Während die Kandidatenliste für die Wahl zum Bundespräsidenten langsam wächst, tanzt das BZÖ mit einem ungewöhnlichen Aufruf aus der Reihe: Die Partei will einen Kandidaten "aus dem Volk" - und veranstaltet kurzerhand ein Casting.

"Ja, dieser Aufruf ist vollkommen ernst gemeint, auch wenn er ein bisschen ironisch klingt", lachte die Landesgeschäftsführerin des BZÖ Wien, Gerda Diener, auf Nachfrage unserer Redaktion.

In einer Aussendung hatte die Partei am Freitag ein bundesweites Casting angekündigt. Den Gewinner wird das BZÖ für die Wahl des Bundespräsidenten coachen.

Auf YouTube erklärt Ex-Grünen-Chef, warum er Bundespräsident sein will.

"Kandidat der Herzen" gesucht

Teilnehmer müssten mindestens 35 Jahre alt und österreichische Staatsbürger sein, wird pflichtgemäß betont.

Weiter erklärte BZÖ-Obmannstellvertreter Dietmar Schwingenschrot: "Wenn man uns schon einen Bundespräsidenten umhängt, dann bitte eine Stimme aus dem Volk. Wir suchen einen Kandidaten der Herzen. (...) Wir wollen den Maler aus dem 7er Bau, die Hausfrau vom Matzleinsdorfer Platz oder den Hausmeister aus Eggenberg".

Auch auf Facebook wirbt das BZÖ inzwischen fleißig für seine skurrile Aktion:

Sieger des Castings erhält Coaching

Das BZÖ kündigt neben einem Jahresgehalt "von rund 336.000 Euro" auch einen "schicken Dienstwagen samt Fahrer und eine renommierte Büroadresse" sowie "umfangreiche Unterstützung des BZÖ während des gesamten Wahlkampfes" an.

Der Sieger des Castings werde vom BZÖ gecoacht und medial begleitet. Auch werde die Partei dafür sorgen, die nötigen 6.000 Unterschriften einzureichen.

Entscheidung gefallen, doch wer geht nun für die ÖVP ins Rennen?

Expertenjury entscheidet

In einer Vorauswahl entscheidet das BZÖ Ende Februar über die drei aussichtsreichsten Kandidaten pro Bundesland. Anschließend werden die Anwärter für den Traumjob online präsentiert, ehe eine Expertenjury bestimmt, wer nun um das Amt des Bundespräsidenten ins Rennen geschickt wird.

Wer also davon träumt, Bundespräsident zu werden und mit dem BUÖ kooperieren will, kann sich samt kurzem Motivationsschreiben, Foto und Lebenslauf via E-mail an wien@bzoe.at bis Ende Februar bewerben.

Wenn Autofahren so ist wie Fahrradfahren, muss sich Heinz Fischer keine Sorgen machen. Auf Ö3 gab er allerdings zu, dank seinem Chauffeur ein wenig aus der Übung zu sein. Wie wird das, wenn er 2016 das Amt des Bundespräsidenten abgibt und wieder ein normaleres Leben führt?