In Frankreich gibt es den Nutri-Score seit 2017. Nun wird diskutiert, ob die Nährwertkennzeichnung auch in Deutschland eingeführt werden soll. Wir erklären, was der Nutri-Score ist und was Vorteile und Nachteile der Farbskala sein könnten.

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Viele Verbraucherorganisationen fordern, dass Menschen in Deutschland besser informiert werden müssen über die Nahrung, die sie zu sich nehmen.

Nach dem Vorbild von Frankreich plädieren sie dafür, den sogenannte Nutri-Score einzuführen. Eine Farbskala auf der Verpackung mit den Buchstaben A bis E soll anzeigen, wie gesund oder ungesund das Lebensmittel ist. Je grüner und niedriger die Zahl, desto gesünder ist das Produkt.

Das Ergebnis wird anhand von ungünstigen und günstigen Nährwertelementen berechnet. Ungünstige Nährwertelemente sind beispielsweise Energie, gesättigte Fettsäuren, Gesamtzucker und Natrium. Zu günstigen Nährwertelementen zählen Obst, Gemüse, Nüsse, Ballaststoffe und Proteine.

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Nutri-Score: Spinatpizza ist nicht gleich Spinatpizza

In Sachen Lebensmittelkennzeichnung ist Frankreich Deutschland einen Schritt voraus. Dort zeigt der Nutri-Score mit einer Skala von A bis E Verbrauchern an, wie gesund ein Produkt ist. Dafür werden Nährstoffe , die man reichlich zu sich nehmen sollte, mit solchen verrechnet, die nur in geringen Mengen empfohlen werden. Die Organisation "Foodwatch" hat den Nutri-Score für einige deutsche Lebensmittel erstellt - mit bemerkenswertem Ergebnis.

Vorteile und Nachteile des Nutri-Score

In Frankreich sind auch im zweiten Jahr nach der Einführung des Systems nur wenige Produkte mit der Farbskala gekennzeichnet, da die Lebensmittelhersteller nicht verpflichtet sind, die Skala zu verwenden. Das Land setzt nun auf Zeit und geht davon aus, dass sich das System früher oder später durchsetzen wird.

Verwendet ein Hersteller als einer von wenigen keinen Nutri-Score, könnte das ein schlechtes Licht auf ihn werfen und die Einkäufe seiner Produkte reduzieren.

Bundesernährungsministerin Julia Klöcker (CDU) betonte, sie wolle den Menschen in Deutschland nicht vorschreiben, was sie zu essen hätten. Der Nutri-Score bevormundet ihrer Meinung nach die Bürger.

Befürworter hoffen darauf, dass es für die Bevölkerung einfacher wird, sich gesund zu ernähren. Durch die Farbskala werden die Verbraucher schnell und verständlich informiert, wie gesund ein Produkt ist. Für die Einführung des Nutri-Score plädiert etwa der Verein Foodwatch, der von Thilo Bode, Ex-Geschäftsführer von Greenpeace gegründet wurde.

Ob der Nutri-Score auch in Deutschland kommt, ist bis dato noch nicht entschieden.

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