Ein verspäteter Aprilscherz? In Wels ist ein offiziell anmutendes Schreiben aufgetaucht, das die Bürger dazu auffordert, in ihren Privaträumen ein Porträt des Bundespräsidenten aufzuhängen. Ansonsten drohe eine Geldstrafe.

Alles wirkt ganz offiziell: Der Briefkopf zeigt das Logo des Bundesinnenministeriums, ein Aktenzeichen wird aufgeführt und ein Gesetz zitiert - das es aber freilich gar nicht gibt. In Wels sorgt derzeit ein Schreiben für Aufregung, in dem Bürger aufgefordert werden, in ihrer Wohnung ein Bild von Bundespräsident Alexander Van der Bellen aufzuhängen. Das berichtet der ORF.

Am besten in "Wohnzimmer oder Küche"

Wortwörtlich heißt es: "Laut BGBL § 1154 b ist auch in jeder privaten Wohnung ein Bild des amtierenden Bundespräsidenten anzubringen. Dies dient zum Festigen der Zugehörigkeit zur österreichischen Nation. Sie sollten dafür einen geeigneten Platz, z.B. Wohnzimmer oder Küche vorsehen."

Doch es geht noch weiter: "Wir möchten darauf hinweisen, dass wir im Zeitraum von Mai bis Juli 2017 punktuelle Kontrollen im Bereich Wels-Stadt vornehmen werden. Bei Zuwiderhandlung sind Strafen von € 90,00 bis € 300,00 vorgesehen. Anbei übermitteln wir Ihnen ein Bild unseres Bundespräsidenten."

Als ausführende Behörde listet der Verfasser das Magistrat der Stadt Wels sowie Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ) auf.

Ermittlungen gegen Verfasser

Wie viele Bürger der Brief erreichte, ist unklar. Ein Empfänger übermittelte ihn zumindest an Bürgermeister Rabl, der Anzeige erstattete. Das Schreiben sei eine "plumpe Fälschung", zitiert ihn der ORF.

Rabl ersuchte weitere mögliche Empfänger, sich beim Stadtpolizeikommando oder in seinem Büro zu melden.

Im Innenministerium reagierte man ähnlich erbost: Selbstverständlich verschicke man keine solchen Briefe, hieß es, es handele sich um einen "bösen Scherz".

Gegen den oder die Verfasser wurden Ermittlungen aufgenommen. (af)