Auch in Salzburg soll es an Silvester zu mehreren sexuellen Übergriffen gekommen sein. Teilweise erstatteten Frauen erst Tage später Anzeige. Die Polizei gibt sich mit einer Einschätzung der Fälle noch vorsichtig, während Innenministerin Johanna Mikl-Leitner bereits deutliche Worte fand.

Der Schock in Deutschland nach den massiven sexuellen Übergriffen zu Silvester in Köln sitzt immer noch tief. Nun wurde bekannt, dass es zu einigen vergleichbaren Vorfällen auch in Salzburg kam:

- Ein 23-jähriger Syrer soll in der Salzburger Altstadt in einer Menschenmenge eine 17-jährige Schülerin leicht verletzt haben, wie die Salzburger Polizei berichtet. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Mann kurz zuvor eine 20-Jährige aus Bayern in der Innenstadt sexuell belästigt hatte. Gegen ihn wurde Anzeige erstattet.

- Eine Salzburgerin erstattete am 4. Jänner Anzeige. Sie gab an, in der Silvesternacht am Residenzplatz von zwei unbekannten Männern sexuell belästigt worden zu sein. Die Männer waren laut der Frau in einer Gruppe von acht bis zehn Personen ausländischer Herkunft unterwegs. Die Männer hätten sie bedrängt und ihr Handy gestohlen, so die 22-Jährige.

Türsteher hielten Mann fest

- Zu einer Festnahme kam es am Mittwoch: Ein 24-jähriger Afghane soll in der Nacht vor einem Lokal in der Innenstadt eine 28-jährige Salzburgerin sexuell belästigt haben. Türsteher hielten den 24-Jährigen fest, bis die Polizei eintraf. Am selben Tag wurde der Polizei ein weiterer ähnlicher Fall gemeldet, in dem das Landeskriminalamt Salzburg ermittelt.

- Am Donnerstag meldete die Polizei dann einen weiteren Fall: Ebenfalls in der Silvesternacht soll ein 28-jähriger Afghane eine 58-jährige Salzburgerin am Residenzplatz sexuell belästigt haben. Auch gegen ihn wurde Anzeige erstattet.

Polizei hält sich mit Einschätzung zurück

Auf Nachfrage unserer Redaktion teilte die Polizei in Salzburg lediglich mit, dass es sich im Vergleich zum Vorjahr um eine "Steigerung" von Fällen sexueller Belästigung handele. Wie groß diese ist, könne man noch nicht sagen. Für möglich hielt Sprecherin Valerie Hillebrand, dass die umfangreiche Berichterstattung rund um Köln Frauen animiert haben könnte, sich bei der Polizei zu melden. Das Landeskriminalamt prüfe, ob es Zusammenhänge zwischen den einzelnen Taten geben könnte.

Mikl-Leitner: "Null Toleranz"

Nach Bekanntwerden der Vorfälle in Salzburg betonte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Donnerstag gegenüber der APA, dass die Polizei "jedem einzelnen Fall entschlossen und mit null Toleranz nachgehen" werde. Eines stehe fest: "Wir Frauen lassen uns sicher keinen Millimeter in unserer Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum einschränken."