Mindestens fünf junge Menschen brachte der Zodiac-Killer Ende der 1960er-Jahre in den USA kaltblütig um. Danach schickte er jahrelang verschlüsselte Botschaften an Zeitungen, die angeblich Hinweise auf seine Identität enthielten. Nicht alle Rätsel wurden geknackt – und die Identität des Mörders ist immer noch unbekannt.

Der Mörder liebte Rätsel – und er liebte es, mit der Öffentlichkeit zu spielen. Wenn sie seine geheimen Botschaften nicht veröffentlichten, würde er Amok laufen, drohte er mehreren Zeitungen an. Die Texte waren so verschlüsselt, dass sie zum Teil bis heute nicht gelesen werden können. Sonst wüsste man vielleicht endlich, wer sich hinter dem Pseudonym des Zodiac-Killers verbarg.

Kleine Gruppe Reicher und Mächtiger soll über uns bestimmen. Das ist dran.

Bei seinen Morden ging er äußerst kaltblütig vor. So wie bei der 16-jährigen Betty Lou Jensen und ihrem 17-jährigen Freund David Faraday. Die beiden trafen sich am 20. Dezember 1968 zu ihrem ersten Date - und wurden die ersten Opfer des Zodiac-Killers.

Der überraschte sie in ihrem Auto und schoss Faraday in den Kopf. Jensen versuchte wegzulaufen, aber der Killer erwischte sie und schoss ihr fünfmal in den Rücken.

5 oder 37 Morde?

Das war die erste bekannte Tat eines grausamen Mörders. Fast ein Jahr lang terrorisierte er die Gegend um San Francisco. Insgesamt tötete er fünf Menschen, zwei weitere überlebten schwer verletzt. In Briefen an Zeitungen prahlte er jedoch, dass insgesamt 37 Morde auf sein Konto gingen.
Seine nächsten Opfer saßen am 4. Juli 1969 ebenfalls in einem geparkten Auto, nicht weit entfernt von der Stelle, wo sich Betty Lou Jensen und David Faraday getroffen hatten. Der Mörder schoss auf das Paar, ging weg, kehrte zurück und richtete seine Waffe erneut auf die beiden.

Die 22-jährige Kellnerin Darlene Ferrin starb, ihr 19-jähriger Freund Michael Mageau überlebte schwer verletzt. Aber er konnte den Täter beschreiben: Der Angreifer war weiß, kräftig, zwischen 26 und 30 Jahre alt und hatte braunes, gewelltes Haar.

Die ersten kryptischen Botschaften

Das Gefäß, das unsterblich machen soll, wird seit 800 Jahren gesucht.

Kurz danach meldete sich der Mörder erstmals zu Wort. Am 1. August 1969 schrieb er an den "San Francisco Chronicle" und nannte Details der Morde. Er legte aber auch ein Rätsel bei: 136 Zeichen, eine wilde Mischung aus Buchstaben, Morsecode, Zahlen und astrologischen Symbolen.

Versteckt darin sei ein Hinweis auf seine Identität. Zwei weitere Briefe mit ebenso kryptischen Botschaften gingen bei zwei anderen Lokalzeitungen ein. Der Mann forderte die Blätter auf, die Rätsel zu veröffentlichen. Andernfalls werde er am Wochenende Amok laufen.
Die Polizei versuchte mithilfe der Geheimdienste NSA und CIA fieberhaft, die verschlüsselten Texte zu decodieren. Doch am Ende löste keiner der Spezialisten das Rätsel, sondern ein Lehrer-Ehepaar. Es hatte das Rätsel in der Zeitung entdeckt.

In dem wirren Text voller Rechtschreibfehler beschrieb der Killer, warum er mordete: "Ich mag es, Menschen zu töten, es macht so viel mehr Spaß, als Wild im Wald zu töten, der Mensch ist das gefährlichste Tier von allen." Nur die letzte Zeile blieb unübersetzt – und konnte bis heute nicht entschlüsselt werden.

Pseudonym: Der "Zodiac-Killer"

In seinem nächsten Schreiben nannte sich der Täter selbst erstmals "Zodiac", nach dem englischen Wort für Tierkreis oder Sternzeichen. Er unterschrieb seine Briefe von da an nur noch mit einem durchgekreuzten Kreis - und beging seine Taten in einer neuen Kostümierung.

