Meter ohne irgendwelche Temperaturunterschiede hat", sagt Ian Fenty, Klimaforscher bei der NASA, zu CNN. Normalerweise finde man kälteres Wasser in den oberen hundert Metern. "Aber direkt vor dem Gletscher ist es bis oben hin warm."

Gletscher können Meeresspiegel drastisch anheben

Das warme Wasser könne das ganze Eis auf der Oberfläche des Gletschers erreichen, was es noch schneller schmelzen lassen könne. "In Grönland ist genug Eis, um die Meeresspiegel um 7,5 Meter ansteigen zu lassen", erklärt Josh Willis, Ozeanograph der NASA.

Das könne verheerende Auswirkungen auf die Küsten des ganzen Planeten haben. Alleine ein Gletscher wie Helheim, und sogar noch wesentlich kleinere, können innerhalb eines Monats den globalen Meeresspiegel um einen halben Millimeter anheben. Das könne nicht ignoriert werden, sagen die Forscher der NASA. (ff)

Verwendete Quellen:

  • CNN: "At the bottom of a glacier in Greenland, climate scientists find troubling signs"
Bildergalerie starten

Aktuelle Satellitenbilder: Faszinierende Bilder unseres Planeten

Unsere Erde gewährt faszinierende Einblicke aus der Weltraum-Perspektive. Hier finden Sie - ständig aktualisiert - immer die beeindruckendsten Satellitenbilder.