Bundeskanzler Christian Kern lässt die Rede von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache im Vorfeld des Nationalfeiertags nicht unkommentiert: Er bezeichnet Strache indirekt als Nationalisten.

Christian Kern (SPÖ) hat Heinz-Christian Straches Rede zum Nationalfeiertag kritisiert. "HC Strache hält in Österreich 'einen Bürgerkrieg mittelfristig für nicht unwahrscheinlich'. Und bezieht daraus die Rechtfertigung jedmöglicher politischer Mittel. Und das bei einer Rede anlässlich unseres Nationalfeiertages!", kommentierte der Bundeskanzler auf Facebook.

Strache befürchtet Bürgerkrieg

21 Prozent wollen eine Neuauflage von ÖVP-FPÖ. Dabei knabbern wir noch.

Am Montag hatte der FPÖ-Chef seine traditionelle "Rede zur Lage der Nation aus freiheitlicher Sicht" gehalten. Darin kritisierte er unter anderem die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf.

Merkel sei nicht nur die mächtigste, sondern "leider auch die gefährlichste Frau Europas", sagte Strache. Sie habe mit ihrer Willkommenskultur den "Startschuss zur größten Völkerwanderung seit Jahrhunderten" gegeben.

Diese Zuwanderung erweise sich nun als Bedrohung für Europa: "Durch den ungebremsten Zustrom von kulturfremden Armutsmigranten, die in unsere Sozialsysteme einsickern, wird aber unser von Solidarität und Zusammenhalt getragenes gesellschaftliches Gefüge in seinen Grundfesten erschüttert und macht mittelfristig einen Bürgerkrieg nicht unwahrscheinlich", behauptete Strache.

Für die deutsche Kanzlerin sei der Grundsatz, dass das Recht vom Volk ausgehe, "nur eine leere Worthülse". Die etablierten Parteien hätten die mahnenden Stimmen der FPÖ ignoriert. Die "ethnisch-kulturell fremde Zuwanderung" dürfe ein gewisses Maß nicht überschreiten.

Kern spricht Strache Patriotismus ab

Diese Aussagen konterte Bundeskanzler Kern. Er zitierte den ehemaligen deutschen Bundespräsidenten: "Johannes Rau hat treffend formuliert: 'Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt. Ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet.' HC Strache ist kein Patriot!" (ank)

Während Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer gefühlt täglich in den Medien präsent ist, geht der einst medial so umtriebige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zwischen den Zeilen verloren - hat es den Anschein. Es liegt also auf der Hand zu fragen, ob Hofer Strache nicht allmählich den Rang abläuft.

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