Am 27. September 1969 attackierte er die 22-jährige Cecilia Shepard und den 20-jährigen Bryan Hartnell in einem Park mit einem Messer. Cecilia wurde zehnmal getroffen und starb später im Krankenhaus, Bryan überlebte sechs Stiche und beschrieb den Aufzug des Täters: Dieser hatte einen schwarzen Mantel mit einem Zodiak-Zeichen und einer Henkerskapuze getragen.

Auf die Tür von Hartnells Auto schrieb der Killer die Daten der beiden vorhergehenden Morde, gefolgt vom aktuellen Datum, der Uhrzeit und dem Hinweis "Knife" (dt.: "Messer").

Die Polizei hatte nun einige Anhaltspunkte, denn Hartnell lieferte eine Täterbeschreibung, die der ersten ähnelte. Zudem wussten die Beamten, dass der Mann ausschließlich abends oder nachts zuschlug, immer am Wochenende und immer in der Nähe von Wasser.

Wie die Polizei den Killer fast schnappte

Was sich hier im Jahr 1974 abspielte, wurde Stoff für einen Horror-Film.

Doch der nächste und letzte bekannte Mord des Zodiac-Killers widerlegte diese Hypothese: Am 11. Oktober 1969 erschoss er den Taxifahrer Paul Stine. Danach war die Polizei ganz nah dran, den Killer zu schnappen: Mehrere Teenager hatten einen kräftigen weißen Mann in Schwarz in der Nähe des Tatorts beobachtet.

Zwei Beamte hielten wenige Straßen entfernt einen Verdächtigen an - ließen ihn aber gehen, weil ein entscheidendes Detail in der Beschreibung des Täters verdreht wurde: Aus einem weißen Mann in schwarzem Outfit wurde fälschlicherweise ein schwarzer Mann.

Der Killer machte sich später in Briefen über die Polizisten lustig. Kurz nach dem Mord schickte er außerdem einen blutigen Streifen von Stines T-Shirt an den "San Francisco Chronicle". Anfang November zwang der Zodiac-Killer die Redaktionen erneut, ein Rätsel zu veröffentlichen.

Diese zweite verschlüsselte Botschaft konnte bis heute niemand dechiffrieren. Die Polizei ging davon aus, dass Stines das letzte Opfer des Zodiac-Killers war – obwohl der sich in Briefen und Postkarten an verschiedene Redaktionen bis 1974 mit weiteren Morden brüstete.

Seine Texte enthielten auch Drohungen. Er kündigte unter anderem an, Reporter oder Schulkinder umbringen zu wollen. Immer wieder narrte er Polizei und Journalisten mit angeblichen Hinweisen auf seine Identität.

Leserin macht auf diesem Bild schaurige Entdeckung.

Im April 1970 schrieb er in einem Brief: "My name is …" ("Mein Name ist ..."), gefolgt von einem Code aus 13 Zeichen. Auch der konnte bis heute nicht entziffert werden. Die Beamten jagten den Killer fieberhaft. Mehr als 2.500 Verdächtige wurden über die Jahre überprüft – aber geschnappt wurde der Mörder nie.

Ist ein US-Politiker der Zodiac-Killer?

Die bizarren Morde und die nachfolgenden verschlüsselten Botschaften inspirierten zahlreiche Autoren und Filmemacher. Der Scorpio-Killer in "Dirty Harry" ist dem Zodiac-Mörder nachempfunden. Mehrere Spielfilme drehen sich um seine Verbrechen, der bekannteste ist "Zodiac - Die Spur des Killers" (2007) von Star-Regisseur David Fincher.

Bis heute rätseln viele Menschen, wer hinter dem Zodiac-Killer steckt. Immer wieder melden sich angebliche Kinder des Mörders – etwa Gary Stewart. Der hatte seinen leiblichen Vater gesucht. Der Mann, auf den er dabei stieß, war Stewarts Ansicht nach der Zodiac-Killer. Er war überzeugt: Der Buchhändler Earl Van Best Jr. ähnelte dem Phantombild des Mörders. Echte Beweise lieferte er allerdings nicht.

Eine krude Theorie elektrisierte Anfang diesen Jahres das Internet: Ein kleiner Witz nach einer Rede des ultrakonservativen republikanischen Politikers Ted Cruz im Jahr 2013 verselbständigte sich so sehr, dass laut einer Umfrage 38 Prozent der Wähler in Florida glaubten, dass Cruz der Zodiac-Killer sei.

Dass Ted Cruz zum Zeitpunkt der Morde noch nicht geboren war, störte offenbar niemanden.

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