Kirk Douglas: Die wichtigsten Filme der Hollywood-Legende

Ob den einsamen Cowboy, den Kämpfer für die Gerechtigkeit oder den skrupellosen Widersacher – Kirk Douglas mimte in den 50ern und 60ern fast immer den harten Kerl, der sich seinem Schicksal und seinen Herausforderungen ohne Angst und Zweifel stellt. Zum Tod der Schauspiellegende erinnern wir an seine größten Filme. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Kirk Douglas als skrupelloser Sensationsreporter Chuck Tatum, der für eine gute Story über Leichen geht – “Reporter des Satans“ (1951) gilt als Meisterstück, filmisch wie schauspielerisch. Packend, zynisch, dramatisch und die menschliche Habgier entlarvend. Noch immer hoch aktuell.
Für das Jahr 1954 wartete “20.000 Meilen unter dem Meer“ mit bemerkenswerten Spezialeffekten auf, heute gilt die fantasievoll umgesetzte Jules-Verne-Adaption als Kultstreifen. Douglas mimt darin den Harpunier Ned Land (Ringelhemd), der den Auftrag hat, ein vermeintliches Seemonster zu erlegen. Nur machen er, Kapitän Nemo und der Rest der Crew eine ganz andere Entdeckung.
“Stadt der Illusionen“ (1953) ist einer der ersten Filme, in dem Hollywood ehrliche Selbstkritik übt. In Rückblenden wird darin der Aufstieg und Fall des egomanischen Filmproduzenten Jonathan Shields erzählt, der – dargestellt von Kirk Douglas – einen schonungslosen Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik offenbart.
Es ist erstaunlich, wie ähnlich Kirk Douglas mit ein bisschen Styling dem berühmten Selbstbildnis des belgischen Malers Vincent van Gogh sieht. Das war wohl auch der Grund, warum der Hollywood-Star für die Hauptrolle in die Filmbiografie "Vincent van Gogh – Ein Leben aus Leidenschaft" (1956) ausgewählt wurde. Kirk spielte die Rolle fesselnd und voller Leidenschaft. Dazu brilliert der Film in prächtigen Farben, ganz so wie wir es von dem Maler kennen.
"Wege zum Ruhm" (1957) von Stanley Kubrik gilt bis heute als einer der besten Antikriegsfilme. Und das, obwohl Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Tötens nur am Rande thematisiert werden. Kirk Douglas spielt darin den mutigen Regimentsführer Colonel Dax, der seine Männer zwischen den festgelaufenen Fronten im Stellungskrieg von 1916 beschützen muss. Kubrik gelang mit dem Film der internationale Durchbruch.
“Zwei rechnen ab“ (1957) ist ein ganz großer Westernklassiker, der sich um die real stattgefundene Schießerei von 1881 am O.K. Corral dreht. Alle Zutaten sind dabei: Schurken, Banditen, echte Helden, gezückte Colts, legendäre Duelle und natürlich Kirk Douglas, der als Dr. John “Doc“ Holliday (l.) glänzt.
In “Die Wikinger“ (1958) spielt Douglas den tyrannischen Wikinger-Anführer Einar (vorne). Ein testosteron-geladenes Epos über Krieg, Rache, Blut und Boden, wie ihn nur das Hollywood Ende der 50er Jahre zustande bringen konnte. Aus heutiger Sicht wirken die übermaskulinen Charaktere eher eindimensional und Klischee-beladen, doch damals war das eben ganz großes Kino.
Wieder einer der ganz großen Kubrik-Filme von 1960: Gladiator und Sklaven-Anführer "Spartacus" (Kirk Douglas) wehrt sich ca. 100 v. Chr. mit Tausenden seiner Leute gegen die Unterdrückung. Das mit vier Oscars prämierte Epos basiert auf einer wahren Begebenheit im antiken Rom. Interessantes Detail: Eine herausgeschnittene homoerotische Szene wurde erst 1991 wieder eingefügt. Sie wurde allerdings ohne Ton gedreht, da die Macher schon ahnten, dass sie der Schere zum Opfer fällt.
Steven Spielberg, Sohn Michael und auch Kirk Douglas selbst sind sich einig: “Einsam sind die Tapferen“ (1962) ist der beste Film, den er je gemacht hat. Ein symbollastiger, tiefgründiger Western über einen Cowboy, dessen größte Sehnsucht die Freiheit ist. Douglas sagte einmal augenzwinkernd dazu: “Der Film hat nur einen Nachteil. Mein Film-Pferd Whiskey hat mir die Show gestohlen. Ich glaube, die Zuschauer mochten es lieber als mich.“
In "Sieben Tage im Mai" (1964) spielt Douglas einen Militäroffizier, der mit seinen Gefolgsleuten versucht, einen Putsch aus den eigenen Reihen gegen den US-Präsidenten zu verhindern. Ein Film, der durchaus dazu gedacht war, die damaligen irrationalen Ängste in der Bevölkerung zu dämmen. Deshalb gibt es auch ein nach Hollywood-Manier beschwichtigendes Happy End. Mit im Bild: Ava Gardner als Ellie Holbrook.
In “Der letzte Countdown“ (1980) gerät ein amerikanischer Flugzeugträger während eines Sturms in einen Zeittunnel und wird samt Besatzung am Vortag des Angriffs auf Pearl Harbour 1941 wieder ausgespuckt. Können Kapitän Matthew Yelland (l. Kirk Douglas) und Warren Lasky (Martin Sheen) womöglich die Weltgeschichte umschreiben? Die Kritik findet jedenfalls: hochspannender und technisch imposanter Film. Allerdings wirken die amerikanischen Allmachtsallüren bisweilen albern.
In dem australischen Western "The Man from Snowy River“ (1982), der um das Jahr 1900 spielt, tritt Douglas in einer Doppelrolle auf, indem er das ältere Zwillingsbruderpaar Harrison und Spur mimt. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Gedicht des australischen Busch-Poeten Banjo Patterson aus dem Jahr 1890. Es erzählt die Geschichte eines entflohenen Fohlens, das bei den Wildpferden leben will und nun wieder gefangen werden soll.
"Es bleibt in der Familie" (2003) ist einer der letzten großen Filme, in dem Douglas eine Hauptrolle spielt. Es handelt sich um eine Art Familien-Therapie zwischen drei Generationen und ihre typischen Konflikte, wobei Douglas als Mitchell Gromberg den Familien-Patriarch gibt. Übrigens sind Film-Sohn (Michael Douglas) und Film-Enkel (Cameron Douglas) auch im wahren Leben genauso miteinander verwandt. Und auch mit Diana Douglas (im Bild) war Kirk bis 1951 verheiratet. Die Kritik urteilt: rührselig.