• 21:23 Uhr: ➤ Armee: Gruppe von Gaza-Geiseln in Israel angekommen
  • 18:48 Uhr: Israel: Drei tote Soldaten am 7. Oktober nach Gaza verschleppt
  • 17:57 Uhr: Konfrontationen zwischen Palästinensern und israelischer Armee im Westjordanland
  • 16:46 Uhr: Schusswechsel im Norden des Gazastreifens trotz Waffenruhe
  • 14:47 Uhr: Katar hofft auf "tragfähige Waffenruhe" für Gazastreifen
  • 12:00 Uhr: Außenpolitiker Roth warnt vor Machtübernahme der Hamas im Westjordanland
  • 11:39 Uhr: Freigelassene französische Geiseln wohlauf
  • 11:07 Uhr: Scholz: Bisherige Geisel-Freilassungen "nur erster Schritt"

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➤ Fünfte Gruppe von Gaza-Geiseln in Israel angekommen - auch Deutsche dabei

  • 21:23 Uhr

Eine fünfte Gruppe freigelassener Geiseln ist am Dienstag aus dem Gazastreifen über Ägypten nach Israel zurückgekehrt. Die israelische Armee teilte mit, die insgesamt zwölf Menschen würden zunächst medizinisch untersucht. Anschließend könnten sie ihre Familien treffen. Es handelt sich nach Angaben des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu um zehn Israelis und zwei Thailänder. Unter den Israelis waren auch betagte Frauen bis zu einem Alter von 84 Jahren und nur eine Minderjährige (17), die mit ihrer Mutter zusammen freigelassen wurde.

Unter den Geiseln ist auch eine Deutsche. Das teilte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) am Abend im Netzwerk X (vormals Twitter) mit.

Damit sind seit Beginn einer Feuerpause am Freitag insgesamt 81 Geiseln freigekommen, darunter 61 Israelis. Im Gegenzug wurden bisher 150 palästinensische Häftlinge freigelassen. Weitere 30 sollten noch am Dienstagabend aus israelischen Gefängnissen auf freien Fuß gesetzt werden. Israel und die islamistische Terrororganisation Hamas hatten sich unter Vermittlung Katars auf den Austausch geeinigt. (dpa)

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Machtverhältnisse in Nahost: Verbündete USA/Israel, Verbündete Iran © dpa-infografik GmbH

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Die weiteren Nachrichten zum Krieg in Nahost vom 28. November:

Israel: Drei tote Soldaten am 7. Oktober nach Gaza verschleppt

  • 18:48 Uhr

Bei dem Terrorüberfall der islamistischen Hamas am 7. Oktober sind nach israelischen Angaben auch die Leichen von drei Soldaten in den Gazastreifen verschleppt worden. Zwei 19-Jährige und ein 20-Jähriger seien bei dem Massaker im Süden Israels getötet und ihre Leichen von Terrororganisationen mitgenommen worden, teilte die Armee am Dienstag mit. Die Leichen befänden sich noch im Gazastreifen.

In den vergangenen Jahren hat Israel sich immer wieder um die Übergabe der Leichen zweier Soldaten, die Hamas seit dem Gaza-Krieg 2014 festhält, sowie die Freilassung zweier israelischer Gefangener bemüht. Im jüdischen Glauben muss jeder Teil eines Körpers beerdigt werden.

Bei dem Massaker waren nach israelischen Angaben mehr als 1200 Menschen getötet und rund 240 Geiseln in das Küstengebiet verschleppt worden. Israel begann daraufhin massive Luftangriffe und Ende Oktober eine Bodenoffensive in dem Küstengebiet. Dabei wurden nach Hamas-Angaben fast 15 000 Menschen getötet.

