Wer sich zu lange starker Kälte aussetzt, läuft Gefahr, sich Erfrierungen oder eine Unterkühlung zuzuziehen. Für die eigene Gesundheit kann das sehr ernste Folgen haben. Wie Sie solche Gefahren erkennen und was Sie im Ernstfall tun können.

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Der Winter ist da und mit ihm die Kälte. Niedrige Temperaturen können nicht nur unangenehm sein, sondern in Form von Erfrierungen und Unterkühlungen auch ernste Gefahren für die Gesundheit darstellen.

Beides kann beispielsweise durch einen Sturz in kaltes Wasser, eisige Winde, unzureichend warme Kleidung oder lang anhaltenden Kontakt mit Schnee und Eis ausgelöst werden.

Durch bestimmte Faktoren kann das Risiko auf Unterkühlung beziehungsweise Erfrierung steigen. So sind Kleinkinder und ältere Personen öfter davon betroffen als andere Menschen.

Negativ wirken sich auch das Rauchen, der Genuss von Alkohol und die Einnahme von gewissen Medikamenten aus. Durchblutungsstörungen, Unterernährung und Erschöpfung machen den Körper ebenfalls anfälliger.

Einer der Hauptunterschiede zwischen einer Erfrierung und einer Unterkühlung ist das Ausmaß, in welchem sie den Körper schädigen.

So kommt es bei einer Erfrierung, ausgelöst durch eine mangelhafte Durchblutung aufgrund von niedrigen Temperaturen, zu örtlich begrenzten Gewebeschäden.

Betroffen von Erfrierungen sind häufig die Finger, Zehen, Nasen oder die Wangen einer Person. Dabei kann das Gewebe eines Körperteils auch absterben. Eine Unterkühlung entsteht hingegen, wenn der Körper über längere Zeit mehr Wärme abgibt als er produziert.

Erfrierungssymptome und Maßnahmen

Erkennen lässt sich eine Erfrierung laut dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) an mehreren Symptomen. Demnach fühlen sich die betroffenen Körperteile zunächst kalt, weich und schmerzhaft an.

Später werden die betroffen Stellen hart und es stellt sich ein Taubheitsgefühl ein. Außerdem kommt es zu Verfärbungen. Zunächst nimmt die Haut eine bläulich-rote Farbe an.

Zudem können sich Blasen bilden, die teilweise auch mit Blut gefüllt sind. Die Farbe der geschädigten Region wandelt sich im Laufe der Zeit und wird weiß-gelb oder weiß-grau.

Bei schweren Erfrierungen kann es auch zu einer blau-schwarzen Verfärbung der Haut kommen. Selbige stellt sich aber erst nach einem längeren Zeitraum ein und ist ein Anzeichen dafür, dass das unterhalb der Haut liegende Gewebe abstirbt. In diesem Fall spricht man von einer "Nekrose".

Stellen, die auf diese Art geschädigt wurden, heilen nicht mehr und eventuell ist die Amputationen der betroffenen Körperteile notwendig.

Besteht der Verdacht auf Erfrierung, sollte immer ein Notruf abgesetzt werden. Zudem sollte die betroffene Person, ins Warme gebracht werden und mögliche nasse Kleidungsstücke und Schuhe ablegen. Feuchte oder zu enge Kleidung kann Erfrierungen begünstigen.

Außerdem verweist das Rote Kreuz darauf, dass die erfrorenen Stellen möglichst nicht bewegt werden sollten. Wenn möglich sollten sie abgedeckt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass das verwendete Material keimfrei ist.

Zudem rät die Rettungsorganisation Helfern, zu versuchen, das geschädigte Gewebe durch die eigene Körperwärme zu erwärmen. Das gilt allerdings nur für Körperteile, die noch nicht hartgefroren sind.

Diese Stellen aktiv zu erwärmen, beispielsweise durch eine Wärmflasche oder Reibung, davon rät das DRK explizit ab! Durch Reiben könnten weitere Gewebeschäden entstehen, durch zu schnelles Erwärmen könnte kaltes Blut zum Herz gepumpt werden.

So erkennen Sie eine Unterkühlung

Oftmals gehen Erfrierungen mit einer Unterkühlung einher. Dabei stellt die Unterkühlung die größere Gefahr dar, weil sie Auswirkungen auf den gesamten Körper hat und zu Atem- und Kreislaufstillstand führen kann. Deshalb sollte sich ihrer immer priorisiert angenommen und auch immer der Notruf gewählt werden.

Das Rote Kreuz unterscheidet zwei Stadien, in denen eine Unterkühlung auftritt. Das erste Stadium erkennt man daran, dass Betroffene vor Kälte zu zittern beginnen. Zudem sind Atmung und Puls erhöht. Die Körpertemperatur liegt in dieser Phase zwischen 32 und 35 Grad.

Das DRK rät bei diesem Grad der Unterkühlung dazu, die betroffene Person an einen warmen Ort zu bringen. Dort sollte sich der Patient nasser oder kalter Kleidung entledigen und sich langsam aufwärmen. Dazu bietet es sich an, ihn in warme Decken zu wickeln.

Im zweiten Stadium der Unterkühlung sinkt die Körpertemperatur weiter ab und erreicht Werte zwischen 32 und 28 Grad.

Dabei verlangsamen sich Atmung und Puls des Patienten und er wird zunehmend müde. Außerdem lässt die Schmerzempfindlichkeit nach und die Muskeln werden starr. Es kann zu Bewusstlosigkeit kommen.

Generell sollte der Betroffen in dieser Phase zugedeckt und in eine stabile Seitenlage gebracht werden. Es sollte aber nicht mehr versucht werden, die Person zusätzlich aufzuwärmen. Wie auch bei der Erfrierung, rät das DRK von der Zuführung aktiver Wärme ab.

Sollte die Person bewusstlos werden, muss zwingend die Atmung durchgehend überprüft werden. Sollte diese aussetzen, muss umgehend mit Wiederbelebung nach Erste-Hilfe-Vorgaben begonnen werden.

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Verwendete Quellen:

  • American Family Physician: Diagnosis and treatment of hypothermia
  • Apotheken Umschau: Kälteschäden: Wie Sie richtig reagieren
  • Deutsches Rotes Kreuz: Erfrierungen/Unterkühlung