• Musik-Legende und Schauspieler Meat Loaf ist im Alter von 74 Jahren gestorben.
  • Seine Frau und seine Töchter begleiteten ihn in seinen letzten Stunden.

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Pomp, Pathos und Bombast, Frack, Seidentuch und Rüschenhemd: Für den US-Sänger Meat Loaf war es nie zu viel. Gefeierte Welterfolge und dramatische Abstürze prägten seine Karriere. Am Donnerstag starb die Rock-Legende im Alter von 74 Jahren.

In der Nacht zum Freitag berichtete das Branchenblatt "Deadline" unter Berufung auf Meat Loafs Familie und dessen Agenten von seinem Tod. Auch in einem Post auf der verifizierten Facebook-Seite des Musikers wurde darüber informiert.

Marvin Lee Aday - wie Meat Loaf mit bürgerlichem Namen hieß - sei in der vergangenen Nacht an der Seite seiner Frau Deborah verstorben, heißt es in dem offiziellen Statement. Auch seine Töchter Pearl und Amanda seien in seinen letzten Stunden bei ihm gewesen.

Die Todesursache werde nicht bekanntgegeben, sagte sein langjähriger Agent Michael Greene zu "Deadline". "Wir wissen all die Liebe und Unterstützung zu schätzen, die wir in dieser Zeit der Trauer über den Verlust eines so inspirierenden Künstlers und wundervollen Menschen erfahren", teilte Greene weiter mit. "Von seinem Herzen zu euren Seelen... Hört niemals auf zu rocken!"

Auch frühere Wegbegleiter nahmen in sozialen Medien Abschied. Sängerin Cher erinnerte sich, sie habe "so viel Spaß" mit Meat Loaf bei den Aufnahmen zum Rocksong "Dead Ringer for Love" (1981) gehabt. "Bilde ich mir das nur ein oder sterben alle zwei Tage großartige Menschen in der Kulturwelt?", schrieb sie weiter. Der britische Sänger Boy George sendete "Liebe und Gebete an all seine Familie und engen Freunde".

"Im Gewölbe des Himmels wird Rock erschallen. Ruhe in Frieden", twitterte der britische Star-Komponist Andrew Lloyd Webber. "Grüß Jim von mir", hieß es weiter unter Verweis auf den US-Texter, Komponisten und Musikproduzenten Jim Steinman, der im vergangenen April gestorben war. Mit Steinman schuf Meat Loaf unter anderem sein Debütalbum und feierte einige seiner größten Erfolge.

Bekannt wurde Meat Loaf mit Songs wie "I’d Do Anything for Love (But I Won’t Do That)", "Paradise By The Dashboard Light" und "Bat Out of Hell". Das gleichnamige Album gehört bis heute zu erfolgreichsten der Welt. In seiner sechs Jahrzehnte umspannenden Karriere verkaufte er weltweit über 100 Millionen Alben und spielte in mehr als 65 Filmen mit - darunter "Fight Club", "Focus", "The Rocky Horror Picture Show" und "Wayne's World".

Meat Loaf: Schwierige Kindheit, schwieriges Leben

Aday kam 1947 in Dallas als Sohn eines Polizisten zur Welt. Der Vater trank und war gewalttätig. Wie er zu seinem Spitznamen kam, der auf Deutsch übersetzt "Hackbraten" heißt, erzählte er einmal in einem Interview: "Mein Vater nannte mich 'Meat', weil ich als Baby so rot war. Auf der High-School wurde ich dann irgendwann von meiner Football-Mannschaft 'Meat Loaf' genannt."

Nach dem Krebstod seiner Mutter ging Meat Loaf nach Los Angeles, wo er 1974 bei einem Casting zu dem Musical "More Than You Deserve" auf den Texter, Komponisten und Musikproduzenten Jim Steinman traf. Diese Begegnung würde sein Leben für immer verändern.

Steinman und Meat Loaf arbeiteten gemeinsam am Album "Bat Out of Hell", das 1976 erschien und Hits wie "You Took The Words Right Out Of My Mouth", "Two Out Of Three Aint Bad" und "Paradise By The Dashboard Light" enthielt.

Folgen seiner Welttournee kosteten Meat Loaf beinahe die Karriere

Die folgende Welttournee mit 170 Konzerten hätte Meat Loaf beinahe seine Karriere gekostet: Er ruinierte sich seine vier Oktaven umfassende Stimme und kämpfte in der Folge mit Alkoholismus und Depressionen. Seine Manager verklagten ihn, er war pleite und die Freundschaft zu Steinman ging in die Brüche. Auch deshalb konnten seine Nachfolge-Alben nicht mehr an den Erfolg von "Bat Out of Hell" anknüpfen.

Doch Meat Loaf berappelte sich. 1993 gelang ihm das Comeback - eines der größten der Musikgeschichte. Nach einer Versöhnung mit Steinman erschienen unter anderem die Alben "Bat Out of Hell II: Back into Hell" (1993) und "Bat Out of Hell III: The Monster is Loose".

In seinen Songs geht es häufig um den siegreichen Kampf des Guten über das Böse. "Die Regel bei jeder meiner Platten, eigentlich die Regel meines ganzen Lebens war immer die gleiche", sagte Meat Loaf dazu in einem Interview. "Eines Tages werden wir zurückschauen - und lachen." (ank/dpa)

Meat Loaf - I'd Do Anything For Love (But I Won't Do That)

Meat Loaf wurde 74 Jahre alt. © YouTube
Teaserbild: © picture alliance/dpa/Klaus-Dietmar Gabbert