Eine seit Freitag geltende Feuerpause in dem mehr als sieben Wochen dauernden Konflikt sollte eigentlich am Dienstagmorgen enden. Unter der Vermittlung des Golfemirats Katar und Ägyptens einigten sich die Verhandler jedoch unter den bislang geltenden Bedingungen auf eine Verlängerung um zwei Tage. Teil des Abkommens war bislang der Austausch von Geiseln in Gaza mit etwa dreimal so vielen palästinensischen Häftlingen in Israel. Seit Freitag kamen 58 Geiseln verschiedener Nationalitäten frei - darunter auch Deutsche. (dpa)

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Konfrontationen zwischen Palästinensern und israelischer Armee im Westjordanland

  • 17:57 Uhr

Bei Konfrontationen mit der israelischen Armee im besetzten Westjordanland sind nach palästinensischen Angaben drei Menschen getötet worden. Ein 26-Jähriger sei in der Nähe von Ramallah erschossen worden, während die Armee die Freilassung von palästinensischen Häftlingen vorbereitet habe, teilte das Gesundheitsministerium in Ramallah am Dienstag mit. Ein 14-Jähriger sei in der Nähe von Tubas im nördlichen Westjordanland getötet worden. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen.

Nach Angaben der israelischen Armee kam es bei den Vorbereitungen für die Freilassung von Häftlingen als Teil des Abkommens zwischen Israel und der islamistischen Hamas in der Nähe von Ramallah zu Unruhen. Soldaten seien mit Brandflaschen und Sprengsätzen beworfen worden. Die Armee habe auch mit scharfer Munition geschossen, um die Unruhen aufzulösen.

In Tubas habe es Anti-Terror-Aktivitäten gegeben, bei denen zwei gesuchte Verdächtige festgenommen worden seien, teilte die Armee weiter mit. Dort hätten Bewaffnete auf die Sicherheitskräfte geschossen, die zurückgeschossen hätten. Nach Angaben des Gesundheitsministerium wurde zudem ein 17-Jähriger nordwestlich von Ramallah erschossen. Zu diesem Vorfall äußerte sich die Armee zunächst nicht.

Seit den Massakern von Terroristen der islamistischen Hamas und anderer Gruppen am 7. Oktober hat sich die Sicherheitslage in dem von Israel besetzten Westjordanland massiv verschlechtert. Bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten, aber auch Attacken von israelischen Siedlern wurden seither 231 Palästinenser getötet, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Seit Jahresbeginn wurden demnach im Westjordanland insgesamt schon 427 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, Konfrontationen oder eigenen Anschlägen getötet. (dpa)

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Schusswechsel im Norden des Gazastreifens trotz Waffenruhe

  • 16:46 Uhr

Trotz einer mehrtägigen Waffenruhe im Gaza-Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas ist es am Dienstag zu einem Schusswechsel im nördlichen Gazastreifen gekommen. Nach Angaben der israelischen Armee wurden israelische Soldaten beschossen. Diese hätten zurückgeschossen. Zudem seien insgesamt drei Sprengsätze neben Soldaten an zwei Standorten explodiert. Damit sei der Rahmen der Waffenruhe verletzt worden, hieß es.

Die Hamas bestätigte eine Konfrontation mit der israelischen Armee. Die Terrororganisation warf Israel eine Verletzung der Waffenruhe im Norden des Gazastreifens vor. Die Hamas betonte allerdings, sie fühle sich weiter an die Vereinbarung gebunden, solange Israel sich ebenfalls verpflichtet fühle. Die Hamas rief die Vermittler Katar und Ägypten dazu auf, Israel zur Einhaltung der Waffenruhe zu drängen.

Laut Armee wurden mehrere Soldaten leicht verletzt. Die Soldaten hätten sich an den im Rahmen der Waffenruhe vereinbarten Standorte aufgehalten.

