Norbert Hofer stößt mit seinen neuen Plakaten nicht nur auf Gegenliebe. "So wahr mir Gott helfe" lautet der Satz, der vor allem in der evangelischen Kirche für Kritik sorgt.

"Für Österreich mit Herz und Seele" und "In eurem Sinne entscheiden" - so lauten die Slogans auf den neuen Wahlplakaten von Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer. Auch diese Wendung aber nutzt Hofer seit Freitag, um für sich zu werben: "So wahr mir Gott helfe".

Der Satz ist eine mögliche Beifügung nach dem Gelöbnis, das der österreichische Bundespräsident bei Antritt seines Amtes vor der Bundesversammlung spricht. Nach Artikel 62 des Bundesverfassungsgesetzes lautet es: "Ich gelobe, dass ich die Verfassung und alle Gesetze der Republik getreulich beobachten und meine Pflicht nach bestem Wissen und Gewissen erfüllen werde." Anschließend kann der neue Präsident hinzufügen: "So wahr mir Gott helfe."

Bischof: "Missbrauch von Religion"

Im Wahlkampf aber habe Religion nichts verloren, beanstandet der evangelische Bischof Michael Bünker im Ö1-Sonntagsjournal. Er forderte dazu auf, mit religiösen Inhalten "behutsam" umzugehen. Hofers Plakate seien "eine Form von Missbrauch von Religion für die Werbung von Wähler- und Wählerinnenstimmen".

Bümker berief sich bei seiner Kritik auch auf das zweite Gebot: "Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen." Dies twitterte auch der Direktor der Diakonie Österreich, Michael Chalupka am Freitag, nachdem die Plakate präsentiert worden waren:

Tadel kam auch vom evangelischen Superintendenten der Diözese Salzburg und Tirol, Olivier Dantine, der sich dabei auch auf den Austritt Hofers aus der katholischen Kirche im Jahr 2009 bezog:

(af)

Missbrauch oder völlig legitim? "So wahr mir Gott helfe" prangt auf Norbert Hofers neuen Slogans. Wie finden Sie das?
  • A
    Vollkommen unangebracht. Solche religiösen Inhalte haben auf Wahlkampfplakaten nichts zu suchen!
  • B
    Was ist daran falsch? Der Glaube spielt immer noch eine große Rolle in unserem Land.
  • C
    Ich habe keine Meinung dazu.