Hilfe für Mobbing-Opfer, Krebszellen zerstören sich durch neue Methode selbst und eine Hightech-Boje soll Wale und Delfine besser vor Unterwasserlärm schützen. Das sind die guten Nachrichten im November.

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Trotz multipler globaler Krisen wird die Stimmung in Deutschland nach der Corona-Pandemie langsam – sehr langsam – wieder besser, so das Ergebnis des aktuellen Glücksatlas. Während die Menschen in Schleswig-Holstein trotz des rauen Klimas die zufriedensten des Landes sind, tummeln sich in Mecklenburg-Vorpommern laut der Befragung die meisten Miesepeter der Nation. Bitte mit Humor nehmen!

Dass die allgemeine Gemütslage in Zeiten von Dauerkrisen eher bescheiden ist, ist verständlich. Was kann man also unternehmen, um sich besser zu fühlen? Sich von einer Krise zur nächsten hangeln? Wie wäre es damit, den Fokus gezielt auf positive Dinge zu richten? Positive Emotionen beeinflussen nicht nur das Wohlbefinden, sie setzen auch körpereigene Botenstoffe frei, die das Stresshormon-Level im Blut senken können. Und so schwer ist es gar nicht, die Aufmerksamkeit verstärkt auf das Gute in der Welt zu richten. Da tut sich nämlich einiges: Die guten News des Monats zeigen, dass auch viel Erfreuliches gedeiht.

Lärmschutz für Meeressäuger dank KI-Boje

Nervige Nachbarn oder quälender Baustellenlärm lassen sich mit Ohrstöpseln zumindest ein wenig ausblenden. Meeresbewohner hingegen sind der Dauerbeschallung unter Wasser machtlos ausgeliefert. Lärmquellen sind beispielsweise Bohrungen, Militärübungen oder die Schifffahrt. Für Tiere wie Wale und Delfine, die sich überwiegend über akustische Signale orientieren und verständigen, ist die Unterwasser-Lärmverschmutzung lebensbedrohlich.

Doch es gibt innovative Ansätze, um sie besser zu schützen: Im Jahr 2022 wurden vor der Küste Chiles spezielle Bojen installiert, die mit akustischen Sensoren ausgestattet sind. Die Bojen orten die Signale von Walen und Delfinen und geben den Aufenthaltsort der Meeressäuger an Mitarbeiter der chilenischen Marine weiter. Diese wiederum informiert Schiffskapitäne über die Anwesenheit der Tiere, damit sie die Tiere weiträumig umfahren oder den Motor drosseln. Durch die Maßnahme soll das Kollisionsrisiko und die Lärmbelastung für die Tiere gesenkt werden.

Ein ähnliches Projekt geht jetzt in Irland an den Start. Das von der Meeresschutzorganisation ORCA Ireland initiierte "Smart Whale Sounds Project" bringt in Zusammenarbeit mit dem Elektronikhersteller Huawei und der Umweltschutzorganisation "Rainforest Connection" KI- und Deep-Learning-basierte Geräte zum akustischen Monitoring in die Keltische See.

Genau wie in Chile informieren die Hightech-Bojen die Schifffahrt über die Anwesenheit von Walen und Delfinen. Außerdem sollen die Geräte dazu beitragen, die Auswirkungen von Unterwasserlärm auf Meeressäuger zu erforschen, um Strategien zum Schutz der Tiere entwickeln zu können.

In den USA und Puerto Rico: Shoppen ohne Reizüberflutung

Grelles Licht, Musik, parfümierte Luft und ein Überangebot an Waren – für Menschen, die empfindlich auf sensorische Reize reagieren, kann ein Einkauf schnell zum Stresstest werden. Häufig sind es Hochsensible oder Menschen aus dem autistischen Spektrum oder mit ADHS/ADS, die eine reizüberflutete Umgebung aufgrund von fehlenden "Filtern" als sehr belastend empfinden.

Um den Einkauf für sensible Menschen angenehmer zu gestalten, wagte das Unternehmen Walmart einen Versuch: Reize wie flackernde Bildschirme, laute Durchsagen und grelle Beleuchtung wurden Samstags für ein paar Stunden eingestellt.

Das Feedback auf die reizärmere Shopping-Umgebung war so positiv, dass in Filialen in den USA und in Puerto Rico ab sofort täglich zwischen 8 und 10 Uhr sinnesfreundlicher eingekauft werden kann. Ob die Frühschicht dank des neuen Konzepts unter den Mitarbeitern beliebter wird?

Cybermobbing: Frankreich führt Alarmknopf ein

Ganz klar: Die sozialen Medien bringen Vor- und Nachteile mit sich. Während sie einerseits etwa eine wunderbare Möglichkeit zur kreativen Selbstverwirklichung bieten und Inspiration liefern, laufen vor allem Kinder und Jugendliche durch exzessiven Gebrauch von Social Media Gefahr, Minderwertigkeitsgefühle oder ein verzerrtes Körpergefühl zu entwickeln. Das hat die Online-Befragung "Instagram und Körperbild" ergeben.

Besonders stark leiden Opfer von sogenanntem Cybermobbing oder Cyberbullying, also Mobbing im Netz. Häufig leiden die Opfer im Stillen – oder wissen nicht, an wen sie sich wenden können. In Frankreich werden beliebte Apps wie Instagram, TikTok und Facebook deshalb mit einem Sicherheitsknopf ausgestattet. Betätigen Opfer von Mobbing-Attacken diesen, werden sie an eine Hotline weitergeleitet und können sich von Juristen und Psychologen beraten lassen.

Die Einführung des Alarmknopfes ist eine der Maßnahmen der französischen Regierung gegen Mobbing unter jungen Menschen. In Deutschland können Betroffene sich an verschiedene Beratungsstellen wie den Weißen Ring, die Beratungsplattform jugend.support oder das Bündnis gegen Cybermobbing wenden.

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Neuer Ansatz in der Krebstherapie: Krebszellen zerstören sich selbst

Forscher des UC Davis Comprehensive Cancer Centers in Kalifornien haben einen Mechanismus gefunden, der Tumorzellen dazu anregt, sich selbst zu zerstören. Im Mittelpunkt steht ein bestimmter Molekülabschnitt, ein sogenanntes Epitop, das sich auf dem als Todesrezeptor bekannten Rezeptor CD95 befindet. Wird der Rezeptor aktiviert, beginnt die Zelle mit der Selbstzerstörung.

Das Wissen um den Rezeptor ist nicht neu. Allerdings führte seine Aktivierung in der Vergangenheit auch zum Gegenteil des erwünschten Effekts: Die Krebszellen vermehrten sich schneller, statt sich selbst zu zerstören. Durch die Identifizierung des entscheidenden Molekülabschnitts gelang den Forschern nun der Durchbruch. Die neue Methode könnte ein wichtiger neuer Baustein in der Krebstherapie sein, etwa durch die Entwicklung von Medikamenten, die den Zelltod gezielt aktivieren.

Verwendete Quellen:

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