Wenn man von Hanf spricht, denken viele Menschen gleich an Drogen. Doch die Pflanze mit dem charakteristischen Aussehen ist weitaus mehr als der Stoff, aus dem Joints gemacht sind. Denn sie ist quasi ein Alleskönner. Erfahren Sie hier, welchen Nutzen die grüne Kraft als Lebensmittel, Arznei und Rohstoff haben kann.

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Hanf ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Ihre positiven Eigenschaften als Nutzpflanze wurden in China schon vor mehr als 10.000 Jahren geschätzt.

Ihre wohlschmeckenden und nährstoffreichen Samen dienten als wichtiges Lebensmittel, während die nahezu unverwüstlichen Fasern als Rohstoff genutzt wurden. Hanf wurde außerdem als Heilmittel gegen Malaria, Rheuma und andere Krankheiten eingesetzt.

Über Indien und die antiken Hochkulturen im heutigen Irak fand Hanf schließlich seinen Weg nach Europa und diente hier jahrhundertelang als wichtiger Rohstoff. So ließen sich aus Hanf nicht nur Segel, Seile, Netze, Flaggen und Uniformen für die Schifffahrt herstellen. Auch Kleidung wurde aus der robusten Faser produziert. Ein weiteres Anwendungsgebiet für Hanf war der Buchdruck.

Die Wiederentdeckung von Hanf als Nutzpflanze

Mit der Durchsetzung eines Hanfverbotes im 20. Jahrhundert fand der Siegeszug der Pflanze jedoch ein jähes Ende, da Hanf mit Opiaten wie Morphium und Heroin oder auch Kokain gleichgestellt wurde. Seitdem war auch der Hanfanbau in Deutschland verboten.

Erst seit den 1990er Jahren darf Hanf in Deutschland wieder legal angebaut werden, sofern es sich um Nutzhanf handelt. Dieser hat einen THC-Gehalt von weniger als 0,3 Prozent. THC ist die psychoaktive Substanz von Hanf, die für die berauschende Wirkung verantwortlich ist. Die Wiederentdeckung von Hanf als Nutzpflanze ist ein Glück, denn ihre Einsatzgebiete sind äußerst vielfältig.

Hanf hat kann man nur rauchen? Falsch! Hanf findet unter anderem im medizinischen Bereich seine Anwendung. Und sogar Hanfschokolade gibt es.

Lebensmittel: Hanfsamen und Hanföl

Die nussig-süßen Samen der Hanfpflanze sind nicht nur lecker, sondern auch gesund. Denn sie bestehen zu 20 bis 24 Prozent aus reinem hochwertigen Protein in Form aller essentiellen Aminosäuren, die der Mensch benötigt.

Hanfsamen sind außerdem reich an Antioxidantien, Vitamin E und B2. Man könnte Hanfsamen aus diesem Grund auch als Superfood bezeichnen, also als ein Lebensmittel, das bereits durch einen geringen Verzehr eine positive Wirkung auf die Gesundheit hervorrufen kann.

Ein weiteres Lebensmittel ist das aus Hanfsamen gepresste Hanföl. Es ist besonders reich an ungesättigten Fettsäuren. Hanföl eignet sich zum Dämpfen und Dünsten oder als Salatdressing. Wegen seiner Hitzeempfindlichkeit sollte es aber nicht zum Frittieren oder Braten verwendet werden.

CBD-Öl: Hanf als Arznei

Die Inhaltsstoffe der Hanfplanze können auch als Arznei eingesetzt werden. Aktuell wird insbesondere Cannabidiol (CBD) viel Beachtung geschenkt. Denn durch seine gesundheitsfördernde Wirkung wird es in der Medizin und der Wellnessbranche hochgeschätzt. CBD-Öl soll entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften besitzen.

Außerdem wird ihm nachgesagt, dass es die Nerven schützt. Angeblich hilft CBD-Öl sogar bei schweren Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose, Aids, Depressionen, Schlaganfall und Parkinson. Anders als sein chemischer Verwandter Tetrahydrocannabinol (THC) wirkt CBD nicht berauschend. Zuverlässige Studien, die die Wirkung von CBD-Öl eindeutig belegen, gibt es bisher jedoch nicht.

Hanf als vielseitiger Rohstoff

Hanf kann auch in vielen Bereichen als Rohstoff eingesetzt werden. In der Automobilindustrie wird die Pflanze beispielsweise zur Herstellung von Tür- und Kofferraumauskleidungen sowie Armaturenbrettern genutzt.

In der Baubranche werden Hanffasern zudem als natürlicher Dämmstoff eingesetzt. Das Material bringt viele Vorteile mit sich: Durch den Zusatz von Hanffasern kann die Festigkeit von Beton erhöht werden. Ein zusätzliches Plus ist die geringe Feuchtigkeitsaufnahme. Die kann einem Schädlingsbefall vorbeugen.

Schließlich findet Hanf noch seinen Einsatz in der Papier- und Textilindustrie. Während die Hanffasern in der Papierproduktion in erster Linie zu Zigarettenpapier, Banknoten und Hygieneprodukten verarbeitet werden, wird der Rohstoff in der Textilbranche für die Herstellung von Kleidung verwendet.

Hanf schont die Umwelt

Zudem ist der Anbau von Hanf umweltschonend. Dazu erklärt Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband: "Hanf ist eine sehr robuste und relativ anspruchslose Pflanze. Durch das extrem schnelle Wachstum stellt es jedes Unkraut in den Schatten, so dass keine Herbizide benötigt werden. Hanf ist deshalb optimal für den Ökolandbau geeignet."

Verwendete Quellen:

  • Deutscher Hanfverband: Warum Hanf? - Über die ökologischen und ökonomischen Möglichkeiten des Rohstoffs Hanf
  • Zentrum der Gesundheit: Hanf – die verbotene Wunderpflanze
  • Onmeda.de: CBD-Öl: Hat Cannabidiol eine heilsame Wirkung?
  • Georg Wurth, Geschäftsführer vom Deutschen Hanfverband

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