Vor der Landtagswahl am Sonntag, spricht sich Spitzenkandidatin der SPÖ, Elisabeth Blanik beim Wahlkampf entschieden gegen Schwarz-Blau aus. Es gelte, diesen Wahlausgang zu verhindern.

Die SPÖ hat sich am Samstagvormittag als letzte Partei mittels Großveranstaltung vom Tiroler Wahlkampf verabschiedet. Spitzenkandidatin Elisabeth Blanik gab dabei nochmals das Ziel aus, den zweiten Platz zu bewahren: "In diesem Land sollen die Blauen nicht zur zweitstärksten Kraft werden."

Hauptakt bei dem kleinen Fest vor dem "Goldenen Dachl" in der Innsbrucker Innenstadt war aber Altkanzler und Bundesparteichef Christian Kern, der sichtlich an seiner Oppositionsrolle Gefallen zu finden beginnt.

In einer launigen und zugleich polemischen Rede nahm er vor allem die schwarz-blaue Bundesregierung ins Visier, die er einer sozial kalten Politik zieh.

Da wurde etwa die Ankündigung einer Körperschaftssteuersenkung für die Industrie der geplanten Verschiebung des Erwachsenenschutzgesetzes, das für Behinderte Verbesserungen bringen soll, entgegengestellt.

Ebenso auf die Agenda hob der SPÖ-Chef die Weigerung der FPÖ, schon jetzt eine Volksbefragung zum Rauchverbot in der Gastronomie durchzuführen. Jahrelang hätten die Freiheitlichen auf Referenden gedrängt, nun hätten sie aber die Hose voll.

SPÖ will Schwarz-Blau verhindern

Überhaupt scheute der rote Klubchef untergriffige Rhetorik nicht, etwa wenn er angesichts der Fotos von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) beim Besuch der berittenen Polizei in Bayern über den "Gaulreiter Kickl hoch zu Ross" spottete.

Was die Sozialpolitik angeht, warf er den Freiheitlichen vor, "in Permanenz umzufallen", ob jetzt in der Früh, zu Mittag oder abends.

Den Wahltag sieht Kern als Richtungsentscheidung - entweder "für die Menschen oder für die Großspender der ÖVP".

Schwarz-Blau zu verhindern ist auch Blaniks Ziel. Dafür müssten die Leute aber auch wählen gehen, mahnte die Lienzer Bürgermeisterin.

Mit der Performance der eigenen Partei ist sie zufrieden. Man sei geschlossen auch mit der Gewerkschaft durch den Wahlkampf gelaufen.

Dass sie selbst genug unterwegs war, illustrierte Blanik damit, dass ihr Schuster ihr Schuhwerk zwei mal nachdoppeln habe müssen.  © APA