• Oft verschoben und umbenannt, jetzt veröffentlicht: "Rainbox Six Extraction".
  • Terroristen haben ausgedient: Stattdessen treten Gamer in diesem Koop-Shooter gegen parasitäre Aliens an.
  • Gekämpft wird auf fast allen Plattformen - via Crossplay.

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Ubisofts neuer Koop-Action-Titel "Extraction" fußt auf einer Idee, die der französische Publisher bereits 2018 im Rahmen eines zeitlich begrenzten "Outbreak"-Events im populären Taktik-Shooter "Rainbow Six Siege" ausprobierte. Statt Spieler als Elite-Soldaten und Terroristen aufeinander zu hetzen, traten sie gemeinsam gegen computergesteuerte Mutanten und Aliens an. Die Reaktionen der Community waren derart positiv, dass daraus ein eigenständiger Titel entstehen sollte.

Ein paar Jahre, Verschiebungen und Namensänderungen später (bei der Ankündigung hieß das Ganze noch "Quarantine", zwischenzeitlich "Parasite") ist "Extraction" nun da und legt den Fokus gänzlich auf packende Player versus Environment-Gefechte, die - das sei vorweggesagt - ganz hervorragend auch im Crossplay funktionieren. Sprich: PC-, PlayStation- und Xbox-Gamer dürfen Plattform- und Konsolen-Generationen-übergreifend miteinander antreten. Auch Fortschritte werden über Systemgrenzen hinweg gespeichert. Ausgeliefert wird der Koop-Shooter zudem mit einem Buddy-Pass. Die Testversion ermöglicht es, dass zwei Freunde in 14 Tage kostenlos mitzocken können.

Worum geht's in "Extraction"?

Die USA werden von Aliens angegriffen! Die Freiheitsstatue ist kaputt, überall breitet sich schwarzer Schleim aus. An Orten wie New York, San Francisco und Alaska wagt man sich mit einem Trupp aus frisch aus der Taufe gehobenen REACT-Soldaten idealerweise zu Dritt in die Höhlen und Nester der parasitären Chimera, entnimmt Proben, platziert Überwachungssensoren (oder Sprengladungen), kämpft gegen Scharen unterschiedlichster Archaeen-Mutanten, lockt besonders fiese Kreaturen in eine Falle oder sieht sich auch mal einem hartnäckigen Bossgegner gegenüber.

Eine tiefgreifende oder opulent inszenierte Geschichte sollten "Extraction"-Spieler trotz eingestreuter Zwischensequenzen nicht erwarten, dafür aber anfangs angenehm abwechslungsreiche Missionen, die obendrein in Sekundenschnelle komplett kippen können. Dann wird aus einer schleichintensiven Infiltration plötzlich eine brenzlige Überlebensschlacht.

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So spielt sich "Tom Clancy's Rainbow Six Extraction"

"Tom Clancy's Rainbow Six Extraction" ist kein echter Blickfang, dafür erstaunlich fehlerfrei. Eindrücke aus dem neuen Koop-Shooter von Ubisoft.

Was ist besonders an "Extraction"?

Der Clou bei "Extraction": In jeder Mission begeben sich die Spieler in ein Gebiet, das aus drei Subzonen besteht, die nacheinander durchkämmt werden müssen. In jedem Areal gibt es einen zufälligen Auftrag. Ist er erfüllt, hat man die Qual der Wahl: Will man seinen Trupp ausfliegen lassen und die bis dato eingesackten Erfahrungspunkte sichern? Oder wagt man es und nimmt auch noch den nächsten Abschnitt in Angriff - und riskiert dabei den einen oder anderen (schon angeschlagenen) Operator?

Denn auch das muss man wissen: Kann ein in "Extraction" zu Boden gegangener Soldat von seinen Kameraden nicht bis zum Abholpunkt geschleppt werden, stehen er und seine spezifischen Talente im Folgeeinsatz nicht mehr zur Verfügung. Will man ihn zurück, muss eine nervenaufreibende Rettungsaktion gestartet werden. Schlägt auch diese fehl, gibt's den Operator zwar dennoch zurück - aber mit massivem EP-Abzug oder gar mit Stufenverlust.

