FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer fühlt sich in der Öxit-Debatte missverstanden. Ein EU-Austritt wäre seiner Ansicht nach "ein Fehler" - und nur eine Option für den Extremfall.

Norbert Hofer hat sich gegen einen Öxit ausgesprochen. "Ich bin nicht für einen Austritt Österreichs aus der Europäischen Union. Ich ärgere mich jetzt seit Tagen, dass mir das unterstellt wird", sagte der FPÖ-Kandidat für die Bundespräsidentenwahl in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Presse".

Ein Öxit würde für das Land einen Schaden bedeuten, betonte Hofer. "Meine Position war: Im Extremfall – wenn die Türkei der Europäischen Union beitritt oder sich die EU Verträge gibt, die die Mitgliedstaaten entmachten, ein Zentralstaat entsteht und das Einstimmigkeitsprinzip in wichtigen Bereichen fällt – bin ich dafür, dass man die Österreicher fragt, wie es weitergehen soll."

Hofer: "Gestärkt aus Krise hervorgehen"

Er gehe davon aus, dass sich die Union im kommenden Jahr verändern werde, sagte der FPÖ-Politiker. Jean-Claude Juncker sei zwar nicht der ideale Kommissionspräsident, aber "ich glaube auch nicht, dass der Herr Juncker nicht auch lernfähig ist". Man könne aus dieser Krise gestärkt hervorgehen.

Ein Zurückrudern aus wahlkampftaktischen Gründen, weil laut Umfragen viele Österreicher keinen EU-Austritt wollen, sieht Hofer in seinen Aussagen nicht: "Ich habe immer die gleiche Position vertreten. Auch in den Monaten des ersten und zweiten Wahlgangs."

EU-Austritt "nicht die Linie der FPÖ"

Der französische Front National, mit dem die FPÖ auf EU-Ebene in einer Fraktion zusammenarbeitet, habe eine "überaus kritische EU-Linie. Dort geht es stark in Richtung Austritt", sagte Hofer. Das sei nicht die Linie der FPÖ - "auch nicht im Parteiprogramm".

Für den Dritten Nationalratspräsidenten hat die Europäische Union eine positive Zukunft vor sich, wenn sie "die richtigen Entscheidungen trifft. Daran müssen wir mitarbeiten." (ank)