Die seit Freitag geltende Feuerpause in dem mehr als sieben Wochen dauernden Konflikt sollte eigentlich am Dienstagmorgen enden. Unter der Vermittlung des Golfemirats Katar und Ägyptens einigten sich die Verhandler jedoch unter den bislang geltenden Bedingungen auf eine Verlängerung um zwei Tage. (dpa)

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Katar hofft auf "tragfähige Waffenruhe" für Gazastreifen

  • 14:47 Uhr

Nach der Verlängerung der Feuerpause zwischen Israel und der Hamas will Vermittler Katar nach eigenen Angaben eine "tragfähigen Waffenruhe" für den Gazastreifen erreichen. "Unser wichtigstes Ziel jetzt, und unsere Hoffnung, ist das Erreichen einer tragfähigen Waffenruhe, die zu weiteren Verhandlungen und letztlich zu einem Ende dieses Krieges führt", sagte ein Sprecher des katarischen Außenministeriums bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Doha.

Katar ist zusammen mit Ägypten und den USA der wichtigste Vermittler im Krieg zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas. Nach einer ersten viertägigen Feuerpause ab Freitag war eine Verlängerung um zwei Tage bis Donnerstagfrüh erreicht worden. Bisher wurden insgesamt 69 Geiseln von der Hamas freigelassen. Im Gegenzug entließ Israel 150 palästinensische Gefangene aus seinen Gefängnissen, alle Frauen und Minderjährige. Am Dienstagabend sollen zehn weitere israelische Geiseln freigelassen werden, ebenso am Mittwochabend.

Der Sprecher des katarischen Außenministeriums sagte: "Wir sind hoffnungsvoll, dass wir in den nächsten 48 Stunden mehr Informationen von der Hamas zu den übrigen Geiseln erhalten werden". Er betonte, "kleinere Verstöße" gegen die Vereinbarung zwischen Israel und der Hamas in den vergangenen Tagen hätten den Kern des Abkommens nicht beschädigt. (afp)

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Roth befürchtet Machtübernahme der Hamas im Westjordanland

12:00 Uhr

Der SPD-Politiker und Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth, hat vor den Folgen einer Machtübernahme der radikalislamischen Hamas auch im Westjordanland gewarnt. Es gäbe Anzeichen dafür, dass die Macht der Palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland kippe, sagte Roth der "Bild"-Zeitung (Dienstag). "Eine Machtübernahme der Hamas wäre fatal: Mit den Hamas-Terroristen an der Macht wird weder in Gaza noch im Westjordanland eine friedliche Koexistenz mit Israel möglich sein", fügte er hinzu.

"In Teilen der Westbank hat die von Fatah geführte Palästinensische Autonomiebehörde unter Präsident Mahmud Abbas längst die Kontrolle verloren, sie gilt als korrupt, ineffizient und schwach", sagte Roth. Nach nach dem 7. Oktober bleibe auch die Lage im Westjordanland "explosiv", betonte Roth.

Anders als der Gazastreifen wird das Westjordanland von der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kontrolliert. Seit Beginn des Kriegs zwischen Israel und der Hamas wurden in dem Gebiet nach palästinensischen Angaben mehr als 190 Palästinenser durch die israelische Armee oder radikale israelische Siedler getötet. Die israelische Armee begründet ihre vermehrten Einsätze und Razzien im Westjordanland mit einem "deutlichen Anstieg terroristischer Angriffe". (afp)

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Von Hamas freigelassene französische Jugendliche wohlauf

  • 11:39 Uhr

Die drei von der radikalislamischen Hamas freigelassenen minderjährigen Franzosen sind nach Informationen der französischen Außenministerin Catherine Colonna wohlauf. "Sie werden ärztlich betreut, wie es in diesen Fällen üblich ist, aber von dem psychologischen Schock abgesehen, den sie durch die 50-tägige Geiselhaft erlitten habe, sind sie nicht gesundheitlich eingeschränkt", sagte Colonna dem Sender RTL am Dienstag.

