Man könnte meinen, dass Alexander Van der Bellen Unterstützung aus den eigenen Reihen bei seiner Kandidatur für die Bundespräsidentenwahl bekommt. Doch die Jugendorganisation der Partei fällt dem Ex-Parteichef regelrecht in den Rücken.

Der 72-jährige Kandidat der Grünen Alexander Van der Bellen könnte gut ein wenig Rückendeckung der Jugend gebrauchen. Denn das Alter der bisherigen Anwärter für das Amt des Bundespräsidenten sorgt bereits für Kritik: "Hofburg als Senioren-Residenz" titelt die Tageszeitung "Österreich" süffisant. Die drei fixen Kandidaten Van der Bellen, Irmgard Griss und Andreas Khol sind zwischen 69 und 74 Jahre alt.

Auf YouTube erklärt Ex-Grünen-Chef, warum er Bundespräsident sein will.

Doch von Rückendeckung ist nichts zu spüren: Die Jungen Grünen warnen anlässlich seiner Kandidatur vielmehr vor einer "Fehleinschätzung" Van der Bellens.

"Weiter rechts als viele denken würden"

"So sehr die Jugendorganisation der Grünen auch die gesellschaftspolitisch liberalen Einstellungen von Van der Bellen schätzt, so sehr warnt sie vor seinen mittlerweile teils neoliberalen wirtschaftspolitischen Positionen", heißt es in einer Aussendung. Als Beispiele zählen die Jungen Grünen seine zustimmende Haltung zu "Bankenrettungen, TTIP, Studiengebühren und mehr Einfluss der Wirtschaft auf Hochschulen" auf.

Somit stehen drei Kandidaten für die Wahl des Bundespräsidenten fest.

Zwar wäre der Ex-Parteichef "mit Blick auf die anderen Kandidaturen nicht die schlechteste Wahl". Aber: "Van der Bellen ist der ideale Kandidat für Raiffeisen und Co. Er gilt als allwissende, ideologiefreie Instanz, steht in wirtschaftlichen Fragen aber weiter rechts als viele denken würden," findet Bundessprecher Kay-Michael Dankl und kündigt an: Als linke Jugendorganisation würden die Jungen Grünen auch die "politischen Schattenseiten und Risiken bei van der Bellen" beleuchten.

(af)