Ulrike Lunacek und Ingrid Felipe ziehen Konsequenzen aus dem grünen Wahldebakel bei der Nationalratswahl: Sowohl die Spitzenkandidatin als auch die Bundesgeschäftsführerin legen ihre Ämter nieder.

Nachdem die Grünen nun fix nicht im nächsten Nationalrat vertreten sein werden, gibt es erste Konsequenzen: Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek und Grünen-Chefin Ingrid Felipe treten bei der Bundesvorstandssitzung zurück.

"Kein leichter Schritt, aber ein notwendiger"

Wie Lunacek am Abend bestätigte, will sie sich aus allen politischen Funktionen zurückziehen. "Dies ist kein leichter Schritt, aber ein notwendiger", sagte sie bei einer Pressekonferenz.

Die Aufgaben von Lunacek und Felipe wird interimistisch Vize-Klubchef Werner Kogler übernehmen.

Lunacek sprach von der schlimmsten Krise, die die Grünen seit ihrem Bestehen erleben.

Die 60-Jährige bedankte sich bei ihren Unterstützern für die viele Arbeit der vergangenen Monate und lobte alle Beteiligten, "die um jede Stimme gekämpft haben."

Obwohl ihr der Schritt nicht leicht falle, sei ein Neustart für die Grünen nun absolut notwendig.

Zum Abschluss der emotionalen Pressekonferenz bedankte sich Lunacek auch bei den Medien. Man werde sich ja nun nicht mehr so oft sehen wie in den letzten Wochen.

Felipe: "Tirol braucht meine volle Energie"

Felipe hatte ihren Rücktritt bereits zuvor im Gespräch mit der "Tiroler Tageszeitung" (TT) bestätigt. Sie wolle sich nun voll und ganz auf ihre Arbeit in Tirol konzentrieren. Dort finden 2018 Landtagswahlen statt.

"Wenn man als grüne Partei nicht mehr dem Nationalrat angehört, kann man nur sagen, die schwierige Mission ist gescheitert. Tirol ist die nächste wichtige Wahl und Tirol braucht meine volle Energie", begründete Felipe den Schritt.

Sie helfe den Grünen sicher am meisten, "wenn wir in Tirol gut abschneiden", sagte Felipe der TT.

Am Abend machte auch Lunacek ihren Rücktritt offiziell. Die bisherige EU-Abgeordnete hatte sich während des Wahlkampfs bereits von ihren Kollegen und Mitarbeitern in Brüssel verabschiedet.

Am Dienstag wurde zudem bekannt, dass 110 Mitarbeiter der Grünen vor der Kündigung stehen.

Am Mittag hatte sich der grüne Bundesvorstand zu einer Krisensitzung zusammengefunden.

Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou hatte zuvor in mehreren Interviews bekräftigt, dass ein "Köpferollen genau der falsche Weg" sei. (ank/fte)