Martina hält es mit den Männern wie mit dem Shoppen - sie lässt sich gerne alle möglichen Angebote zeigen, ehe sie sich entscheidet. Schließlich sucht sie den perfekten Landwirt. Aber wie es so ist bei den Wunschträumen: Irgendwas stört ja immer.

Shoppen macht Spaß. Alles ist hübsch aufbereitet, und im Hintergrund gibt es säuselnde Musik. Ein eifriger Verkäufer führt alles vor, was das Herz begehrt - und vielleicht gibt einen neuen Lebensentwurf gleich dazu. So jedenfalls geht "Stadtmadl" Martina ihre Partnersuche an.

Martina hätte gerne einen Bauern. Natürlich nicht irgendeinen: Einen feschen Hof mit landschaftlichem Panorama sollte er schon haben. Einen, der auch auf einem 5.000-Teile-Puzzle gut aussähe.

Und so lässt sie bei den netten "Bauer sucht Frau"-Kandidaten flugs mal ein paar Möglichkeiten zeigen.

Bauern buhlen um Martina

Die dazugehörigen Bauern sind eifrig bemüht, Martina als Kundin zu gewinnen. In den letzten Folgen hat Philipp schon ein PR-Spektakel der Superlative abgezogen. Erst hat er ihr auf den Bauplänen für das neue Domizil gezeigt, wo die Kinderzimmer sein sollen, dann hat er etwas notfröhliche Volksmusik organisiert, und abschließend gab es buntes Feuerwerk.

"Ich glaube nicht, dass das noch zu toppen ist", ist sich Philipp sicher. Seine Umworbene sieht das etwas anders: Sie will sich doch noch die anderen Optionen ansehen. "Schauen wir mal, ob da gefühlstechnisch mehr passiert", meint sie. Hoppla, vielleicht sagt ihr der unterkühlte Terminator-Charme von Philipp doch nicht so zu?

Der perfekte Look

Gemüsebauer Hannes punktet bei Martina gleich mit der Optik seines Hofs: "Ungefähr so habe ich mir das erträumt", schwärmt sie. Auch dank der Herzlichkeit seiner Eltern fühlt sie sich dem Paradies schon ganz nahe: "Ich will nicht vorgreifen, aber es wären ganz sicher tolle Schwiegereltern."

Angesichts einer solch gelungenen Verkaufspräsentation stellt sich die Frage nach "gefühlstechnischen" Ereignissen ja auch fast nicht: Man ist ja im Supermarkt auch nicht immer ergriffen und verliebt, wenn man etwas in den Warenkorb legt, was das Leben schöner machen könnte.

Und doch hindert Martina ein Detail daran, bei Hannes auf den "Sofortkauf"-Button zu klicken: Sie findet das Hobby, das er mit Leidenschaft betreibt, doch etwas wundersam. Nein, Hannes hat keine Borkenkäferzucht und baut auch nicht hinter dem Haus den Stephansdom aus Wattestäbchen nach: Der Mann sammelt Briefmarken.

Eine Marke für sich

Wie unglaublich schrullig dieser Zeitvertreib ist, merken natürlich auch die Redakteure der Sendung, die sogleich den OMC-Klassiker "How Bizarre" anklingen lassen – woher soll der unbedarfte Zuseher, der womöglich selber mal eine Sonderprägung der österreichischen Marine gekauft hat, wissen, was für eine Lifestyle-Bremse so eine Sammlung sein kann?

Martina, ganz Frau vom Fach, ahnt jedenfalls, woher Hannes' Passion für die Postwertzeichen rührt: "Ich nehm' ihm das voll ab, dass er vielleicht mit Frauen noch nicht so viel zu tun hatte, und deswegen …". Immerhin ist ihr das Landwirtschaftsparadies durch die Briefmarken nicht ganz vergällt: "Bei jedem anderen hätte ich gesagt: Spinner! – Aber bei ihm ist es echt voll süß", erklärt sie großherzig.

Warum eigentlich will Martina so gerne aufs Land? Nun, erklärt sie, sie stammt ursprünglich eh vom Land und zog dann in die Stadt, weil es ihr zu fad war. Aus der Stadt zog sie nun in eine etwas ländlichere Gegend, weil ihr das besser gefällt. Und jetzt hätte sie eigentlich gerne wieder das Land, weil es da so schön ist. Es werden noch Wetten angenommen, wie lange die Phase anhält.