FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache beschwert sich öffentlich über Rapper Nazar und den ORF. Der Sender beschäftige "primitive Herrschaften", die der Gebührenzahler finanziere. Damit geht der Streit mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in die nächste Runde.

Heinz-Christian Strache (FPÖ) hat auf Facebook gegen den ORF gewettert. "Niveau kann man nicht kaufen! Und solche primitiven Herrschaften sollen dann im Auftrag des ORF die Zwangsgebührenzahler beim Songcontest beglücken? Nicht tragbar für einen öffentlich-rechtlichen Sender!", schreibt Strache.

Der FPÖ-Chef veröffentlichte dazu einen Zeitungsausschnitt. Demnach soll der Wiener Rapper Nazar Strache bei einem Konzert als "Hurensohn" beschimpft haben. Nazar wird bei der Suche nach Österreichs Kandidat für den Song Contest gemeinsam mit Sängerin Anna F. und der deutschen Band The BossHoss den zur Auswahl stehenden Musikern als Coach zur Seite stehen.

Eklat beim Villacher Fasching

Der Zwist mit dem ORF schwelt anscheinend schon länger. Am Samstag hatte der "Standard" einen Streit zwischen Strache und ORF-Ermittlerin Kristina Sprenger ("Soko Kitzbühel") aufgegriffen, der sich in einem Villacher Hotel zugetragen haben soll. Nach Angaben des "Standard" waren Sprenger und Strache in Anwesenheit von ORF-Direktoren aneinandergeraten. Weder die FPÖ noch Sprenger oder der ORF wollten sich bisher dazu äußern.

Einzig FPÖ-Mediensprecher Harald Vilimsky meldete sich bisher zu Wort. Strache sei im Umfeld des heurigen Villacher Faschings von ORF-Schauspielern "im Beisein und unter offensichtlicher Goutierung von Teilen der ORF-Führung primitiv beschimpft" worden.

Vilimsky hatte sich Mitte vergangener Woche in einer Aussendung über das "FPÖ-Bashing im ORF" beklagt. In der ORF-Serie "Vorstadtweiber" war Parteichef Strache als "schwul" bezeichnet worden - in einer Dialogszene, die zwar aus der Folge entfernt wurde, aber in den Untertiteln für Gehörlose erhalten blieb.

"Den Chef der größten Oppositionspartei als 'schwul' zu bezeichnen, sprengt wohl deutlich die Grenzen des guten Geschmacks und kann nur als reine Gehässigkeit bezeichnet werden", sagte Vilimsky. Er ortet zudem "parteiische Interviewführungen im Sinne der Regierung" sowie "diverse Regierungspropagandasendungen im ORF". (ank)