Dieses Abwägen zwischen Chance und Risiko, sowie die spürbaren Konsequenzen von Fehlentscheidungen und Rückschlägen, funktionierten in den ersten Anspielsessions mit Freunden erstaunlich gut und sorgten das eine oder andere Mal für feuchte Hände. Oder für Schuldgefühle, wenn der eigene, bereits recht erfahrene Operator für längere Zeit auf der Krankenstation liegt. Apropos: Neun Figuren stehen anfangs zur Auswahl bereit, neun weitere lassen sich freischalten und nach und nach verbessern - sie alle sind aus "Rainbow Six Siege" bekannt.

Wer die Vorlage kennt und mag, muss aber nicht zwingend mit "Extractions" glücklich werden. Das Gameplay ist ein Stück weit bedächtiger und zugänglicher als in "Siege". Wer gedankenlos und allzu forsch agiert, kommt nicht weit. Aufgeschreckte Archaeen schlagen Alarm und rufen Unterstützung herbei. Und ehe man sich versieht, ist die Lebensenergie dahin und man findet sich in einem wabernden Schleimkokon wieder.

Wo hakt's bei "Extraction"?

Grafisch wirkt "Extraction" bereits etwas angestaubt - und austauschbar. Hallen, Gänge und Büros sehen sich mitunter recht ähnlich, es fehlt den gerade einmal zwölf Schauplätzen an Weitläufigkeit und Opulenz. Gleichzeitig gelingt es dem Spiel nicht, so etwas wie Beklemmung oder gar Horror zu erzeugen - auch wenn die schleimigen Auswüchse und Kreaturen bestens dafür geeignet wären. Immerhin: Die Umgebungen lassen sich teilweise zerstören. Wer beispielsweise mit einer rollenden Drohne oder einer Art Wallhack-Mine Feinde hinter Holzwänden ausgemacht hat, kann diese gefahrlos (z)erlegen.

Weitere hilfreiche Gimmicks (sogenannte REACT-Tech) und freigespielte Waffen mit austauschbaren Aufsätzen helfen dabei, das Kräfteverhältnis zwischen Mensch und Aliens wiederherzustellen, und sind in höheren Schwierigkeitsstufen sogar von elementarer Bedeutung. Über den Ingame-Store lässt sich zudem gegen bare Münze der übliche Klimbim kaufen, der rein kosmetischer Natur ist.

Was erwartet "Extraction"-Spieler im Endgame?

Wer fleißig levelt und mitunter grindet, geradezu streberhaft die optionalen "Studien"-Nebenmissionen vom Schlage eines "Erledige fünf Gegner eines bestimmten Typs" absolviert und die wenigen Schauplätze schon nicht mehr sehen kann, schaltet mit Stufe 16 das "Malstrom-Protokoll" frei. Dabei handelt es sich um besonders harte Herausforderungen, die nunmehr aus neun statt drei Phasen bestehen und mit vielen EPs locken. Das bisherige Höchstlevel liegt bei 30, allerdings braucht es dafür ein dickes Fell - vor allem gegen mangelnde Abwechslung. Die 13 Missionstypen wiederholen sich dann doch recht schnell.

Ubisoft verspricht, mit wöchentlichen Events und kostenlosen Zusatzinhalten schnell für Nachschub zu sorgen.

Fazit

Die Koop-Konkurrenz mag stark sein. Wem "GTFO" jedoch zu gruselig, "Back 4 Blood" zu schwer und hektisch ist, der wird hier womöglich glücklich werden. Bei "Extraction" werden Koordination, Kooperation und Kommunikation großgeschrieben - der Stealth-Anteil am Gameplay überragt die Action, bedachtes Vorgehen ist zielführender als blindes Geballere. Hier lauert allerdings eine große Gefahr, denn mit zufälligen Online-Partnern geht das Konzept nicht mehr in Gänze auf. Schließlich werden Fehler oder chaotisches Verhalten der anderen zum eigenen Problem - dann schlägt Spielspaß in Frust um. Überraschend jedoch, wie technisch rund "Extraction" gegenüber anderen Online-Großproduktionen wie "Battlefield 2042" geworden ist.  © 1&1 Mail & Media/teleschau

Teaserbild: © Ubisoft