In Österreich steigt die Angst vor einem Ausbrauch der Afrikanischen Schweinepest. Diese geht in Osteuropa um und ist den heimischen Grenzen inzwischen äußerst nahe gerückt. Wie gefährlich ist die bei Schweinen zum Tod führende Seuche wirklich, und welche Vorsichtsmaßnahmen wurden bereits getroffen?

Österreichs Bauern, Jäger und Förster zittern. Die Afrikanische Schweinepest, die sich seit einigen Jahren über das Baltikum und Russland Richtung Mittel- und Westeuropa ausbreitet, rückt näher und näher.

Dabei handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, die sowohl Hausschweine als auch Wildschweine befällt. Für den Menschen ist sie zwar ungefährlich, bei den Tieren führt sie jedoch zumeist innerhalb einer Woche zum Tod.

In Österreich herrscht jetzt banges Warten, da in unserem Nachbarland Tschechien schon rund 200 Tiere – vorrangig Wildschweine – von der Seuche betroffen sind. Bis dato wurde hierzulande aber noch kein infiziertes Tier gefunden.

Vorsichtsmaßnahmen in Österreich

Bereits im Juni 2017 wurde vom Österreichischen Bundesministerium für Gesundheit per Verordnung ein gefährdetes Gebiet festgelegt. Es umfasst sämtliche Bezirke im Nordosten Niederösterreichs sowie die nördlich der Donau gelegenen Teile Wiens.

In einem Interview mit "Radio Wien" erklärte der Landesjägermeister Norbert Walter, dass, sofern man ein verendetes Wild findet, dieses umgehend bei der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) abzugeben sei.

Um eine Verbreitung nach Österreich und in den österreichischen Hausschweinebestand zu verhindern, wurden vom Gesundheitsministerium auch Vorsorgemaßnahmen gesetzt.

Da die Schweinepest nur mehr rund 80 Kilometer von der Österreichischen Grenze entfernt ist, wurde etwa in den gefährdeten Regionen die Freilandhaltung von Hausschweinen eingeschränkt.

"Eine weitere Maßnahme der Verordnung ist, dass betriebsfremde Personen den Betrieb nur mit Zustimmung des Landwirts betreten dürfen. Damit soll verhindert werden, dass unkontrolliert und auch unbeabsichtigt Seuchenerreger in einen landwirtschaftlichen Betrieb eingebracht werden", erklärt Andrea Höflechner, stellvertretende Leiterin der Abteilung Tiergesundheit und Tierseuchenbekämpfung im Gesundheitsministerium.

Übertragung durch direkten Kontakt und Essensreste

Während es in den afrikanischen Ursprungsländern primär Lederzecken sind, die das Virus übertragen, wird es in Mitteleuropa vorranging durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren weitergegeben – also über Blut, Sekrete und Sperma.

Das für Tierseuchen zuständige deutsche Friedrich-Loeffler-Institut fürchtet jedoch die Gefahr einer Übertragung durch den Menschen noch mehr. Denn die Schweinepest kann durch kontaminierte Essensreste, wie sie zum Beispiel auf Raststätten häufig entsorgt werden, ebenso importiert werden.

Ist ein Tier betroffen, zeigen sich den Experten des Instituts zufolge Symptome wie Atemprobleme, Fieber, körperliche Schwäche, Fressunlust und motorische Störungen. Zudem würden erkrankte Schweine auch eine verringerte Fluchtbereitschaft zeigen.

Deutscher Landwirtschaftsminister: "Lage durchaus ernst"

Bis dato existiert gegen die Afrikanische Schweinepest weder ein wirksames Medikament, noch eine Impfung zur Vorbeugung. Wäre ein Tier in einem heimischen Stall betroffen, müsste umgehend der komplette Bestand geschlachtet werden.

Kein Wunder, dass sich auch Deutschland ob der sich rasch ausbreitenden Schweinepest Sorgen macht. Der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt befand die Lage jüngst als "durchaus ernst". "Wir versuchen, uns bestmöglich vorzubereiten", so Schmidt gegenüber der "Passauer Neuen Presse".

Ausbruch in Österreich hätte massive wirtschaftliche Folgen
Da Österreich im Schweinesektor stark exportorientiert ist, wäre ein Ausbruch Seuche mit enormen wirtschaftlichen Konsequenzen verbunden.

"Auch Bekämpfungsmaßnahmen würden hohe Kosten verursachen, da die betroffenen Betriebe ihre Schweine töten lassen sowie die Tierkörper unschädlich beseitigt werden müssten. Der Wert der gekeulten Schweine würde zwar ersetzt werden, aber es entstünden darüber hinaus hohe Folgekosten, die die Landwirte selbst tragen müssten", so Andrea Höflechner abschließend.