Zu den jüngsten von der Hamas freigelassenen Geiseln zählten auch die Geschwister Erez und Sahar Kalderon, zwölf und 16 Jahre alt, sowie der zwölf Jahre alte Eitan Jahalomi, die alle drei neben der israelischen auch die französische Staatsangehörigkeit haben. (afp)

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Scholz erleichtert über Freilassung von Geiseln - "nur erster Schritt"

  • 11:07 Uhr

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich erleichtert über die Freilassung von Geiseln gezeigt, die von der radikalislamischen Hamas bei ihrem Angriff auf Israel in den Gazastreifen verschleppt worden waren. Er sei glücklich, dass die Betroffenen nun wieder in Freiheit und Sicherheit seien, sagte Scholz am Dienstag im Bundestag. "Dass unter den Freigelassen auch mehrere Deutsche sind, ist ein weiterer Grund zur Freude."

Scholz dankte allen, die sich in den vergangenen Wochen für die Geiseln eingesetzt haben. Die bisher erfolgten Freilassungen könnten aber "nur ein erster Schritt" sein, sagte Scholz weiter. "Noch immer hält die Hamas mehr als hundert Frauen, Männer und Kinder in ihrer Gewalt. Auch sie müssen nun unverzüglich freigelassen werden." Dazu werde die Bundesregierung "mit ganzer Kraft" beitragen. (dpa)

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Weitere Geiseln vor Freilassung

  • 10:22 Uhr

Nach der Verlängerung der Feuerpause im Gaza-Krieg um zwei Tage besteht große Hoffnung auf die Freilassung weiterer Geiseln. In der Nacht zum Dienstag ging bei der israelischen Regierung eine weitere Liste mit für die Freilassung vorgesehene Menschen ein.

Israels Regierungssprecherin Tal Heinrich sprach dem US-Sender CNN gegenüber von zehn Menschen, die "potenziell, hoffentlich" am Dienstag freikommen könnten. Darunter seien ihrer Kenntnis nach auch zwei Frauen mit US-Staatsbürgerschaft.(dpa)

Tonnenweise Hilfsgüter in Norden des Gaza-Streifens gebracht

  • 08:44 Uhr

Humanitäre Organisationen haben während der Feuerpause im Gazastreifen tonnenweise Hilfsgüter in den Norden des Gebiets gebracht. Darunter waren unter anderem Fertiggerichte, Trinkwasser, Zelte und Decken sowie Medikamente, wie das UN-Nothilfebüro OCHA am Dienstag berichtete.

Wegen der Angriffe Israels und Kämpfen mit terroristischen Palästinenserorganisationen wie Hamas hatten sie dort seit Wochen keinen Zugang. Trotz der israelischen Aufrufe, den Norden des Gazastreifens zu räumen, halten sich dort nach Schätzungen noch Hunderttausende Menschen auf.

Geliefert worden sei auch Treibstoff zur Stromproduktion und Material für Entsalzungsanlagen, Wasserpumpwerke und eine Abwasserkläranlage. Sie waren wegen Strommangels in den vergangenen Wochen abgestellt worden. Das teils schwer beschädigte Schifa-Krankenhaus in der Stadt Gaza habe mit neuem Treibstoff seine Dialyse-Station für nierenkranke Patienten wieder geöffnet. (dpa)

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Blinken plant nächsten Israel-Besuch

  • 07:13 Uhr

Für weitere Gespräche über die Geiseln will US-Außenminister Antony Blinken in dieser Woche erneut Israel und das Westjordanland besuchen. Er werde auch das Selbstverteidigungsrecht Israels thematisieren und über den Schutz von Zivilisten während des israelischen Einsatzes im Gazastreifen diskutieren, teilte Außenministeriumssprecher Matthew Miller am Montagabend (Ortszeit) in Washington mit.

Blinken wolle auch die weiteren Schritte zur Gründung eines palästinensischen Staates besprechen sowie die Notwendigkeit, eine Ausweitung des Konfliktes zu verhindern. Wann Blinken in der Nahost-Region eintreffen werde, teilte sein Ministerium nicht mit. (dpa)

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Mit Material der dpa und AFP

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